WRC Rallye Monte-Carlo 2026: Solberg kontrolliert das Geschehen

Toyota bleibt nach elf Wertungsprüfungen beim Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Monte Carlo mit einer Dreifachführung auf Kurs

(Motorsport-Total.com) - Oliver Solberg hat auch am Samstag bei der Rallye Monte-Carlo, Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, alles unter Kontrolle und führt mit mehr als einer Minute Vorsprung, während sich die winterlichen Bedingungen am Samstagmorgen weiter verschärften.

Titel-Bild zur News: Oliver Solberg

Oliver Solberg bleibt bei schwierigen Bedingungen in Führung Zoom

Nach nächtlichen Schneeschauern herrschten Bedingungen, die eher an die Rallye Schweden erinnerten als an Monte Carlo. Obwohl Solberg zunächst Zeit verlor, kämpfte er sich zurück und stellte seinen Vorsprung auf 1:02,8 Minuten gegenüber Toyota-Teamkollege Elfyn Evans wieder her.

Titelverteidiger und Monte-Carlo-Spezialist Sebastien Ogier blieb Dritter, allerdings schon 1:13,1 Minuten hinter Solberg. Die Fahrer setzten Spikereifen ein, mussten sich aber durch die verschneite und vereiste Auftaktprüfung des Tages (SS10 La Breole/Bellaffaire 1) nahezu im Schritttempo kämpfen.

Ogier kam mit den Bedingungen auf der 29,93 Kilometer langen Prüfung am besten zurecht und sicherte sich mit einer starken Fahrt seinen dritten Prüfungsieg in Folge. Der Franzose war 3,5 Sekunden schneller als Evans und verkürzte damit dessen Vorsprung auf nur noch 3,0 Sekunden.

Rallye-Leader Solberg verlor dagegen 20,5 Sekunden, nachdem er eingeräumt hatte, seine Spikereifen vor dem Start nicht ausreichend vorbereitet zu haben. Sein Vorsprung auf Evans schrumpfte damit auf 51,4 Sekunden, Ogier lag weitere drei Sekunden dahinter, obwohl dieser seine Siegchancen bereits abgeschrieben hatte.

"Platz 1 ist zu weit weg, aber wir müssen unser Bestes geben, um um das Podium zu kämpfen", so Ogier.

Bedingungen spielen Solberg in die Karten

Toyota belegte in der Prüfung die Plätze 1 bis 4: Takamoto Katsuta fuhr die drittschnellste Zeit und rückte nach dem Servolenkungsschaden vom Freitag, der durch einen Fahrfehler ausgelöst wurde, in die Top 10. Thierry Neuville war in Prüfung 10 der beste Hyundai-Pilot, gefolgt von WRC2-Leader Leo Rossel.

Die Bedingungen verbesserten sich deutlich in der letzten Prüfung der Schleife, einer Wiederholung der Etappe, die am Donnerstagabend unterbrochen worden war.

Während die ersten Fahrer auf der Strecke noch mit Schnee- und Eispassagen kämpften, war bei Solbergs Fahrt bereits viel Eis geschmolzen. Der Führende nutzte die besseren Bedingungen aus, während Evans und Ogier Zeit verloren.

Solberg sicherte sich damit seinen fünften Prüfungssieg der Rallye und war 11,4 Sekunden schneller als Evans, Ogier verlor 18,7 Sekunden. "Die Spikes funktionieren jetzt, es ist ein bisschen einfacher. Ich fühle mich hier nun deutlich wohler", so Solberg.

Evans erklärt: "Es war sehr, sehr schwierig. Zuerst triffst du auf Eis und Schnee, was schon schlimm genug ist, aber im Schneematsch wird es zu einer Lotterie. Gegen Ende hatte die Gravel Crew komplett schwarzes Eis, aber die Bedingungen haben sich sehr stark verändert. Ich war nicht mutig genug, das einfach zu ignorieren."

Hyundai-Fahrer chancenlos gegen Toyota-Trio

Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux war drittschnellster Rally1-Fahrer in der Prüfung und beendete die Schleife auf Gesamtrang vier (+ 5:36,7 Minuten) hinter Solberg, 54,9 Sekunden vor seinem Teamkollegen Neuville auf Platz fünf.

Rally1-Debütant Jon Armstrong hielt für M-Sport-Ford trotz eines schleichenden Plattfußes - verursacht durch eine Brückenberührung in Prüfung 10 - den sechsten Platz (+ 8:58,2 Minuten). Hyundai-Fahrer Hayden Paddon, ebenfalls in seinem ersten Rally1-Einsatz, erreichte den Mittagsservice als Siebter.

"Es wird immer schwieriger. Wir müssen ins Ziel kommen, und genau das macht es noch härter. Vielleicht sollte [Co-Pilot] John [Kennard] den nächsten Abschnitt fahren, der kann es vermutlich besser", witzelt Paddon.

Die Top 10 komplettierten WRC2-Leader Rossel, Katsuta und Lancia-Fahrer Nikolay Gryazin. Am Abend stehen noch zwei weitere Prüfungen an, darunter eine über einen Teil des Formel-1-Kurses von Monaco.

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