Rene Binders Formel-1-Test bei Renault weckt Hoffnungen

13. Juli 2017 - 14:24 Uhr

Rene Binder blickt im Interview auf seinen ersten Formel-1-Test im Herbst - Wie er seine Chancen einschätzt, der nächste Österreicher in der Königsklasse zu sein

Rene Binder
Rene Binder (mitte) besucht das Formel-1-Team von Renault
© Foto ENIK

(Motorsport-Total.com) - Er lieferte die Überraschung aus österreichischer Sicht zum Auftakt des Grand-Prix-Wochenendes am Red-Bull-Ring: Rene Binder gab am Freitag bekannt, dass er für Renault am 24. Oktober diesen Jahres einen Formel-1-Boliden testen wird. Der 25-Jährige spricht offen über seine Aufstiegschancen und über den Formel-1-Hype in Österreich. Derzeit sorgt Binder in der Formel V8 für Furore. Mit zwei Saisonsiegen ist Binder in der Meisterschaft hinter Pietro Fittipaldi Zweiter und macht sich berechtige Hoffnungen, diesen Titel zu gewinnen.

Frage: "Rene, herzliche Gratulation zu diesem überraschenden Formel-1-Test. Wie schwer war es, mit der Bekanntgabe bis zum Heim-Grand-Prix abzuwarten?"
Rene Binder: "Schwer, weil wir schon vor zwei Monaten von Renault kontaktiert worden sind und das natürlich eine Überraschung ist, die man nicht für sich behalten möchte."

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Frage: "Sie werden jenes Auto testen, mit dem sich auch der ehemalige Grand-Prix-Sieger Robert Kubica gerade wieder ins Rampenlicht gefahren hat. Wie groß ist der Respekt?"
Binder: "Wie ich schon den Medienvertretern am Red-Bull-Ring gesagt habe, werde ich zwar mit Respekt, aber doch mit dem nötigen Selbstvertrauen an die Sache herangehen. Man weiß ja, dass die Rennwagen der World Series und der GP2 der Formel 1 am nächsten kommen, also sollte es auch nicht den ganzen Tag dauern, bis ich die Grenzen ausloten kann. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben."

Frage: "Die Formel-1-Euphorie ist in Österreich seit Jochen Rindt ungebrochen, aber im Moment scheint der Ruf nach einem Österreicher ganz besonders groß zu sein!"
Binder: "Ich glaube, dass es nur darum geht, unsere Fahrer auch entsprechend zu unterstützen. Toto Wolff und Mercedes machen das jetzt einmal beim Lucas Auer, der aktuell die besten Chancen hat. Der 'Luggi' macht in der DTM einen Topjob und wenn er die Meisterschaft gewinnt, wird er sicher direkt aufsteigen. Ich selbst sehe mich da nur in einer Außenseiterrolle, aber in den letzten paar Monaten hat sich bei uns so viel getan, dass ich schon manchmal schmunzeln muss."

Frage: "Die Rivalität, die es früher einmal zwischen österreichischen Rennfahrern gegeben hat, scheint bei euch beiden gar kein Thema zu sein."
Binder: "Überhaupt nicht, weil ich mit dem 'Luggi' auch schon seit Kartzeiten befreundet bin. Ich verfolge die DTM ja auch seit Jahren im Fernsehen und freue mich, wenn er vorne mitfährt. Am Ende muss aber jeder seinen eigenen Weg gehen. Mein Weg war bis 18 nicht nur auf den Rennsport fokussiert, sondern auch auf die Schulausbildung, das heißt Internat und HTL in Kuchl. Vielleicht kann ich deshalb noch keinen Titel auf der Rennstrecke anbieten, sondern nur einen Ingenieurstitel. Ich denke aber nicht, dass man mit 25 Jahren schon zu alt ist."

Frage: "Sie haben das erste Briefing mit Renault-Teamchef Cyril Abiteboul und Sportdirektor Alan Permane hinter sich. Sogar Alain Prost hat sich Zeit genommen!"
Binder: "Alain Prost war sehr freundlich und hat mir erzählt, dass er vom World-Series-Auto schon immer überzeugt war. Ich bin super aufgenommen worden und werde bis zum Test permanent mit dem Team in Kontakt bleiben. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, werde ich im Vorfeld nach England fliegen, um dort einen Simulatortest zu absolvieren und mit den Ingenieuren noch einmal die ganzen Abläufe durchzuspielen."

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