VR46-Liste: Wer 2026 zur Akademie von Valentino Rossi gehört

Von MotoGP-Weltmeistern bis zu Nachwuchstalenten: Die VR46-Akademie geht 2026 mit neun Fahrern an den Start - Ein Überblick über Valentino Rossis Erfolgsprojekt

(Motorsport-Total.com) - Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 ist die VR46-Fahrerakademie ein fester Bestandteil der Nachwuchsarbeit im internationalen Motorradsport. Unter der Führung von Valentino Rossi verfolgt das Projekt bis heute ein klares Ziel.

Titel-Bild zur News: VR46-Fahrerakademie 2026

Valentino Rossi und die Fahrer der VR46-Akademie 2026 Zoom

Junge italienische Talente sollen professionell ausgebildet und langfristig auf dem Weg bis in die Motorrad-Weltmeisterschaft begleitet werden. Für die Saison 2026 umfasst die Akademie insgesamt neun Fahrer, vom MotoGP-Star bis zum Nachwuchstalent.

Eine Erfolgsgeschichte aus Tavullia

Die Ursprünge der VR46-Fahrerakadmie reichen bis in die enge Freundschaft zwischen Valentino Rossi und dem 2011 tödlich verunglückten Marco Simoncelli zurück.

Schon ab 2006 ließ Rossi seinen jungen Freund an seinen Trainings teilhaben und gab sein Wissen weiter. Aus diesem Geist entstand später die Idee, eine strukturierte Nachwuchsplattform zu schaffen. Offiziell gegründet wurde die Academy 2014, zeitgleich mit dem WM-Einstieg von Franco Morbidelli.

In Tavullia entstand ein komplettes Trainings-Ökosystem: die berühmte "Ranch"-Dirttrack für Trainingsrennen, ergänzt durch Unterkünfte, Fitnessräume, medizinische Betreuung und professionelles Management - alles, was das Fahrerherz begehrt.

Heute zählt die VR46-Fahrerakademie zu den einflussreichsten Talentschmieden im Motorradsport mit vier Weltmeistertiteln und insgesamt 81 Grand-Prix-Siegen.

Die Fahrer der VR46-Akademie

Francesco Bagnaia
Francesco "Pecco" Bagnaia ist das Aushängeschild der Akademie. Der Turiner war der erste VR46-Fahrer, der MotoGP-Weltmeister wurde, und gilt als Paradebeispiel der Ausbildung in Rossis Nachwuchsschmiede. Kurz vor seinem 29. Geburtstag ist Bagnaia dreimaliger Weltmeister, davon zweimal in der Königsklasse.

Sein Weg führte 2014 zunächst ins VR46-Team in der Moto3, anschließend zu Mahindra, ehe er in der Moto2 erneut für Rossi antrat und dort den Titel holte. Trotz weiterer wichtiger Mentoren wie Jorge Martinez betont Bagnaia immer wieder den Einfluss der Akademie, insbesondere die Vielfalt und Qualität der gemeinsamen Trainings.


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Francesco Bagnaia

Franco Morbidelli
Franco Morbidelli, in Rom geboren und seit seiner Jugend in Tavullia zuhause, gehörte 2014 zur allerersten Generation der VR46-Fahrerakademie. Nach dem frühen Tod seines Vaters nahm Rossi den damals 19-Jährigen unter seine persönliche Obhut - eine Beziehung, die bis heute von großer Nähe geprägt ist.

Morbidelli wurde 2017 Moto2-Weltmeister und war damit das erste Mitglied der Akadmie mit einem Titel in der Motorrad-WM. 2018 folgte der Aufstieg in die MotoGP, 2020 sein erster Sieg in der Königsklasse. Heute ist der 31-Jährige seit der Saison 2025 Teil VR46-Ducati, dem MotoGP-Team von Rossi.


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Franco Morbidelli

Luca Marini
Luca Marini, Halbbruder von Rossi, zählt ebenfalls zu den prägenden Figuren der Akademie. Der 28-Jährige fuhr ab 2018 für das VR46-Team in der Moto2, wurde 2020 Vizeweltmeister und stieg 2021 in die MotoGP auf und fuhr erneut für VR46.

Ende 2023 trennte er sich trotz mehrerer Podestplätze jedoch von dieser Struktur, blieb der Akademie aber eng verbunden. Inzwischen ist Marini Werksfahrer bei Honda.


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Luca Marini

Marco Bezzecchi
Marco Bezzecchi kam 2015 zur VR46-Fahrerakademie und beschreibt sie selbst mit drei Worten: Freundschaft, Unterstützung, Motivation. Besonders entscheidend war die Akademie für seine Karriere nach einer äußerst schwierigen Saison bei Tech3, als ihn VR46 ins eigene Moto2-Team aufnahm - ein Wendepunkt.

Bezzecchi kämpfte um den Moto2-Titel, stieg anschließend in die MotoGP auf und wurde 2022 bester Rookie. Auf der Satelliten-Ducati folgten Podestplätze und Siege.

Trotz Angeboten blieb er VR46 zunächst treu, bevor er 2025 den Schritt ins Aprilia-Werksteam wagte. 2025 absolvierte er seine bisher beste MotoGP-Saison und wurde WM-Dritter. Vor der neuen Saison zählt Bezzecchi zu den stärksten Fahrern.


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Celestino Vietti
Celestino Vietti ist seit 2015 Teil der Akademie. Seine Karriere begann in der italienischen Meisterschaft, führte über die spanische Meisterschaft schließlich in die Weltmeisterschaft, wo er bis 2022 für das Team von Valentino Rossi fuhr.

Vietti gewann Rennen in Moto3 und Moto2, konnte seine ambitionierten Ziele bislang jedoch häufig nicht umsetzen, meist aufgrund fehlender Konstanz über die gesamte Saison.

Andrea Migno
Andrea Migno gehörte zur ersten Generation der VR46-Fahrerakademie. Nach Stationen im Red Bull Rookies Cup und in der spanischen Meistertschaft fuhr er lange Zeit in der Moto3 und war über Jahre hinweg eine feste Größe im VR46-Team.

Trotz großer Wertschätzung blieb ihm oft das Rennglück verwehrt. Heute ist Migno kein aktiver Fahrer mehr, sondern arbeitet als Coach und Analyst im Umfeld der Akademie.

Matteo Gabarrini
Matteo Gabarrini, Sohn von Star-Ingenieur Cristian Gabarrini (arbeitete mit Francesco Bagnaia, Casey Stoner, Jorge Lorenzo), wurde 2009 geboren und stieß 2024 zur Akademie.

Nach Einsätzen in der italienischen Meisterschaft absolvierte er 2025 seine erste komplette Saison im FIM JuniorGP. Dort belegte der 16-jährige Nachwuchsfahrer Rang zwölf der Gesamtwertung und sicherte sich eine Poleposition in Magny-Cours.

Lorenzo Pritelli
Lorenzo Pritelli trat 2025 im Alter von nur 15 Jahren der VR46-Fahrerakademie bei. Im selben Jahr gewann er die italienische Pre-Moto3-Meisterschaft. Zudem nahm er an den letzten Läufen des JuniorGP teil. 2023 wurde er Zweiter der MiniGP World Series.

Leonardo Casadei
Leonardo Casadei ist das jüngste Mitglied der Akademie. Der 2011 geborene Italiener fuhr 2025 in der ESBK Talent, einer Nachwuchsklasse der spanischen Superbike-Meisterschaft, und beendete die Saison auf Rang elf der Gesamtwertung. Zusätzlich sammelte er Erfahrung mit einem Wildcard-Einsatz im JuniorGP.

Mit einer einzigartigen Mischung aus etablierten MotoGP-Siegern, erfahrenen WM-Fahrern und vielversprechenden Nachwuchstalenten bleibt die VR46-Fahrerakdemie auch 2026 eine der wichtigsten Ausbildungsstätten im internationalen Motorradsport und ein zentraler Pfeiler im Vermächtnis von Valentino Rossi.