NASCAR-Revolution 2026: Der Chase kehrt mit neuem Punktesystem zurück
NASCAR hat das Meisterschaftsformat für die Saison 2026 bekanntgegeben - Die Amerikaner kehren mit Modifikationen zum "Chase" zurück
(Motorsport-Total.com) - Die NASCAR hat die Weichen für die Zukunft gestellt und das Meisterschaftsformat für die Saison 2026 sowie die darauffolgenden Jahre präsentiert. Dabei feiert der im Jahr 2004 eingeführte "Chase" seine Rückkehr, während das bisherige Playoff-Format mit seinen Eliminierungsrunden der Vergangenheit angehört.
© NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images
Neues Format: So wird NASCAR ab 2026 den Meister bestimmen Zoom
Allerdings handelt es sich nicht um eine bloße Wiederbelebung des alten Systems, sondern um eine modifizierte Variante mit neuen Mechanismen, die den Fokus wieder stärker auf die über die Saison gesammelten Punkte legt.
Eine der gravierendsten Änderungen betrifft die Bedeutung von Einzelsiegen in der 26 Rennen umfassenden Regular-Season. Ein Rennsieg qualifiziert einen Fahrer nicht mehr automatisch für die Endrunde, da das jahrelang praktizierte "Win and You're In"-Prinzip abgeschafft wird.
Punkte statt Siege
Stattdessen zählen für den Einzug in den Titelkampf lediglich die eingefahrenen Punkte. Um den Sieg dennoch aufzuwerten, erhält der Gewinner eines Rennens fortan deutlich mehr Zähler, nämlich 55 statt der bisherigen 40.
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NASCAR hat das Format für 2026 grundlegend verändert Zoom
Zwar bleiben die Stages als Rennsegmente bestehen und vergeben weiterhin zehn bis einen Punkt für die Gesamtwertung, doch die bisherigen Playoff-Punkte werden ersatzlos gestrichen, was das komplexe Mitnahme-System von Bonuspunkten beendet.
Das Teilnehmerfeld für den Titelkampf bleibt analog zum vorherigen Format bei 16 Piloten, die sich nun jedoch ausschließlich über die Punktetabelle qualifizieren. Die Startvoraussetzungen für die entscheidenden zehn Rennen wurden grundlegend überarbeitet und folgen einem gestaffelten System.
16 Teilnehmer dabei
Der Tabellensechzehnte der regulären Saison startet den Chase mit 2.000 Punkten, während die Startpunktzahl für die davor platzierten Fahrer in Fünfer-Schritten angehoben wird. So beginnt der Fünfzehnte mit 2.005 Zählern, während der Zweitplatzierte bereits ein Polster von 2.075 Punkten erhält.
Der Sieger der Regular-Season wird besonders belohnt und darf sogar mit 2.100 Punkten in den Chase starten, was ihm einen rechnerischen Vorsprung von 100 Punkten auf den Letztplatzierten der Endrunde verschafft.
Mit der Rückkehr zum Chase blickt die NASCAR auf eine bewegte Geschichte der Endrunde zurück, die 2004 als Reaktion auf Matt Kenseths dominante, aber siegarme Meisterschaftssaison begann. Außerdem wollte die Serie damals so besser gegen die quotenstarke NFL - American Football - in den USA bestehen.
Die Geschichte des Chase und der Playoffs
Startete der ursprüngliche "Chase for the Nextel Cup" noch mit einem simplen Punkte-Reset für die Top 10, um Spannung künstlich zu erzeugen, wurde das Feld ab 2007 auf zwölf Fahrer erweitert und Siege beim Punktereset stärker bonifiziert.
Um auch Pechvögeln eine Chance zu geben, experimentierte die Serie zwischen 2011 und 2013 mit Wild-Cards für Siegfahrer außerhalb der Top 10, bevor der "Spingate"-Skandal von Richmond eine Zäsur erzwang. Damals löste Clint Boywer für Michael Waltrip Racing kurz vor Rennende eine Gelbphase aus, um seinem Teamkollegen Martin Truex Jr. zu helfen. Außerdem ließ David Gilliland Joey Logano ziehen, um den Letzteren in den Chase zu verhelfen.
Die radikalste Phase der Format-Evolution folgte ab 2014 mit der Ära der Eliminierung, in der das Feld alle drei Rennen dezimiert wurde und im Finale vier Piloten in einem "Winner-takes-all"-Showdown gegeneinander antreten mussten.
Rückkehr zu den Wurzeln
Dieses System sorgte zwar für maximale Spannung und sogenannte "Game-7-Momente", stand jedoch oft wegen seiner Härte in der Kritik, da eine einzige schlechte Leistung beim Boxenstopp, ein Ausfall oder eine falsche Entscheidung im Finale eine ansonsten perfekte Saison zunichtemachen konnte.
Das neue Format für 2026 versucht nun, diese Fairness-Debatte zu beenden, indem es Eliminierungen abschafft und Konstanz über die letzten zehn Rennen wieder in den Mittelpunkt stellt.
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