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Charlotte-Dramen: Roval-Sieg für Chase Elliott - Playoff-Aus für vier Fahrer

Während Chase Elliott zweite Auflage eines NASCAR Cup-Rennens auf dem Roval in Charlotte gewinnt, scheidet vor allem Ryan Newman dramatisch aus Titelkampf aus

(Motorsport-Total.com) - Auf der Rundkurs-Oval-Kombination des Charlotte Motor Speedway, die unter der Bezeichnung "Roval" bekannt ist, fiel am Sonntag die Entscheidung, welche vier Piloten sich als erste aus dem Kampf um den Titel in der Monster Energy NASCAR Cup Series 2019 verabschieden müssen.

Chase Elliott

Chase Elliotts Sieg war schon dramatisch, geriet aber völlig zur Nebensache Zoom

Die 109 Runden auf dem Roval sahen sage und schreibe zehn Gelbphasen und wie schon beim Debüt vor einem Jahr jede Menge Dramatik. Gewonnen wurde die zweite Auflage des Bank of America Roval 400 von Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet). Und obwohl es für ihn ein erstaunliches Comeback nach in Führung liegend passiertem Abflug war, geriet das völlig zur Nebensache.

Denn die Dramatik um den Playoff-Einzug zog sich mit mehreren Wendungen durch das gesamte Rennen und gipfelte schließlich darin, dass die Entscheidung über den Einzug in die "Round of 12" um einen einzigen Punkt fiel.


Fotostrecke: Der aktuelle Playoff-Stand im NASCAR Cup 2019

Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet), für den das Wochenende und auch das Rennen selbst denkbar schlecht begonnen hatten, schaffte es tatsächlich, Ryan Newman (Roush-Ford) im Kampf um den zwölften und letzten Platz für die nächste Playoff-Stufe gerade so noch zu schlagen.


Fotos: NASCAR 2019: Charlotte Roval


Gleichzeitig brachte dieses letzte Rennen der "Round of 16" für vier Piloten das Ausscheiden aus den Playoffs. Neben Ryan Newman, der um einen Punkt scheiterte, sind auch Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford), Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet) und Erik Jones (Gibbs-Toyota) im Kampf um den diesjährigen Titel in der NASCAR-Topliga ab sofort außen vor.

Newman und Almirola lagen beim Start des Rennens virtuell noch in den Top 12 der Playoff-Tabelle, im Ziel nicht mehr. Im Gegenzug ist neben Alex Bowman auch Clint Bowyer noch in die Top 12 der Tabelle vorgestoßen und damit in die "Round of 12" der Playoffs eingezogen.

Stage 1: Chaos zu Beginn und am Ende - Larson unter Gelb vorn

Von der Pole-Position startete zum bereits fünften Mal in dieser Saison William Byron (Hendrick-Chevrolet). Neben ihm wäre eigentlich Hendrick-Teamkollege Alex Bowman losgefahren. Der aber hatte seinen #88 Chevrolet bei einem Crash in der letzten Minute des Abschlusstrainings am Samstag zerlegt. Mit dem Ersatzauto musste Bowman, der wie Polesetter Byron um den Playoff-Einzug zittern musste, von hinten starten - und das ging schief.

Im Bemühen, gleich in der ersten Runde möglichst viele Plätze gutzumachen, vertat sich Bowman beim Anbremsen der Schikane auf der Gegengerade. Er drehte sich mitten im Feld. Martin Truex Jr, der nach einem Motorwechsel an seinem Gibbs-Toyota ebenfalls von hinten hatte starten müssen, wich aus. Weil er dabei die Schikane ausließ, musste er anhalten und verlor weitere Zeit.

Truex' Trost aber: Da er die ersten beiden Rennen dieser ersten Playoff-Stufe gewonnen hat, war er längst sicher für die "Round of 12" qualifiziert. Bowman hingegen, der nach seinem Dreher, anschließendem Boxenstopp und Durchfahrtsstrafe endgültig Letzter im Feld war, sah seine Playoff-Felle bedenklich davonschwimmen. Doch es sollte anders kommen.

Eine Gelbphase gab es trotz der turbulenten ersten Rennrunde zunächst nicht. An der Spitze diktierte Byron das Tempo vor Hendrick-Teamkollege Jimmie Johnson. Die erste Gelbphase gab es in der 20. Runde des auf 25 Runden angesetzten ersten Rennsegments (Stage 1). Grund war ein Dreher von Ryan Preece (JTG-Chevrolet) in der Schikane auf der Gegengerade. Zahlreiche - aber nicht alle - Piloten kamen zum Reifenwechsel an die Box.

Beim ersten Restart ging es schief. Während Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) außen herum in Kurve 1 am bisherigen Spitzenreiter Byron vorbeizog, wurde Jimmie Johnson als einer der frisch bereiften Piloten von Chris Buescher (JTG-Chevrolet) umgedreht. Buescher wiederum hatte von Playoff-Teilnehmer Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet) einen Schlag bekommen. Es gab eine Kettenreaktion, im Zuge derer allen voran drei andere Playoff-Piloten in arge Bedrängnis kamen.

Alex Bowman und Erik Jones (Gibbs-Toyota) drehten sich wie Johnson. Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) musste dabei zurücksetzen und verlor ebenfalls viele Positionen. Für Jones war es das Aus im Rennen und damit auch das Aus in den Playoffs.

Für den Rest des Feldes ging das erste von drei Rennsegmenten unter Gelb zu Ende. Kyle Larson holte sich den Stage-1-Sieg. Ihm folgten William Byron und Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford). Für alle drei waren es wichtige Bonuspunkte, da alle drei noch alles andere als sicher in der zweiten Playoff-Stufe standen. Am Ende sollte es für alle drei reichen.

Indes hatten die Penske-Piloten Joey Logano und Brad Keselowski mit P4 und P6 in Stage 1 und auch Denny Hamlin trotz Verwicklung in das Chaos beim Restart in Summe schon ausreichend Punkte angesammelt, um den Einzug in die "Round of 12" vorzeitig im Rennen zu fixieren.

Sogar schon vor dem Start des Rennens waren neben Martin Truex Jr. auch Kevin Harvick und Kyle Busch sicher für die "Round of 12" qualifiziert. Somit stand nach Stage 1 bereits die Hälfte der zwölf im Titelkampf verbleibenden Piloten fest. Dahinter aber blieb es spannend.

Stage 2: Larson bestraft - Elliott vorn

Weil die Führungsgruppe aus Stage 1 das zweite Rennsegment mit ihrem ersten Boxenstopp begann (den man unter Gelb einlegte) wurde die Reihenfolge durchgemischt. Dies galt umso mehr, weil sich Stage-1-Sieger Kyle Larson eine unglückliche Strafe einfing.

Das Reinigen des Grills am #42 Chevrolet wurde unbeabsichtigt nicht vollständig innerhalb des markierten Boxenplatzes vollzogen. Der betreffende Mechaniker kam beim Beschleunigen von Larsons Auto zu Fall. Die Strafe resultierte in einem zwischenzeitlichen Rundenrückstand und so hatte Larson jede Menge Arbeit, um das Weiterkommen in den Playoffs abzusichern. Dies sollte ihm letztlich aber gelingen.


NASCAR 2019: Charlotte Roval

Die Highlights von Rennen 29 der NASCAR-Saison 2019, dem Bank of America Roval 400 auf dem Rundkurs des Charlotte Motor Speedway!

Joey Logano führte das Feld zum Restart, der den Rennbetrieb in Stage 2 eröffnete. Der Penske-Pilot konnte es aufgrund seines vorzeitigen Einzugs in die "Round of 12" ab sofort ruhig angehen lassen. Dies galt noch nicht für Chase Elliott, der Logano kurz nach dem Restart auf P1 im Rennen ablöste.

Nach gut 40 Runden im Rennen (15 Runden in Stage 2) gab es wieder Gelb - und wieder war Alex Bowman involviert. Diesmal hatte der Playoff-Wackelkandidat ausgangs der Schikane auf der Gegengerade eine Kollision mit Darrell Wallace (Petty-Chevrolet). "Bubba" drehte sich dabei in die Außenmauer. Bowman kam ungeschoren davon. Kyle Larson durfte sich zurückrunden.

Weil es in der Spitzengruppe wieder vorgezogene Boxenstopps gab, führte Clint Bowyer das Feld in die letzten Runden von Stage 2. Kurz darauf aber nahm ihm Brad Keselowski die Führung ab, denn Bowyer hatte mit einem Verbremser in Kurve 3 eine unfreiwillige Einladung für den Führungswechsel ausgesprochen.

Aber auch Keselowski konnte sich nicht lange ganz vorn halten. In der vorletzten Runde dieses Rennsegments wurde er im Infield von Chase Elliott überholt. Nach insgesamt 50 Rennrunden ging Stage 2 mit Elliott vor Keselowski und Bowyer zu Ende. Damit hatte auch Elliott sein Ticket für die "Round of 12" der Playoffs schon vor Rennende sicher.

Stage 3: Elliott versenkt Führung im Reifenstapel

Der Großteil des Feldes verzichtete in der zweiten Stage-Caution auf einen Boxenstopp. Allen voran Clint Bowyer aber kam herein. Damit lag er zu diesem Zeitpunkt plötzlich wieder außerhalb der Top 12 der Playoff-Tabelle - trotz zweimal P3 in den Stages.

Eingangs des letzten Rennsegments führte Chase Elliott das Feld vor Brad Keselowski an. Ein Dreher von Daniel Hemric (Childress-Chevrolet) im überhöhten Turn 3 des Oval-Teils der Strecke sorgte abermals für Gelb. Und beim daran anschließenden Restart vertat sich der Spitzenreiter. Chase Elliott verbremste sich in Kurve 1 und rutschte geradeaus in die Reifenstapel. Glücklicherweise wurde kein anderer verwickelt.

Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) übernahm bei Elliotts Abflug kampflos die Führung und führte das Feld beim nächsten Restart, der zumindest in den ersten zwei Kurven reibungslos lief, an. In Kurve 3 aber geriet Kyle Busch in den Top 10 fahrend mit einem Reifenschaden auf Abwege.

Damit verpasste Kyle Busch letztlich die Chance, auch das Roval in Charlotte - sein letzter weißer Fleck auf der NASCAR-Landkarte - noch mit einem Sieg einzufärben. Auf allen anderen Strecken im aktuellen Kalender der NASCAR-Topliga hat er mindestens einmal gewonnen.

"Roush-Gelbphase" hilft Newman nicht

Die Spitzengruppe kam ab 35 Runden vor Schluss zum Boxenstopp - diesmal unter Grün. An der Reihenfolge ganz vorn änderte sich nichts. Harvick führte die Meute auch nach dem Stopp an. 20 Runden vor Schluss vertat sich Ricky Stenhouse (Roush-Ford) in der Schikane auf der Gegengerade und es gab nochmals Gelb. Diese spielte nicht zuletzt seinem Roush-Teamkollegen Ryan Newman in die Karten.

Denn nachdem er in den Top 12 der Playoff-Tabelle liegend ins Rennen gegangen war, fand sich Newman in der Schlussphase plötzlich deutlich außerhalb wieder und lief damit Gefahr, den Einzug in die "Round of 12" zu verpassen. In den ersten beiden Stages war Newman ohne Top-10-Platzierung und somit ohne Bonuspunkte geblieben.

In der von Stenhouse ausgelösten Gelbphase kam der Großteil des Feldes noch einmal an die Box. Dazu gehörte aber auch Newman. Und eben dieser kam nach dem Stopp denkbar schlecht in die Gänge. Er verlor noch in der Boxengasse zahlreiche Positionen und hatte somit nicht mehr viel vom vermeintlichen Glücksgriff, den ihm Stenhouse beschert hatte. Geschlagen war Newman aber noch nicht.

Harvick führte auch diesen Restart an. Eine Runde später aber ging es abermals schief. Der schon seit Stage 1 sicher für die "Round of 12" qualifizierte Denny Hamlin drehte sich im kurvenreichen Infield nach Berührung mit Austin Dillon (Childress-Chevrolet). Und in der Kettenreaktion drehte sich auch Newman, der damit seine Chancen auf das Weiterkommen in den Playoffs noch weiter schwinden sah. Geschlagen war er aber noch immer nicht.

Beim nächsten Restart an der Spitze des gleiche Bild: Harvick lag vorn. Dahinter ging für ein paar Runden alles gut. Dann aber sorgte Daniel Suarez (Stewart/Haas-Ford) mit einem Dreher für Gelb. Beim Restart gab abermals Harvick das Tempo vor. Doch wieder ging es nicht lange gut.

In diesem Fall drehte sich der schon so gut wie sicher aus den Playoffs ausgeschiedene Kurt Busch zusammen mit Chris Buescher eingangs des Oval-Teils der Strecke. Und auch Ryan Newman trug dabei Beschädigungen an der Front seines Roush-Ford davon. Geschlagen war er aber immer noch nicht.

Elliott holt sich Führung zurück - Bowman doch in der "Round of 12"

Nach einer ganz kurzen Rotphase aufgrund von Flüssigkeit eingangs des Oval-Teils wurde der letzte Restart mit noch sechs Runden auf der Uhr in Angriff genommen. Harvick führte erneut. Im Gegensatz zu einer ganzen Reihe vorheriger Restarts, bei denen jeweils Martin Truex Jr. die zweite Position gehalten hatte, war es nun aber Chase Elliott, der die zweite Position übernahm.

Und noch vor Ende der Runde ging Elliott in der Schikane bei Start/Ziel auch an Harvick vorbei. Damit holte er sich seine durch den eigenen Abflug weggeschmissene Führung zurück. Im Rücken von Elliott aber zog mit frischeren Reifen auch Alex Bowman noch an Harvick vorbei. Während Elliott seinen dritten Saisonsieg einfuhr, wurde Bowman noch Zweiter vor Kevin Harvick.

Und mit diesem zweiten Platz im Rennen hat Bowman beim gleichzeitigen 32. Platz für Ryan Newman eben diesen im Kampf um den zwölften Playoff-Platz um einen einzigen Punkt geschlagen. Der zweite Platz im Rennen allein hätte Bowman dazu aber nicht genügt.

Playoffs: Newman, Almirola, Kurt Busch & Jones raus

Im Gegenzug zu Bowman hat Newman das Weiterkommen in den Playoffs um einen Punkt verpasst. Drei Runden vor Schluss des Rennens war die Situation noch umgekehrt gewesen. Newman stand virtuell mit einem Punkt Vorsprung auf Bowman in der "Round of 12".

Dann aber kürzte Newman im Zweikampf mit Aric Almirola die Schikane auf der Gegengerade ab. Es gab eine Durchfahrtsstrafe und die warf ihn letzten Endes auf den 32. Platz im Rennen zurück - ein Platz zu weit, um Bowman in der Tabelle hinter sich zu halten.

Das Weiterkommen in den Playoffs ist Bowman letztlich knapp gelungen, obwohl er nach seinem Crash vom Samstag ins Ersatzauto wechseln und von hinten starten musste, obwohl er sich in der ersten Runde gedreht hat und obwohl er beim ersten Restart in einen Dreher gezwungen wurde.

Im Zuge der finalen Dramatik um Alex Bowman und Ryan Newman kamen Kyle Larson (13.), Ryan Blaney (8.), William Byron (6.) und Clint Bowyer (4.) am Ende vergleichsweise sicher in den Playoffs weiter. Neben Newman haben Aric Almirola (14.), Kurt Busch (20.) und der früh ausgefallene Erik Jones den Einzug in die "Round of 12" der Playoffs verpasst.

Für Jones freilich war das Weiterkommen nach seiner nachträglichen Disqualifikation vom vergangenen Wochenende ohnehin eine fast aussichtslose Angelegenheit. Realistisch betrachtet hätte der Gibbs-Pilot nur mit Sieg auf dem Roval noch vorstoßen können.

Die "Round of 12" der Playoffs umfasst wie schon die "Round of 16" wieder drei Rennen. Den Auftakt dieser zweiten Playoff-Stufe bildet am kommenden Sonntag (6. Oktober) das Rennen auf der "Monster Mile" in Dover. Anschließend stehen noch die Rennen am 13. Oktober auf dem Talladega Superspeedway und am 20. Oktober auf dem Kansas Speedway auf dem Plan.

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