Somkiat Chantras irrer Wheelie: Falscher Gang und Winglets als Ursache
Über der Kuppe von Portimao hebt Chantras Vorderrad plötzlich ab - Warum die Winglets den gegenteiligen Effekt hatten und fast ein Rückwärtssalto drohte
(Motorsport-Total.com) - Somkiat Chantra sorgte im ersten Freien Training in Portimao (Portugal) für eine große Schrecksekunde. Als der Thailänder mit seiner LCR-Honda über die Kuppe auf der Start-Ziel-Gerade fuhr, hob sein Vorderrad ab und stieg immer höher in die Luft. Beinahe hätte sich Chantra bei hohem Tempo rückwärts überschlagen.
© Gold & Goose Photography/Getty Images
Somkiat Chantra hatte im Portimao-Training einen großen Schreckmoment Zoom
"Ich habe einen anderen Gang ausprobiert als die anderen Fahrer", schildert Chantra die spektakuläre Situation. "Ich dachte, wenn ich den sechsten Gang benutze, wäre die Motorleistung geringer. Aber bei einem MotoGP-Motorrad ist sie das nicht!"
"Und sofort, als ich den Hügel hinauffuhr, begann das Motorrad vorne sehr schnell hochzusteigen. Ich war davon überrascht. Mein Herz klopfte richtig stark! Im sechsten Gang haben wir keine elektronische Wheelie-Kontrolle - nur bis zum fünften Gang."
"Alle anderen benutzen dort den fünften Gang. Normalerweise ist ein kleiner Wheelie in Ordnung, aber dieses Mal war es schon ziemlich hoch, und dann kam noch der Wind von vorn, und sofort stieg das Motorrad sehr hoch auf."
Nach diesem Schreckmoment fuhr Chantra nur noch im fünften Gang über diese Kuppe und schaltete erst danach in den sechsten Gang. Die Achterbahnstrecke von Portimao zeigte einmal mehr ihre Tücken. Die Fahrer müssen bedacht fahren.
Chantras Wheelie hatte zwei Ursachen: Erstens den falschen Gang und zweitens die Aerodynamik. Denn je höher das Motorrad stieg, desto mehr drückten die Winglets das Motorrad zurück und erzeugten den gegenteiligen Effekt ihres eigentlichen Zwecks.
"Genau", bestätigt Chantras Honda-Kollege Joan Mir. "Du hast Abtrieb, bis du einen großen Wheelie machst - dann ist es das Gegenteil." Dann wirken die Flügel wie ein Segel und drücken das Vorderrad immer weiter zurück. "Ja, genau", so der Ex-Weltmeister.
"Ich glaube, für Chantra war es das erste Mal, dass er hier mit einem MotoGP-Motorrad gefahren ist. Wer dort mit Vollgas fährt, riskiert einen Rückwärtssalto. Manche Fahrer benutzen die Hinterradbremse und bleiben voll am Gas, andere gehen etwas vom Gas."
"Andere wiederum spielen stärker mit der Elektronik. Das sind die drei Methoden, wie man es machen kann", beschreibt Mir anschaulich, wie man über diese Kuppe fahren muss. "In meinem Fall benutze ich die Hinterradbremse."
Chantra zog seine Lehren aus dem spektakulären Wheelie und hatte an dieser Stelle in den weiteren Sessions keine Probleme mehr. Im kommenden Jahr wird er in Portimao mit der Honda Fireblade in der Superbike-WM fahren.

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