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Bier statt Boxentafel: BMW-Team erfindet ultimative Motivation

Da staunte der Fahrer nicht schlecht: Sein Teammanager hielt statt der üblichen Boxentafel ein Fass Bier für ihn heraus - Was es mit dieser Szene auf sich hat

(Motorsport-Total.com) - Für viele Beteiligte der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist es bereits das Bild des Jahres: Sebastian Schemmann, Teammanager des BMW-Teams MRC Race World, fand die ultimative Motivation für seinen Fahrer Sascha Korte, indem er ihm statt der üblichen Boxentafel ein Fass Bier entgegenstreckte.

Die einzige Information, die Korte in dieser Runde erhielt: 4,8 Prozent. Denn die Zeichen deuteten darauf hin, dass er an diesem Abend durstig bleiben würde. Doch tatsächlich: Die kuriose Aktion sorgte tatsächlich dafür, dass er sein Ziel erreichte.

Teammanager Schemmann erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com', was im Rahmen des 58. ADAC Reinoldus Langstreckenrennens über vier Stunden in seinem Team passiert ist: "Er hat das Bier am Freitag schon für die Crew und für sich für einen netten Abend mitgebracht. Wir sind aber am Freitag nicht mehr dazu gekommen, es zu trinken, weil wir noch am Auto zu tun hatten." Also fasste man den Plan, das Fass nach dem Rennen am Samstag aufzumachen.


Fotos: VLN: 58. Reinoldus Langstreckenrennen


Nun gab es plötzlich Bedingungen, denn Korte, der erst während der Saison zum Team gestoßen war, hatte ein Ziel: Mit dem seriennahen 218 PS starken BMW 325i E90 eine Zeit von unter zehn Minuten auf der 24,358 Kilometer langen Kombination aus der Sprintstrecke des Nürburgring-Grand-Prix-Kurses und der Nordschleife zu fahren.

Unter zehn Minuten, sonst kein Bier!

Und Schemmann verlieh ihm etwas zusätzliche Motivation: "Ich sagte ihm: 'Wenn du über zehn Minuten bist, kriegst du kein Bier nach dem Rennen, außer du zahlst drauf.' Bei unter zehn Minuten ist alles okay."

Als Korte zu seinem Stint im Rennen ins Auto stieg (er teilte sich den BMW #476 an diesem Tag mit Teambesitzer Carsten Meurer und Eric Petrich), lief es zunächst nicht gut. "Er war immer bei 10:02, 10:03 Minuten", erinnert sich Sebastian Schemmann. Das wurde ihm dann langsam zu viel, sodass er die Sache selbst in die Hand nahm.

"Deshalb bin dann an die Boxenmauer gegangen und habe das Bierfass rausgehalten. Vielleicht würde er es dann merken und endlich ein bisschen Gas geben", lacht er. Und tatsächlich: "Er hat es aus dem Auto gesehen und sich dann über Funk gemeldet: "Boah Schemmann, du Penner!'" Zeitgleich stand Zuschauer Daniel Bermel (Zu seinem Instagram-Account!) zufällig genau an der richtigen Stelle auf dem Dach des Boxengebäudes und drückte schnell den Auslöser. Die Szene war verewigt.

Carsten Meurer, Sascha Korte, Eric Petrich, BMW 325i

Der BMW 325i von MRC Race World, um den es ging Zoom

Und tatsächlich, die Maßnahme zeigte Wirkung. "Er hat es geschafft und ist eine Zeit von 9:57 Minuten gefahren", freut sich sein Teammanager über die gelungene Motivation. Das Team beendete den Lauf auf Klassenrang 14 von 26 gestarteten Fahrzeugen in der Klasse V4 (Serienwagen bis 2,5 Liter Hubraum). Doch darum ging es nicht: "Wir haben einfach eine Mordsgaudi gehabt!"

Breitensport am Ring im Wandel

Sascha Korte fährt eigentlich Youngtimer-Rennen und kennt daher die unverfängliche, familiäre Atmosphäre im Amateur-Motorsport. Die VLN Langstreckenmeisterschaft spricht ebenfalls Amateurfahrer an, hat sich aber im Laufe der Jahre zunehmend professionalisiert. Das Team MRC Race World ist noch eines der klassischen "Schrauber-Teams" am Nürburgring. Doch auch dieses Team möchte expandieren: "Der Plan ist, nächstes Jahr mit zwei oder sogar drei Autos anzutreten."

Natürlich entgeht es auch Sebastian Schemmann nicht, dass immer größere Teams mit Hospitalities ins Fahrerlager stoßen, die zahlenden Amateurfahrern ein Rundum-Sorglos-Paket zur Verfügung stellen, sich damit aber zunehmend entkoppeln: "Früher haben wir zwischen den LKWs noch gegrillt. Heute wird alles immer größer und damit steriler. Aber das ist er Lauf der Dinge." Er hat sich bereits vorgenommen: Selbst wenn sein Team in Zukunft größer aufschlagen wird, soll die ungezwungene Atmosphäre in seiner Mannschaft nicht weichen.

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