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"Wir kämpfen um nichts": Acosta trotz WM-Platz vier mit kritischen Worten
Pedro Acosta überzeugt im Valencia-Sprint - Über die Renndistanz fehlt der KTM der entscheidende Grip - Seine Bewertung der Saison fällt auch kritisch aus
(Motorsport-Total.com) - KTM-Speerspitze Pedro Acosta hat seine zweite MotoGP-Saison als WM-Vierter abgeschlossen. Beim Saisonfinale in Valencia glänzte der Spanier vor allem wieder im Sprint. Mit einem sehr guten Start katapultierte er sich aus der zweiten Reihe auf Platz zwei und konnte diese Position bis ins Ziel verteidigen.
© AFP
Mit seiner Saison ist Pedro Acosta nicht restlos zufrieden Zoom
"Das war ziemlich beeindruckend. Big balls", beschreibt Acosta seine Manöver in den ersten beiden Kurven. "Es war klar, dass die einzige Strategie darin bestand, vom Start weg anzugreifen. Danach wurde alles einfacher, weil ich nur noch Alex [Marquez] folgen musste."
"Es stimmt, dass mir auf dem Weg zu Kurve 8 ein kleiner Fehler unterlief. Ich habe vorne blockiert und bin weit gegangen. Dadurch entstand diese Lücke, und es war ziemlich schwierig, wieder ranzukommen, weil wir mit dem Soft-Reifen ein sehr ähnliches Tempo hatten."
Zum siebten Mal schaffte es Acosta im Sprint in die Top 3. In den letzten vier Sprints der Saison holte er sich am Samstag immer eine Medaille ab. Aber im Grand Prix über die doppelte Distanz klappte es nicht mit einem weiteren Podestplatz.
Schon der Start war nicht so gut, denn Acosta kam nur als Fünfter aus der ersten Runde zurück. "Der Start war ein Chaos", ärgert sich der Spanier. "Zunächst deaktivierte sich das Holeshot-System nicht. Dann habe ich alles versucht, um alles zu lösen. Das war schade."
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Fabio Di Giannantonio konnte der KTM-Fahrer in der Schlussphase nicht halten Zoom
"Di Giannantonio war einfach besser als im Sprint. Ich kam als Vierter zur Bremszone, im Sprint als Dritter. Aber dann, keine Ahnung warum, hat das Motorrad in Kurve 2 das hintere System abgesenkt. Dann musste ich es in Kurve 4 wieder deaktivieren."
"Dann hat mich Raul überholt und es war etwas chaotisch." Trotzdem arbeitete sich Acosta nach vorn und war in der vierten Runde vor Fabio Di Giannantonio Vierter. In der 20. Runde überholte er Alex Marquez für Platz drei.
KTM-CEO Gottfried Neumeister war in Valencia
In der KTM-Box wurde sein Überholmanöver von KTM-CEO Gottfried Neumeister, von Motorsportchef Pit Beirer und von Heinz Kinigadner bejubelt. Doch in der vorletzten Runde überholte Di Giannantonio Acosta und es wurde Platz vier.
"Die Reifennutzung ist am Ende unser Hauptthema, aber wir geben unser Bestes", äußert sich Acosta ähnlich wie in den vergangenen Wochen. "Wir wissen, dass die anderen Hersteller sich ständig verbessern, und wir kämpfen sehr damit, sonntags wirklich auf den Punkt zu kommen."
"Unser Grundproblem ist, dass unser Gripniveau von Beginn an niedriger ist als das unserer Konkurrenten. Und am Rennende ist es ungefähr dasselbe: Wir müssen die Reifen vielleicht etwas mehr managen, aber im Grunde ist es gar nicht so schlecht."
© KTM/Rob Gray (Polarity Photo)
Gottfried Neumeister besuchte das Saisonfinale in Valencia Zoom
"Das Problem ist eher, dass wir zu Beginn eines Rennens kaum schnell sind, weil uns viel Hinterradgrip fehlt. Es sieht so aus, als würden am Dienstag beim Test ein paar bessere Dinge kommen - also Daumen drücken."
Acosta war im Herbst eindeutig der schnellste KTM-Fahrer. Im Qualifying hat er überhaupt noch eine weiße Weste. Denn im Vorjahr hatte er bei Tech3 alle Teamkollegen im Griff, genauso wie in diesem Jahr Brad Binder. Acostas Qualifying-Bilanz steht bei 42:0 für ihn.
Wie Acosta seine Saison bewertet
Ist er schlussendlich mit WM-Platz vier zufrieden? "Wenn man bedenkt, wie ich die Saison begonnen habe, dann ist es kein schlechtes Comeback. Sehr konstante Top-5-Ergebnisse. Aber es fehlt viel."
"Ich bin hierhergekommen mit dem Traum, um den WM-Titel zu kämpfen, und das haben wir am Ende nicht erreicht. Es stimmt, wir haben ein wirklich gutes Ergebnis und große Konstanz gehabt, aber es reicht nicht."
© Getty Images Europe
In den Sprints war Acostas Podestausbeute besser als in den Grands Prix Zoom
Auf die Frage, welche Note er dieser Saison auf einer Skala von eins bis zehn geben würde, antwortet Acosta: "Fünf. Wir haben uns verbessert, aber wir haben um nichts gekämpft. Ich meine es ganz klar: Als ich für KTM unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will - und wofür haben wir gekämpft? Für nichts."
Die Herstellerwertung beendete KTM 46 Punkte hinter Aprilia auf Rang drei. Der österreichischen Marke gelang in dieser Saison kein Sieg. Acosta eroberte im Grand Prix drei zweite und zwei dritte Plätze. Tech3-Fahrer Enea Bastianini war einmal Dritter.

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