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Moto2 Spielberg: Morbidelli gewinnt packenden Dreikampf

13. August 2017 - 13:26 Uhr

Franco Morbidelli gewinnt das Moto2-Rennen in Österreich vor Alex Marquez und Tom Lüthi - Massenunfall in der ersten Kurve eliminiert auch Sandro Cortese

Franco Morbidelli
Souverän: Franco Morbidelli holte im elften Rennen seinen siebten Sieg
© Marc VDS

(Motorsport-Total.com) - Siebter Saisonsieg für Franco Morbidelli: Der Italiener setzte sich beim Grand Prix von Österreich in einem packenden Dreikampf durch und machte einen weiteren Schritt Richtung Moto2-Weltmeisterschaft. Souverän hielt er seinen Marc-VDS-Teamkollegen Alex Marquez sowie Tom Lüthi, die Zweiter und Dritter wurden, auf Distanz. KTM verpasste beim Heimspiel auf dem Red-Bull-Ring einen Podestplatz. Miguel Oliveira stürzte nach starker Aufholjagd auf Platz vier liegend fünf Runden vor Rennende.

Der einzige Vertreter aus Deutschland hatte kein Glück. Direkt nach dem Start kam es in der ersten Kurve im Mittelfeld zu zwei Unfällen und einer Kettenreaktion, in die insgesamt neun Fahrer verwickelt waren. Sandro Cortese hatte keine Chance diesem Chaos auszuweichen. Schon nach den ersten Metern war für den IntactGP-Piloten das Rennen vorbei. Der Rennstall trat am Sonntag nur mit einem Fahrer an, da Schrötter-Ersatz Danny Kent verletzt passen musste.

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An der Spitze war das Rennen geprägt vom Dreikampf Morbidelli, Marquez und Lüthi. Der Italiener mit Startnummer 21 führte über weite Strecken. Dahinter versuchte Lüthi mehrmals einen Weg an Marquez vorbei zu finden, aber der Spanier konterte jeweils. In diesem engen Duell kam es auch zu leichten Berührungen. Acht Runden vor Rennende attackierte Marquez seinen Teamkollegen in Kurve 3, doch der Italiener schlug zurück und Lüthi schlüpfte auch noch an Marquez vorbei.

Während dieses Trio miteinander auf Augenhöhe kämpfte, kam Oliveira von hinten immer näher und schaffte auch den Anschluss. Doch fünf Runden vor Rennende stürzte der Portugiese bei der Anfahrt zur schnellen Jochen-Rindt-Kurve und purzelte ins Kiesbett. Eine Runde später drückte sich Marquez in Kurve 3 wieder an Lüthi vorbei auf den zweiten Platz, während sich vorne Morbidelli einen Vorsprung von rund einer halben Sekunde herausholen konnte.

Enge Duelle zwischen Marquez und Lüthi

Die Entscheidung über die Reihung auf dem Podest fiel drei Runden vor Rennende. Auf der Jagd nach Marquez verbremste sich Lüthi in Kurve 3, musste über die asphaltierte Auslaufzone und verlor eine Sekunde auf den Spanier. "Insgesamt war es auch für mich unterhaltsam", sagt Lüthi über das spannende Rennen.

"Jedes Mal wenn ich Alex überholt habe, habe ich am Ausgang verloren. Er konnte zurückschlagen. Generell hatte ich das bessere Tempo, daher dachte ich, ich könnte Franco einholen und mit ihm um den Sieg kämpfen. Aber Alex hatte die gleiche Idee. Er wollte auch nach vor. Am Ende ist es ein gutes Podium, womit ich zufrieden bin."

Morbidelli: Richtige Antwort nach Brünn

Nach der Enttäuschung von Brünn gab Morbidelli die richtige Antwort. Mit seinem siebten Saisonsieg vergrößerte der nächstjährige MotoGP-Pilot seinen WM-Vorsprung auf Lüthi wieder auf 26 Punkte. "Das war ein entscheidender Sieg", atmet Morbidelli durch. "Ich bin wirklich glücklich, das war wichtig nach dem schlechten Rennen in Brünn. Dort hatte ich einfach Pech. Auch am Beginn dieses Wochenendes hatte ich Schwierigkeiten, aber die konnten wir in den Griff bekommen und schlussendlich diesen Sieg einfahren. Ich bin sehr zufrieden."

Marquez ist in der WM-Dritter und liegt 54 Zähler hinter seinem Teamkollegen. Heute konnte er Morbidelli nicht schlagen, aber gegen Lüthi setzte sich der Spanier durch. "Wir beide wollten das Gleiche", spricht er das Duell mit dem Schweizer an. "Er wollte vorbei, dann ich. Da habe ich viel Zeit verloren. Ich wollte dann auf Franco aufschließen, habe aber in Kurve 3 einen Fehler gemacht. Ich bin deswegen etwas enttäuscht, weil ich die Pace für den Sieg gehabt hätte. Dennoch freue ich mich über das Podium, weil das kein einfaches Wochenende war."

Nach dem Ausfall von Oliveira duellierten sich Pole-Setter Mattia Pasini und Francesco Bagnaia um den vierten Platz. Einmal wurde Bagnaia wegen mehrmaligem Überschreiten der Track-Limits von der Rennleitung angewiesen, eine Position abzugeben. Trotzdem tobte das Duell der beiden Italiener bis zur Zielflagge, bis sich schließlich die Jugend durchsetzte. Bagnaia wurde vor Pasini Vierter.

Im Duell um den sechsten Platz behielt Takaaki Nakagami knapp die Oberhand vor Brad Binder. Der Südafrikaner war mit Platz sieben der beste KTM-Fahrer im Ziel. Dahinter rundeten der Schweizer Dominique Aegerter als bester Suter-Pilot und Hafizh Syharin die Top 10 ab. Auch durch den Massenunfall in der ersten Kurve sahen nur 21 Fahrer die Ziellinie. Für die Fahrer der Klassen Moto2 und Moto3 steht am Montag noch ein offizieller Testtag auf dem Programm. Der nächste Grand Prix findet am 27. August in Silverstone (Großbritannien) statt.

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