ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Aktuelle Bildergalerien
Volkswagen in der Rallye-WM
Folgen Sie uns!
Motorsport-Total.com bei Facebook Motorsport-Total.com bei Google+ Motorsport-Total.com bei Twitter RSS-Feeds von Motorsport-Total.com
Sie sind hier: Home > Rallye > Newsübersicht > News

Capito: "Ich liebe es zu gewinnen"

10. Mai 2012 - 14:45 Uhr

VW-Motorsport-Direktor Jost Capito ist die deutsche Komponente wichtig - Es gibt aber keine Nummer eins und der Pass entscheidet auch nicht über das Cockpit

Jost Capito
Jost Capito kümmert sich fortan um den Aufbau des neuen Rallye-Teams
© Volkswagen

(Motorsport-Total.com) - Anfang dieser Woche hat Jost Capito die Rolle als Motorsport-Direktor von Kris Nissen bei Volkswagen übernommen. Seine Kernaufgabe besteht im Aufbau des WRC-Projekts, aber der Deutsche kümmert sich auch um die diversen Markenpokale und die übrigen Motorsportaktivitäten der Wolfsburger. An den ersten Tagen stand das Kennenlernen der Belegschaft im Vordergrund. "Die WRC hat mich immer gereizt. Ich denke, man kann noch viel mehr daraus machen. Speziell in den neuen Märkten gibt es Potenzial. Dort kann Rallye sehr attraktiv sein."

"Dazu ein Team zu führen, das Rallye komplett im eigenen Haus macht", erklärt Capito die Gründe, die ihn an seiner neuen Aufgabe gefallen. "Kris hat einen starken Anfang gemacht. Das Team in der WRC zu Erfolg zu führen, das reizt mich sehr. Ich habe mir keine Sorgen über die Technologie und die Ausstattung gemacht."

ANZEIGE

"Es ging jetzt in den ersten Tagen darum, die Leute kennenzulernen und eine Beziehung aufzubauen. Das Team ist nur so gut, wie die Leute zusammenarbeiten. In meiner ersten Woche geht es nur um die Menschen. Ich war beeindruckt davon, wie gut alles organisiert ist, aber auch von den Leuten, ihrem Talent und wie sie gemeinsam arbeiten."

Nach außen hin wird das Team über die Fahrer definiert. Mit Sebastien Ogier hat man einen Topmann verpflichtet. Um das zweite Auto gibt es viele Gerüchte. In den vergangenen Wochen ist unter anderem der Name Jari-Matti Latvala mit VW in Verbindung gebracht worden. Es ist aber noch alles offen. "Es gibt noch alle Möglichkeiten", bestätigt Capito. "Ogier ist fix. Damit haben wir einen Fahrer, der in der Rallye-Szene als potenzieller Weltmeister angesehen wird. Das sehen wir genauso. "

"Wer der zweite Fahrer sein wird, lassen wir uns noch offen. Es gibt viele Fahrer, die ein Interesse haben, für Volkswagen zu fahren. Es gibt aber keine klare Nummer eins und Nummer zwei. Beide Fahrer bekommen das gleiche Material und haben die gleiche Ausgangschance. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man mit einer klaren Nummer eins sehr schnell auf die Nase fallen kann", gibt es einen Seitenhieb auf die Konkurrenz

"Wir wollen einen Fahrer, der Rallyes gewinnen kann", stellt Capito die Ansprüche klar. Neben Ogier wechseln sich in dieser Saison am Steuer des zweiten Skoda Fabia S2000 die beiden Youngster Kevin Abbring und Andreas Mikkelsen ab. Speziell Mikkelsen hat zuletzt in Argentinien mit einer starken Leistung aufhorchen lassen. "Mikkelsen hat mit seinen Zeiten beeindruckt. Wenn er einen guten Job macht und beeindruckt, dann steht sein Name sicher auf der Liste", so der VW-Motorsportchef.

Deutscher Fahrer interessant, aber...

Während in den vergangenen Jahren immer mehr Fahrer aus Deutschland in die Formel 1 gedrängt haben, sieht es dagegen im Rallye-Sport trister aus. Es gibt einige talentierte Nachwuchspiloten, aber von WRC-Siegen sind derzeit alle noch sehr weit entfernt. "Die deutsche Komponente hat für einen deutschen Hersteller sicher einen Stellenwert", streicht Capito heraus. "Volkswagen ist auch ein globales Unternehmen und alle Märkte sind wichtig. Wir unterstützen ja auch einen deutschen Fahrer, der für Skoda fährt."

"Es ist natürlich mittel oder langfristig interessant, einen Fahrer aus Deutschland zu haben, aber ich bin der gleichen Ansicht wie Kris, dass nicht der Pass entscheidend ist, sondern die Qualität. Wenn wir einen deutschen Fahrer mit Qualität haben, dann ist das natürlich hervorragend. Wir sehen uns das Fahrerpotenzial an und wenn sich da ein deutscher Fahrer herauskristallisiert, dann besteht von Volkswagen natürlich Interesse."

"Man muss da realistisch sein. Im Moment gibt es keinen Fahrer aus Deutschland, der in der Rallye-WM um den Sieg fahren kann. Leider ist es so. Es wäre natürlich schön, wenn es anders wäre. Die Förderung von jungen Talenten ist natürlich größer, wenn ein deutscher Hersteller dabei ist. Wenn kein deutscher Hersteller dabei ist, dann ist das Interesse beim Nachwuchs auch geringer. Viele gehen auf die Rundstrecke, weil dort viele deutsche Hersteller vertreten sind. Das wird sich mit Volkswagen in der Rallye-WM ändern", ist der 53-Jährige überzeugt.

VW will neben Ogier im zweiten Polo einen Fahrer haben, der Rallyes gewinnen kann. Dazu könnte im nächsten Jahr auch ein dritter Bolide für einen Youngster eingesetzt werden. "Es ist eine Möglichkeit. Zwei Topautos sind unsere Kern. Sollte es die Möglichkeit für ein drittes Auto geben, werden wir uns das ansehen. Es ist definitiv eine Möglichkeit."

Einsätze mit dem Skoda Fabia sehr wichtig

Bei der Fahrerfrage kann sich Volkswagen Zeit lassen, denn viele Leute bekunden Interesse für das zweite Cockpit. Derzeit steht der Aufbau der Teamstruktur sowie die Testfahrten mit dem Polo im Vordergrund. Die Einsätze mit dem Skoda sind hilfreich beim Aufbau. "Das ist extrem wichtig und eine sehr gute Entscheidung gewesen", unterstreicht Capito.

"VW war sehr erfolgreich bei der Dakar. Die Dakar ist aber ein komplett anderes Konzept. Man bereitet sich ein komplettes Jahr auf diese zwei Wochen vor und anschließend beginnen die Vorbereitungen erneut. Wenn man bei der Dakar erfolgreich sein will, muss das ganze Team strukturiert sein. In der Rallye-WM ist die Struktur komplett anders. Diese musste angepasst werden."

"Es ist unmöglich von der Dakar sofort in die Rallye-WM zu wechseln und auch erfolgreich zu sein. Das Konzept mit dem Skoda ist meiner Ansicht nach extrem wichtig, um das Team anzupassen. Das heißt jetzt nicht, dass das Team mit dem Polo von Anfang an konkurrenzfähig sein muss. Ich glaube, das wäre viel zu viel versprochen. Man hat mit Citroen, Ford und MINI Teams, die Jahrzehnte Erfahrung haben."

"Das Ziel ist es, gegen Ende nächsten Jahres hier und da mal aufs Podium zu fahren."
Jost Capito

"Da gibt es im nächsten Jahr für uns sicher noch viel zu lernen. Das sehen wir auch so. Das Ziel ist es, gegen Ende nächsten Jahres hier und da mal aufs Podium zu fahren", hält er den Ball flach. "Ich glaube, VW ist da sehr realistisch. Mit Doktor Hackenberg haben wir eine Person, die viel Motorsport-Erfahrung hat und sehr Motorsport-Affin ist. Er weiß, was es bedeutet, mit einem neuen Auto in die Rallye-WM einzusteigen."

"Wir hoffen, dass wir eine positive Überraschung sind. Wir sind realistisch. Ich liebe es zu gewinnen, aber noch mehr hasse ich es zu verlieren. Ich werde bei keiner Rallye glücklich sein, die wir nicht gewinnen." Es gab immer wieder die Gerüchte, dass VW im Herbst schon zum ersten Mal den Polo im Wettbewerb einsetzen wird. Genau wie sein Vorgänger Nissen erteilt Capito dem aber eine Absage.

"Der Plan ist es, in diesem Jahr keine Rallye zu fahren. Ich werde nächste Woche beim Test in Spanien sein. Es ist schwierig das Auto zu beurteilen, wenn es im Workshop steht. Es sieht sehr gut aus und ich bin sehr beeindruckt davon. Man kann aber nur beim Test und dann schließlich bei einer Rallye mehr sagen. Es gab schon Asphalt- und Schotter-Tests. Wir werden in diesem Jahr noch auf den verschiedensten Untergründen testen."

Der Aufbauprozess läuft weiter und der Übergang zwischen Capito und Nissen läuft reibungslos. "Kris hat ein Büro hier und ich kenne ihn schon seit zehn Jahren. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben auch dieser Tage viel zusammen gearbeitet. Er steht mir beratend zur Seite und ich kann immer auf ihn zurückgreifen, wann immer ich es wünsche. Ich schätze, dass wird mehr sein als ihm lieb ist. Wir haben Freude, zusammen zu arbeiten. Das trägt zum Erfolg bei, den wir hoffentlich bald haben werden."

Für 2013 hat Capito einen wichtigen Wunsch: "Der größte Wunsch ist, dass wir keine großen Unfälle haben und alle am Saisonende gesund sind. Das ist das Wichtigste. Wir tun auch viel für die Sicherheit. Der zweite Wunsch ist, dass sich das Team entwickelt. Es soll eine konstante Entwicklung über das Jahr geben. Die Truppe soll zusammenarbeiten und Spaß haben. Sie sollen die Basis für weitere Erfolge in der Zukunft legen."

Artikeloptionen
Artikel bewerten

 

 
Nach oben