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Herzschlagfinale in der WRC: Rallye für die Geschichtsbücher

01. Mai 2017 - 13:08 Uhr

Showdown auf der Powerstage: Im drittengsten Finale der WRC-Geschichte entreißt Thierry Neuville Elfyn Evans bei der Rallye Argentinien den Sieg

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Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul  gewinnen die Rallye Argentinien nach einem Finale, das nichts für schwache Nerven war.
Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul gewinnen die Rallye Argentinien nach einem Finale, das nichts für schwache Nerven war.

(Motorsport-Total.com) - Die Powerstage soll der fulminante Schlusspunkt eines Laufs zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), so zumindest die Theorie. Doch in der Praxis sind die Positionen vor der letzten Wertungsprüfung oft schon derart klar bezogen, dass sie eher einem Schaulaufen als einem spannenden Finale gleicht. Nicht jedoch am Sonntag bei der Rallye Argentinien. Dort kam es zu einem echten Herzschlagfinale und zur drittengsten Entscheidung in der Geschichte der WRC.

Vor der Powerstage trennten Elfyn Evans und Thierry Neuville 0,6 Sekunden, an ihrem Ende betrug der Abstand 0,7 Sekunden - dann aber zu Gunsten von Neuville. Nur 2011 in Jordanien (0,2 Sekunden) und 2007 in Neuseeland (0,3 Sekunden) war der Abstand zwischen den ersten beiden am Ende einer WRC-Rallye noch kleiner. Neuville brachte das Kunststück fertig, die Rallye Argentinien nur einmal anzuführen. Und zwar genau dann, wenn es zählt: Nach der letzten Wertungsprüfung.

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"Wir wussten, dass es schwierig war, aber wir haben es geschafft", sagt Neuville nach den wahrscheinlich längsten drei Minuten seines Lebens. Denn der Belgier musste als Zweitplatzierter eine Zeit vorlegen und tat das eindrucksvoll. 13:00.1 Minuten benötigte er für die 16,32 Kilometer der legendären "El Condor", doch was diese Zeit wert sein würde, wusste er noch nicht. Denn Evans startete drei Minuten nach ihm in die Prüfung, und so starrten Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul im Ziel gebannt auf die TV-Bildschirme.

Die längsten drei Minuten in Neuvilles Leben

"Bei der ersten Zwischenzeit hatten wir verloren, denn Elfyn war zwei Sekunden schneller. Da wusste ich: Wenn er keinen Fehler macht, wird er diesen hochverdienten Sieg einfahren", sagt Neuville, dem die Anspannung deutlich anzusehen war. Das änderte sich erst, Evans durch die nächste Zeitnahme fuhr. "Bei der nächsten Zwischenzeit war er dann 1,3 Sekunden hinter uns. Da wusste ich dann, dass es schwierig für ihn wird, denn im Schlussteil waren wir schnell. Dann im TV zu sehen, dass wir ihn um 0,7 Sekunden geschlagen haben, war unglaublich", sagt Neuville.

Wie angespannt Neuville und Gilsoul waren, zeigte sich bei Evans' Zieldurchfahrt. Als der Sieg der beiden Belgier feststand, brachen die Emotionen wie ein Vulkanausbruch aus ihnen heraus. Vor allem der sonst immer coole Neuville brüllte seine Freude heraus, zeigte sich allerdings dann auch als fairer Sportsmann. Auf direktem Weg ging er zum Auto von Evans, um seinem Rivalen zu seiner bisher besten Leistung in der WRC zu gratulieren und ihn vielleicht auch ein wenig zu trösten.

Denn über den zweiten Platz konnte sich Evans nach einer Rallye, die er nach 16 von 18 Wertungsprüfungen angeführt hatte, nicht wirklich freuen. "Es ist enttäuschend, so knapp zu verlieren", sagt der Waliser, der seine Augen bei der Siegerehrung hinter einer Sonnenbrille verbarg. "Es war eine Rallye mit zwei Halbzeiten. Thierry hatte am Freitag so seine Probleme, während ich einen tollen Tag hatte und einen großen Vorsprung herausfahren konnte. Anschließend war es genau anders herum. Seit Samstag hatten wir keine richtig saubere Prüfung mehr."

Eine Brücke wird für Evans zum Stolperstein

Reifenschäden und verschiedene technische Probleme an seinem Fiesta WRC hatten seinen Vorsprung von mehr als einer Minuten Stück für Stück schmelzen lassen, und auch bei der Powerstage fiel zu Beginn einmal das Bremspedal durch. Davon ließ sich der 28-Jährige aber nicht aus dem Konzept bringen und gab beherzt Gas. "Ich bin zuerst recht aggressiv gefahren, habe dann aber gemerkt, dass ich an der Hinterachse Grip verliere", sagt er.

Und dann kam der Moment, der den Ausgang der Rallye Argentinien letztlich entschied. Auf einer engen Brücke schlug Evans leicht mit der rechten Vorderseite am Geländer an. Der Fiesta WRC überstand den Streifschuss ohne nachhaltigen Schaden, doch Evans kam leicht aus dem Tritt. "Ich habe schon vor der Brücke gespürt, dass ich Zeit verliere und war einfach nicht geduldig genug", gibt er selbstkritisch zu. "Ich habe vor der Kurve die Handbremse gezogen und bin dann einfach weitergerutscht. Der Einschlag war nicht massiv, aber es war halt ein Fehler. Am Ende waren wir dann ähnlich schnell wie Thierry, aber wir haben es in den engen Passagen verloren", analysiert der Waliser die Powerstage.

Trotz der schmerzhaften Niederlage zeigt sich aber auch Evans als fairer Sportsmann und gratuliert seinem Rivalen zum Sieg. "Ich könnte viele Probleme als Entschuldigung aufführen, muss aber fair anerkennen, dass Thierry einen sehr guten Job gemacht hat.

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