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Latvala hatte sich schon mit siegloser Saison abgefunden

Der Australien-Sieg kam für Jari-Matti Latvala sehr überraschend - Eigentlich war er nicht davon ausgegangen, Down Under überhaupt gewinnen zu dürften

(Motorsport-Total.com) - Die Statistik bleibt doch noch bestehen: Seit seinem ersten WRC-Sieg bei der Rallye Schweden 2008 hat der Finne in jeder Saison in der Rallye-Weltmeisterschaft mindestens eine Rallye gewonnen. Diese Serie war 2018 bereits dabei zu reißen, doch in letzter Sekunde kam alles anders: Ott Tänak, für den er eigentlich hätte Platz machen müssen, rammte einen Baum und schied aus. Latvala sicherte mit dem Sieg den Herstellertitel für Toyota ab.

Jari-Matti Latvala

Er kann's noch: Jari-Matti Latvala feierte den ersten Sieg seit Schweden 2017 Zoom

"Ich muss zugeben, dass ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte", sagt der 33-Jährige. "Ich bin bereits davon ausgegangen, dass das mein erstes Jahr [als Werksfahrer] in der WRC werden würde, in dem ich keinen Lauf gewinne. Vor der Rallye hatten mich die Journalisten schon darauf angesprochen. Ich antwortete ihnen, dass ich das wüsste, aber dass es wie ein Sieg wäre, wenn wir den Herstellertitel gewinnen würden." Jetzt hat er plötzlich beides.

"Das war ein wichtiger Sieg, aber wichtiger war der Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft", strahlt er. "Wir hatten eine gute zweite Saisonhälfte und ich freue mich sehr über diesen Sieg. Wenn man hart arbeitet, aber einfach nicht die Resultate einfährt, kann einen das ziemlich runterziehen."


Fotos: WRC Rallye Australien 2018


Während der Rallye Australien 2018 mischte Latvala beständig an der Spitze mit, wusste aber, dass er den Sieg an Tänak würde abgeben müssen: "Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur auf den Abstand zu Hayden [Paddon] geachtet. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, hier zu gewinnen. Aber die nassen Bedingungen [am Sonntag] haben mir in die Karten gespielt und mir eine Chance gegeben, zu attackieren. Wenn es gutgeht, kann man viel Zeit gewinnen. Aber es kann auch mächtig nach hinten losgehen."

Nervosität vor abschließender Powerstage

"Ich habe am Vormittag ordentlich attackiert und wollte es danach ruhiger angehen lassen. Ott war zu diesem Zeitpunkt hinter mich zurückgefallen", rekapituliert er den turbulenten Schluss tag. "Beim Mittagessen habe ich mit Tommi [Mäkinen] gesprochen und ihm versichert, dass wir weiter kontrolliert und ohne Risiko fahren würden. Wir mussten das Auto ja ins Ziel bringen. Es war am Nachmittag wirklich leicht, einen Fehler zu machen. Manche Kurven waren deutlich rutschiger als andere. Das konnte einen schnell kalt erwischen." So erging es Tänak, der mit seinem Aus Sebastien Ogier zum Weltmeister machte.

"Ich wollte ein glückliches Weihnachtsfest, kein trauriges!" Jari-Matti Latvala

Die Powerstage war für Latvala noch einmal eine nervliche Herausforderung, schließlich war er genau auf dieser Abschlussprüfung 2017 ausgeschieden. "Das hat zwar unsere Meisterschaftsposition nicht beeinträchtigt, aber diesmal stand einiges auf dem Spiel. Ich wusste, dass ich als Hero oder Zero aus der Prüfung rauskommen würde. Ich wollte auf keinen Fall Zero sein. Ich wollte ein glückliches Weihnachtsfest, kein trauriges!" Er brachte die 7,16 Kilometer zweiten Durchfahrt der Prüfung "Wedding Bells 18" ohne Abflug hinter sich und gewann das Saisonfinale plus den Herstellertitel für Toyota Gazoo Racing.

Es ist nicht das erste Mal, dass es für Latvala äußerst knapp wurde, die Statistik aufrechtzuerhalten: In der WRC-Saison 2011 war er ebenfalls bis zum letzten Event sieglos. Damals gewann er die Rallye Großbritannien für Ford. Wie 2011 auch wurde er in der Weltmeisterschaft Vierter.

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