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WRC Safari-Rallye Kenia 2022: Vierter Saisonsieg für Kalle Rovanperä

Mit dem Sieg bei der Safari-Rallye macht Kalle Rovanperä einen weiteren Schritt in Richtung WM-Titel: Herbe Schlappen für Hyundai und M-Sport

(Motorsport-Total.com) - Toyota-Pilot Kalle Rovanperä hat am Sonntag die Safari-Rallye in Kenia, den sechsten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2022 gewonnen. Nach 19 Wertungsprüfungen (WP) über eine Gesamtdistanz von 362,62 Kilometer hatte der Finne im Ziel einen Vorsprung von 52,8 Sekunden auf seinen Teamkollegen Elfyn Evans.

Kalle Rovanperä

Kalle Rovanperä marschiert schier unaufhaltsam in Richtung WM-Titel Zoom

Takamoto Katusta (+ 1:42,7 Minuten) als Dritter und Sebastien Ogier als Vierter komplettierten den totalen Toyota-Triumph. Erster Verfolger des japanischen Quartetts, allerdings mit mehr als acht Minuten Abstand zu Rang vier, war auf Rang fünf Thierry Neuville (Hyundai). Craig Breen, Jourdan Serderidis, Sebastien Loeb (alle Ford), Kajetan Kajetanowicz (Skoda) als Sieger der WRC2-Wertung und Oliver Solberg (Hyundai) komplettierten die Top 10.

Mit seinem bereits vierten Saisonsieg baute Rovanperä seine ohnehin schon üppige Führung in der WM weiter aus und hat nun 65 Punkte Vorsprung auf Neuville. "Es fühlt sich großartig an! Ich muss sagen, dass dies die härteste Rallye war, die ich je gefahren bin, und um ehrlich zu sein, müssen wir dem Team einfach danken", sagt Rovanperä. "Vier solche Autos ohne Probleme zu haben - das ist eindeutig das stärkste und schnellste Auto. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht."

Kontrollierte Fahrt für Rovanperä der Weg zum Sieg

Wie im Vorfeld erwartet wurde die Safari-Rallye zu einer Art Ausscheidungsrennen, bei dem nur Toyota vergleichsweise problemlos durchkam, Hyundai und M-Sport aber vernichtende Schlappen einstecken mussten. Vor allem die große Staubentwicklung setzte der Technik der Rally1-Autos zu, am Samstagnachmittag sorgte zudem heftiger Regen für schwierige Bedingungen.

Diese meisterte Rovanperä, der als WM-Führender als erster Fahrer in die Prüfungen starten musste, insgesamt am besten. Nach verhaltenem Start - nach der dritten WP lag der junge Finne nur auf Rang acht - arbeitete er sich mit einer kontrollierten Fahrt nach vorne und profitierte auch von den Problemen seiner Rivalen.

Sebastien Loeb

Sebastien Loeb gehörte in Kenia zu den Geschlagenen Zoom

Nachdem zuerst Ogier und dann auch Evans durch Reifenschäden zurückgeworfen wurde, übernam Rovanperä nach WP 7 erstemals die Führung, die er trotz schwieriger Bedingungen ausbaute und letztlich im Stile eine künftigen Weltmeisters souverän ins Ziel brachte.

Zweites WRC-Podium für Takamoto Katsuta

Katsuta mausert sich mit Rang drei zum Kenia-Spezialisten. Rang drei war sein zweites Podiumsresultat in seiner WRC-Karriere. Das erste hatte er vor einem Jahr ebenfalls bei der Safari-Rallye mit Rang zwei erzielt. Ohne einen Reifenschaden am Samstagnachmittag wäre sogar eine Wiederholung dieses Resultats möglich gewesen.

"Ich möchte dem Team danken", sagt der Japaner. "Alle haben nach Portugal und Sardinien einen unglaublichen Job gemacht, um das Auto so stark zu entwickeln. Es war ein sehr hartes Wochenende. Okay, wir hatten Probleme, aber das Auto war stark. Dies ist Aarons [Johnston; Beifahrer] erstes Podium und er war eine große Unterstützung."

Während Toyota den Vierfachsieg feierte, herrschte bei M-Sport Katerstimmung. WRC-Rekordsieger Loeb musste am Freitag schon nach WP 4 aufgeben. Nach einem kleinen Feuer am Motor fuhr sein Ford Puma nur noch mit Elektroantrieb, doch vor Erreichen des Servicepark war die Batterie leer.

Probleme ohne Ende bei M-Sport und Hyundai

Später am Freitag verlor Breen durch einen Defekt an der Lenkung mehr als zehn Minuten, Adrien Fourmaux schied aufgrund eines Diferentialschadens aus. Am Samstag fuhr sich der jugen Franzose dann einen Reifen platt, was in der Folge die Aufhängung zerstörte. Gus Greensmith rollte seinen Ford Puma ab. Im Anschluss verdonnerte M-Sport-Boss Malcolm Wilson Greensmith und Fourmaux dazu, bei der Reparatur ihrer Autos mitzuarbeiten.

Oliver Solberg

Der demolierte Hyundai von Oliver Solberg - ein Sinnbild Zoom

Auch bei Hyundai reihte sich eine Panne an die nächste. Es begann bei Tänak am Freitagmorgen mit einem kuriosen Defekt. Bei WP 2 brach der Schalthebel in seinem Auto. Der Este montierte als Behelf einen Radmuttern-Schlüssel.

Auf Position drei liegend fiel Tänak am Samstag mit einem Antriebsdefekt aus. Nach dem Neustart am Sonntag setze eine defekte Servolenkung seiner Fahrt nach WP 17 ein Ende. Solberg beklagte mehrfach einen Leistungsverlust des Antriebs und blieb bei der 14. WP stehen, woraufhin diese unterbrochen werden musste. Anschließend fuhr er mit verringertem Tempo ins Ziel.

Nächste WRC-Station: Estland

Auch am Auto von Neuville verlor der Motor am Samstag plötzlich Leistung. Bei der 13. WP rutschte der Belgier dann auf matschiger Straße gegen einen Baum und schied aus. Aufgrund der Probleme vieler seiner Rivalen reichte es am Ende aber immerhin noch für Rang fünf und zum Sieg bei der Powerstage, was aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass die Zuverlässigkeit weiter die große Schwachstelle von Hyundai ist.

"Ich habe nicht viel zu sagen. Die Situation ist sehr offensichtlich, deshalb bin ich wirklich enttäuscht", sagt Neuville. "Mir tun auch unsere Mechaniker leid, denn sie arbeiten hart, aber sie bekommen keine Gegenleistung."

In der Fahrerwertung führt nach sechs von 13 Rallyes wie schon erwähnt Rovanperä mit 145 Punkten vor Neuville (80) und den punktgleichen Tänak und Katsuta (jeweils 62). Bei den Herstellern baute Toyota die Führung aus. Das japanisch-finnische Werksteam hat nun 246 Punkte auf dem Konto, Hyundai 184 und M-Sport 144.

Weiter geht es mit der Rallye-WM 2022 vom 14. bis 17. Juli mit der Rallye Estland.

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