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Kurioses Finale: Petter Solberg und der Führerschein

In der letzten Prüfung in Schweden saß Co-Pilot Chris Patterson am Steuer von Petter Solbergs Citroen, denn der Norweger war zuvor geblitzt worden

(Motorsport-Total.com) - In der abschließenden Prüfung der Rallye Schweden fieberte schon alles dem finalen Duell von Mikko Hirvonen und Mads Östberg entgegen, als sich plötzlich jeder verwundert die Augen rieb. Am Steuer des PSWRT-Citroen saß nicht Petter Solberg, sondern sein Co-Pilot Chris Patterson. Solberg selbst hatte auf dem Beifahrersitz Platz genommen und wies Patterson den Weg.

Petter Solberg

Petter Solberg muss fürchten, dass er seinen Führerschein los ist

Jeder fragte sich: Was soll das? Erlauben sie sich einen Gag? Aber sie sind doch noch im Kampf um den dritten Platz, warum geben sie das Podium auf? Und in dieser Power Stage sind zusätzliche Punkte zu vergeben, warum verzichten sie darauf?

Der Grund ist, dass Solberg nicht mehr fahren durfte. Denn er wurde am Freitag von der schwedischen Polizei auf einer öffentlichen Autobahn mit 112 km/h geblitzt, erlaubt waren aber nur 80 km/h. Diese Geschwindigkeitsübertretung wird mit Führerscheinentzug geahndet. Das Fahrverbot beginnt aber erst nach einer Frist von 48 Stunden. Seinen Führerschein durfte Solberg noch behalten, doch seit heute Nachmittag 14:00 Uhr darf er nicht mehr ans Steuer.

"Das Team hat mit den Organisatoren und der Polizei gesprochen, um zu sehen, ob ich die Verbindungsetappen und Petter die Prüfungen fahren kann. Aber aus versicherungstechnischen Gründen haben wir das nicht gemacht", berichtet Patterson. Das Wissen darüber, dass heute wahrscheinlich irgendwann ein Fahrerwechsel ansteht, habe übrigens keinen Einfluss auf ihre vorherigen Leistungen gehabt.

"Als Rallyefahrer müssen wir uns wie alle anderen an die Straßenverkehrsordnung halten." Chris Patterson

"Es kam für uns auch nie in Frage, zu versuchen, das Fahrverbot irgendwie zu umgehen und wir akzeptieren die Strafe ohne Widerrede. Als Rallyefahrer müssen wir uns wie alle anderen an die Straßenverkehrsordnung halten", sagt Patterson. "Die Verkehrssicherheit ist uns sehr wichtig. Leider hat man Petter geblitzt. Und dafür müssen wir jetzt den Preis bezahlen.

Beim Regrouping vor der Power Stage fiel dann der endgültige Entschluss, dass Patterson hinter das Steuer steigt. Zwar war der nordirische Co-Pilot auf den insgesamt 4,16 Kilometern 50 Sekunden langsamer als die Bestzeit von Citroen-Pilot Sebastien Ogier. Doch er chauffierte den DS3 WRC sicher und unfallfrei durch die verschneite Prüfung. Damit sicherte er sich und Solberg den fünften Platz und zehn wichtige WM-Punkte.

"Ich muss meinen Hut vor Chris ziehen", lobt Solberg. "Er ist zuvor noch nie ein Rallyeauto gefahren, aber hat in dieser Prüfung trotzdem eine gute Zeit hinbekommen."

"Was für eine Art, sein Debüt zu geben: ein nagelneuer Citroen DS3 WRC, eine richtige Schneeprüfung und Liveberichterstattung im Fernsehen." Chris Patterson

"Es hat großen Spaß gemacht. Wir haben auf dem ganzen Weg sehr gelacht. Großer Spaß, kein Problem", berichtet Neu-Pilot Patterson. "Ich bin das Auto noch nie in einer Prüfung gefahren, nur einmal auf einer Verbindungsetappe. Doch beim Regrouping wurde bestätigt, dass ich fahren muss. Aber es war kein Problem."

"Wir hatten vor der Prüfung einen recht großen Vorsprung auf Sebastien Loeb, und wir wussten, dass wir durchschnittlich mindestens 60 km/h fahren mussten. Und das ist uns problemlos gelungen", freut sich der neue "WRC-Pilot". "Es hat wirklich Spaß gemacht. Was für eine Art, sein Debüt zu geben: ein nagelneuer Citroen DS3 WRC, eine richtige Schneeprüfung und Liveberichterstattung im Fernsehen."

"Beifahrer" Solberg tat sein Bestes, um Patterson gut durch die Prüfung zu lotsen. Der Norweger erinnerte sich vor allem an die schwieren Stellen und gab aus der Erinnerung heraus Anweisungen. In den heiklen Abschnitten ist das Duo sehr langsam gefahren, in den schnellen Passagen hat Patterson dann richtig beschleunigt.

"Am Ende haben wir die Rallye auf dem fünften Platz und einer guten Startposition für den nächsten Lauf in Mexiko beendet. Und wir sind vor Sebastien Loeb geblieben", kommentiert Patterson nicht ohne Stolz. Er hatte jedenfalls seinen Spaß, "aber ich habe Nachrichten aus der ganzen Welt bekommen mit dem guten Rat, doch lieber Navigator zu bleiben."

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