• 11.09.2025 09:39

  • von Roland Hildebrandt

IAA 1995: So toll war die Auto-Welt vor 30 Jahren

Anlässlich der IAA 2025 blicken wir auf die Neuheiten der IAA 1995 zurück: Darunter das Audi TT Concept, den BMW 5er E39 oder den VW Sharan

(Motorsport-Total.com/Motor1) - In Kürze öffnet die IAA Mobility 2025 in München ihre Tore. Vor 30 Jahren hätte niemand daran gedacht, dass diese Messe einmal umziehen wird. SUV ist noch kein Thema, China ist sehr weit weg. Autos aus Korea werden noch eher belächelt. Und Elektroautos sind ein Randthema in den Entwicklungsabteilungen der großen Hersteller.

Titel-Bild zur News: IAA Neuheiten 1995

IAA Neuheiten 1995 Zoom

Irgendwann zwischen dem 14. und dem 24. September 1995 nehmen wir voller Vorfreude den Zug oder das Auto, um zum Messegelände in Frankfurt/Main zu gelangen. In den Fachmagazinen haben wir bereits einiges über die Neuheiten der IAA 1995 gehört, teilweise gibt es schon erste Fahrberichte.

537 Aussteller werden 553 Modelle in 14 Hallen zeigen und rund 570.000 Besucher sich durch jene Hallen quetschen. Wir haben uns fest vorgenommen, viele Prospekte, Pins und Kugelschreiber mit nach Hause zu nehmen. Internet und Online? Davon haben wir bislang nur aus dem Fernsehen gehört, irgendetwas ist da in den USA im Gange.

Der Audi TT erblickt das Licht der Welt

Wir beginnen bei A wie Audi. Dort ist der neue A4 bereits seit gut einem Jahr auf dem Markt. Eine echte Überraschung ist in Frankfurt die Studie namens TT. Ihr besonderes Design zieht die Blicke auf sich. Man will die Reaktion des Publikums testen, vielleicht geht sie dann in Serie.


Fotostrecke: Rückblick: Die Neueheiten der IAA 1995

Das ist beim neuen 5er von BMW schon passiert. Intern heißt er E39, wie wir bereits wissen. Die rundliche Form der Limousine mit den Scheinwerfern hinter Glas folgt der Linie des im Vorjahr gezeigten neuen 7ers. Erste Fotos gibt es schon im Mai 1995 zu sehen. Wir staunen live über den noblen Innenraum mit den vielen Knöpfen und einem ersten kleinen Display für den Bordcomputer. Sechszylinder sind selbst an der Basis Pflicht, erst fünf Jahre später kommt der vierzylindrige 520d. Knapp 56.000 DM kostet der 520i anno 1995.

Auf 56.235 Mark bringt es der neue Mercedes E 200 mit 136-PS-Vierzylinder. An die Formgebung der Baureihe 210 müssen wir uns aber erst gewöhnen. Vier runde Scheinwerfer, die Karosserie ähnlich rundgelutscht. Welch ein Kontrast zum kantigen Vorgänger W 124. Und innen war das Holz früher irgendwie edler. Da wandern unsere Blicke lieber zum Facelift des Mercedes SL. Aber woher die über 122.000 DM für den 280er nehmen und nicht stehlen?

Eines der Highlights ist der Ferrari F50

Noch viel krasser und teurer ist der Ferrari F50. Nur 349 Exemplare, Stückpreis gut 750.000 Mark. Aber V12-Mittelmotor, 520 PS und 325 km/h Spitze. Damit mal nachts über die Autobahn düsen! Wir erwachen aus unserem Tagtraum und wandern weiter zu volkstümlicheren Autos. Eine moderne Überraschung ist der neue Lada 2110 aus Russland, beim Renault Sport Spider müssen wir ein wenig an das Audi TT Concept denken. Ob der Radikal-Renault auch noch mit richtiger Scheibe kommen wird?

Ferrari F50

Ferrari F50 Zoom

Deutlich ziviler zeigt sich bei den Franzosen der Nachfolger des Renault 19: Er heißt Megane mit Akzent auf dem ersten E. Apropos bürgerlich: Opel zeigt den Vectra B, erstmals gibt es in der Baureihe einen Kombi. Beim Blick auf den Calibra V6 müssen wir daran denken, wie gerne wir Tourenwagen-Rennen im Fernsehen schauen. Ähnlich flott sieht auch der neue MGF mit Mittelmotor aus. Es wirkt aber gemunkelt, dass es dem Rover-Konzern trotz des Einstiegs von BMW nicht gut geht.

Kooperationen sind 1995 in Mode: VW steigt mit dem Sharan ins Van-Segment ein. Er wird gemeinsam mit dem fast gleich aussehenden Ford Galaxy in Portugal gebaut. Im ehemaligen DAF-Werk in Holland wiederum baut Mitsubishi den entgegen seines Namens eher faden Carisma und dessen feineren Bruder Volvo S40. Alle vier stehen natürlich auf der IAA.

Opel mit Kleinstwagen-Studie Maxx

Peugeot stellt den neuen 406 ins Rampenlicht, Konzernschwester Citroën den Xantia als Break genannten Kombi. Ford verpasst dem Fiesta ein üppiges Facelift. Bei Fiat steht das Doppel Bravo und Brava.

Opel Maxx

Opel Maxx Zoom

Einige Hersteller machen sich Gedanken um das Thema Sparsamkeit: Toyota zeigt eine seriennahe Studie mit Hybrid namens Prius, Opel einen optimierten Corsa Eco3. Mit Features wie dem Verzicht auf den rechten Außenspiegel und den Heckscheibenwischer sowie Titan-Schrauben senkt man den Verbrauch auf etwa 3,4 Liter pro 100 km.

Überhaupt, die Zukunft. Der kommende Smart Fortwo wird immer konkreter, in Frankfurt gibt es 1995 einen ersten Blick in den Innenraum. Opel hält mit dem fast genauso kurzen Maxx dagegen. Beim Renault Initiale Concept und dem VW Noah rätseln wir jedoch noch bis zum Ausgang, was man uns damit sagen will.

Weitere Klassiker:
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