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GetSpeed: Die neue SP9-Macht am Ring

Die VLN-Saison 2019 brachte einen neuen Namen an die Spitze des Gesamtklassements: GetSpeed bereits auf Augenhöhe mit Black Falcon und HTP

(Motorsport-Total.com) - In der VLN-Saison 2018 hatte das Team GetSpeed vor allem mit Protesten auf sich aufmerksam gemacht, die bei der Konkurrenz nur noch für Kopfschütteln sorgten. So erfolgte zur Saison 2019 so etwas wie ein Neubeginn mit Mercedes-AMG in der Klasse SP9. Und das hat sich gelohnt: Schon im ersten Jahr gelang der erste Gesamtsieg des Teams in der VLN.

GetSpeeed-Mercedes

GetSpeed hat sich im Spitzenfeld auf der Nürburgring-Nordschleife etabliert Zoom

Adam Osieka hat selbst in der neuerdings auf den Namen Nürburgring Langstrecken-Serie hörenden Meisterschaft 23 Klassensiege geholt hat. Mit dem Schritt in die Königsklasse am Ring mit seinem Team hat er sich Zeit gelassen. Erst nach sechs Jahren ist GetSpeed aufgestiegen, als das Team die notwendige Manpower aufbringen konnte. Ganz nach dem Motto: Wenn schon, dann richtig.

Nach einer Saison mit Mercedes-AMG hat GetSpeed nun einen Gesamtsieg und eine Pole-Position zu Buche stehen. Auf der anderen Seite stehen auch zwei Chassis-Neuaufbauten in der Saison und ein abgebranntes Fahrzeug beim Saisonfinale.

Neben Erfolgen auch harte Rückschläge

Osieka zieht daher im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' ein zwiegespaltenes Fazit: "Natürlich sind wir erfreut über die Erfolge, trotz der vielen Niederlagen. Wir hatten zu viele Unfälle in dieser Saison Beim 24-Stunden-Rennen sind wir nach 22 Stunden wegen eines Pfennigartikels ausgeschieden."

"Danach hatten wir ein gutes Rennen, dann wieder Einschlag mit Totalschaden. Dann Platz drei, Platz zwei, Platz eins, Platz zwei - das liest sich natürlich wieder sehr gut. Der Motorschaden beim Finale war dann wieder Pech. Normalerweise sind die Motoren sehr verlässlich. Aber 'That's Racing'. Wir haben jetzt in einem Jahr alles Pech mitgenommen, was man sonst in drei Jahren so hat."

GetSpeed-Mercedes

GetSpeed brachte bis zu drei Mercedes-AMG in der VLN an den Start Zoom

Schicksalsgläubig ist er aber nicht. Für Osieka ist Erfolg die logische Konsequenz aus harter Arbeit. So verwundert es nicht, dass bei 42.000 Rennkilometern, die seine AMGs 2019 zusammen absolviert haben, auch mal etwas kaputt geht. Und letztlich lässt sich festhalten, dass es in der SP9-Klasse am Nürburgring eine neue gesamtsiegfähige Mannschaft gibt.

Osieka, der selbst im Interview stets unter Strom steht, hat intensiv darauf hingearbeitet. Seine Mannschaft hat er über Jahre hinweg aufgebaut. "Mir ging das alles viel zu langsam", betont er immer wieder.

Entdeckung des Jahres: Fabian Schiller

Nun misst er sich auf Augenhöhe mit den bekannten Teams Black Falcon und HTP Motorsport. Ob er damit gerechnet hat, schon im ersten Jahr auf das Niveau zu kommen? "Natürlich ist das schon irgendwo das Ziel gewesen. Man bereitet sich vor, macht Planungen und heuert die richtigen Leute an. Wir haben hart dafür gearbeitet und es würde uns ärgern, wenn es nicht so wäre."

Dazu hat er einen echten Nordschleifen-Star herangezüchtet: Fabian Schiller fuhr sich 2019 in die oberste Liga am Ring. Immer wieder führte er mit dem Pro-Am-AMG, den er sich mit John Shoffner und Janine Hill teilt, Rennen an. Als er dann einmal auf einem reinen Pro-Fahrzeug saß, holte er mit Dominik Baumann gleich den Sieg.

"Fabian ist damals schon bei uns Porsche-Cup gefahren", erinnert sich Osieka. "Ich habe sehr schnell erkannt, dass er ein überragendes Talent ist. Da habe ich ihn mir sofort gesichert und sukzessive aufgebaut."

Fabian Vettel, Philip Ellis, Luca Ludwig

Beim 24-Stunden-Rennen lief es nicht nach Plan Zoom

"Er hat maßgeblichen Anteil an unserem Erfolg. Für sein junges Alter ist er weit fortgeschritten." Vor allem schätzt er das technische Verständnis des 22-Jährigen. "Er kann sehr gut Fahrzeuge abstimmen."

"Es ist für mich wichtig, dass wir einen eigenen Fahrerkader haben. Natürlich freut es mich sehr, dass uns so ein eine Entdeckung gelungen ist. Deshalb werden wir an ihm festhalten und 2020 weitere Fahrer hinzufügen. Dann werden wir das Ganze noch einmal ausbauen."

Konkret plant GetSpeed 2020 bei den Langstreckenrennen am Nürburgring den Einsatz von drei GT3-Autos. "Für Janine Hill und John Shoffner setzen wir auch in diesem Jahr einen Mercedes-AMG GT3 ein. Darüber hinaus planen wir den Einsatz eines Fahrzeugs mit Profi-Rennfahrern und eines weiteren GT3 mit talentierten Junioren", so Osieka. "Zusätzlich zu den Rennen in der Nürburgring-Langstrecken-Serie gehen wir auch beim 24h-Rennen in unserer motorsportlichen Heimat an den Start."

Nur einer wird nicht mehr dabei sein: Er selbst. Schon 2019 kam Osieka kaum mehr zum Fahren. "Nur ein paar Mal bei Trainings oder Tests. Da blutet mir natürlich schon das Herz. Aber wir haben andere Prioritäten. Die Entwicklung des Unternehmens und die Betreuung unserer Kunden stehen an erster Stelle."

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