Vinales vor MotoGP-Comeback: Wie fit ist der Tech3-Pilot zum Finale?

Nach seiner Schulterverletzung kehrt Maverick Vinales zum MotoGP-Finale in Valencia zurück - Fast vollständig genesen verrät er, was ihm noch Probleme macht

(Motorsport-Total.com) - Nach mehreren verpassten Rennwochenenden aufgrund einer Schulterverletzung, die er sich bereits am Sachsenring zugezogen hatte, meldet sich Maverick Vinales beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia zurück. Der Tech3-Pilot fühlt sich nach eigener Aussage deutlich erholt, wenn auch noch nicht bei 100 Prozent.

Titel-Bild zur News: Maverick Vinales

Maverick Vinales greift zum ersten Mal seit Mandalika wieder ins Geschehen ein Zoom

"Mir geht es offensichtlich viel besser als beim letzten Rennen in Mandalika", erklärt Vinales am Donnerstag. "Ich hatte genug Zeit, um mich zu entspannen und zu regenerieren. Natürlich bin ich noch nicht bei 100 Prozent, aber nicht weit entfernt."

Der Spanier habe zuletzt viel mit kleineren Motorrädern trainiert, um seine Form zu testen. "Ich habe Referenzen von der 600er und der 1000er, und da war ich konkurrenzfähig, was die Rundenzeiten betrifft. Deshalb fühle ich mich bereit für dieses Rennen. Natürlich muss ich noch sehen, wie mein Level auf dem MotoGP-Bike ist. Die Leistung ist eine ganz andere, aber es war auf jeden Fall eine Verbesserung."

Die größte Herausforderung bleibe nach eigenen Worten die vollständige Erholung der Sehnen. "Die brauchen einfach noch etwas mehr Zeit, um sich an die ungewöhnlichen Positionen zu gewöhnen, die wir auf dem MotoGP-Bike einnehmen."


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"Im normalen Alltag fühle ich mich völlig erholt, aber auf dem Motorrad gibt es noch Bewegungen, bei denen die Sehnen sagen: 'Ich brauche ein bisschen mehr Zeit.' Doch es ist schon viel besser als vorher", bekräftigt der 30-Jährige. Zu Hause zu sitzen, während er sich eigentlich gesund fühlte, sei daher frustrierend gewesen.

"Im normalen Leben ist alles okay, aber beim Fahren merke ich eben noch, dass es Bereiche gibt, in denen ich mich verbessern muss. Doch wir sind nah dran. Jede Woche gewinne ich mehr Kraft, und das ist das Zeichen, das wir gebraucht haben."

Warum er Portimao noch ausgelassen hat

Die Rückkehr in Valencia sei für ihn vor allem sportlich motiviert gewesen. "Ich wollte hier beim letzten Rennen unbedingt wieder auf dem Bike sitzen. Ich fühle, dass ich meinen Flow und meine Geschwindigkeit zurückgewonnen habe, und ich wollte sehen, ob das auch auf dem MotoGP-Bike der Fall ist", so Vinales.

Ein früheres Comeback in Portimao habe man bewusst vermieden: "Wir dachten kurz darüber nach, dort zu starten, aber zwei Rennwochenenden hintereinander wären vielleicht zu viel Stress gewesen. Also haben wir uns entschieden, alle Energie auf Valencia und den anschließenden Test hier zu konzentrieren."

In der Reha habe er vor allem an Kraft und Beweglichkeit gearbeitet. "Aber die Beweglichkeit ist noch nicht ganz bei 100 Prozent. Es ist schwierig, Kraft aufzubauen, wenn man die Bewegung nicht perfekt ausführen kann. Daran arbeiten wir intensiv, und es wird besser." Einschränkungen auf dem Motorrad habe er aber keine mehr: "Nicht mehr, nein. Auf den Trainingsbikes kann ich mich wieder natürlich bewegen."

"Nur beim harten Anbremsen spüre ich manchmal noch etwas im Schulterbereich, aber mit Adrenalin wird das kaum eine Rolle spielen", bleibt Vinales zuversichtlich.

Vinales lobt Ersatzpilot Pol Espargaro

Durch die verletzungsbedingte Pause habe er auch an Muskelmasse verloren. "Ich konnte nicht mit schweren Gewichten trainieren, also musste ich sanfter arbeiten. Während der Saison wog ich etwa 67 Kilo, nach der Verletzung nur noch 62 bis 63."

"Inzwischen bin ich wieder bei 63, 64 Kilo. Ich fühle mich gut, das sollte also kein Nachteil sein. Das größte Problem war der Schmerz in Mandalika - bei jedem Richtungswechsel. Der Schmerz hat die Muskeln gehemmt, ich wollte beschleunigen, aber es passierte nichts. Das ist jetzt der größte Unterschied zu jetzt."


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Auch Unterstützung aus dem Red Bull Performance Center in Österreich habe ihm geholfen bei der Regeneration geholfen. "Sie haben Tests, mit denen sie nicht nur die Kraft, sondern auch die neuronale Verbindung messen können. Das war sehr wichtig. Manche Muskeln waren zu angespannt und haben andere blockiert."

"Wir haben daran gearbeitet, und jetzt bin ich viel schneller in der Reaktion, besonders auf der linken Seite. Vorher war da fast keine Verbindung, ich dachte 'Los!', aber der Muskel reagierte nicht. Jetzt funktioniert das wieder", erklärt der Tech3-Pilot.

Lobende Worte fand Vinales zudem für Pol Espargaro, der ihn während seiner Verletzung vertreten hat: "Er hat wirklich gut gearbeitet und sich auch um meine Crew gekümmert. Er hat sich wirklich gut geschlagen. Portimao war für ihn sicher schwierig, wegen der Erinnerungen, aber es war gut, dass er dort gefahren ist."

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