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Plötzlich ohne Speed: KTM-Fahrer rätseln nach schwierigem Motegi-Rennen
Pedro Acosta glänzt zunächst für KTM, doch dann bricht seine Pace komplett ein - Auch seine Markenkollegen bleiben in Motegi hinter den Erwartungen zurück
(Motorsport-Total.com) - Nur Pedro Acosta konnte im KTM-Lager beim Grand Prix von Japan Akzente setzen. Der Spanier qualifizierte sich in Motegi für den vierten Startplatz und eroberte im Sprint den dritten Platz. Zum dritten Mal war er in der MotoGP-Saison 2025 beim Samstagsrennen bei der Siegerehrung dabei.
© Getty Images AsiaPac
Pedro Acosta konnte nur zu Beginn um die Podestplätze kämpfen Zoom
"Im Moment fährt er wirklich ganz anders als wir anderen", vergleicht Teamkollege Brad Binder. "Deshalb ist es ein bisschen schwierig, einen Vergleich zu ziehen. Ehrlich gesagt, er ist im Moment auf einem anderen Level als wir."
"Natürlich ist es gut, hinzuschauen und sich das anzusehen. Aber es gibt auch einige wesentliche Unterschiede, die den Fahrstil anders machen." Im Sprint war Binder als Zwölfter der zweitbeste KTM-Fahrer. Maverick Vinales wurde 16., Enea Bastianini schied wegen eines Motorproblems aus.
Auch im Grand Prix kämpfte Acosta zunächst um die Podestplätze mit, bevor er erst von Marc Marquez (Ducati) und kurz darauf von Joan Mir (Honda) überholt wurde. Damit war ein Podestplatz nicht mehr möglich. Aber es kam noch schwieriger.
Als bei Acosta in der zweiten Rennhälfte die Pace einbrach, zogen auch Marco Bezzecchi (Aprilia) und Franco Morbidelli (VR46-Ducati) vorbei. In der 19. Runde machte Acosta den entscheidenden Fehler. In Kurve 1 fuhr er geradeaus durch das Kiesbett und sortierte sich als Letzter wieder ein.
"Es ist schwer zu erklären", kommentiert der Spanier seinen Fehler, "aber ja, ich bin weit rausgekommen, das war's. Der Rest war in Ordnung. Ich nehme an, durch irgendeine Bewegung oder was auch immer konnte das passieren, das war's."
Zu Rennbeginn fuhr Acosta hohe 1:44er-Rundenzeiten. Diese stiegen dann in den Bereich von 1:45 Minuten, ab der 14. Runde lag er schließlich bei 1:46 Minuten. Das zeigt, dass er keine konstante Rennpace halten konnte und deutlich langsamer wurde.
"Wir müssen die Daten mit dem Team auswerten und verstehen, was passiert ist", sagt er diesbezüglich. "Es sieht so aus, als hätten alle vier KTMs zum gleichen Zeitpunkt auf die gleiche Art Probleme gehabt - vier verschiedene Fahrer, aber identische Schwierigkeiten."
"Das ist auch ein Problem, das wir schon zu Beginn der Saison hatten. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, mit dem Werksteam zu evaluieren, was vor sich geht, und zu sehen, ob wir uns verbessern können."
"Ich denke auch, wir kommen aus einer sehr guten Europa-Saison, die nicht super heiß war. Und hier ist es so, dass der Reifen sehr hohe Temperaturen erreicht. Der Reifen war weicher im Vergleich zu dem, was wir normalerweise verwenden."
Bastianini rätselt über abhandengekommene Form
Letztendlich lieferten sich Bastianini und Binder mit 23 Sekunden Rückstand ein Duell um den elften Platz, bei dem sich der Italiener schlussendlich durchsetzte. Aber abgesehen von Acosta war KTM in Motegi nicht so konkurrenzfähig wie bei einigen Rennen nach der Sommerpause.
"Um ehrlich zu sein, ich kann nicht verstehen, was seit Misano passiert ist", grübelt Bastianini. "In den drei, vier Rennen davor war ich auf jeder Strecke und unter allen Bedingungen konkurrenzfähig. Seit Misano zeigt der Trend jedoch wieder nach unten."
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Enea Bastianini fuhr schließlich als bester KTM-Fahrer als Elfter ins Ziel Zoom
"Hier war es für uns sehr, sehr kompliziert - so, als ob der Motor nicht mehr so wäre wie zu Beginn der Saison. Es fühlt sich an, als ob uns der erste Teil der Beschleunigung fehlt und wir den Speed verlieren."
"Es ist seltsam, weil wir hier viele Bremspunkte haben, aber das Vorderrad blockiert oft. Ich fahre mit viel Geschwindigkeit in die Kurve hinein und kann das Motorrad nicht stoppen. Und das beeinträchtigt dann meinen Kurvenausgang."
Binder kämpft mit massiven Vibrationen
Binder hatte außerdem das gesamte Wochenende über mit starken Vibrationen zu kämpfen. Im Grand Prix verstärkte sich dieses Problem: "Ich hatte einen wirklich guten Start, aber ich hatte von Beginn an Probleme mit Chattering. Ab ungefähr Runde 12 ist es dann komplett eskaliert."
"Es wurde völlig verrückt, und in allen Linkskurven - wirklich jeder einzelnen - hatte ich massive Vibrationen, bis ich das Motorrad wieder aufgerichtet habe. Vom Moment des Einlenkens bis zum Moment, in dem das Bike wieder gerade stand. Es war also extrem schwierig."
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Brad Binder kämpfte zudem mit massiven Vibrationen Zoom
"Das Wichtigste war, zu versuchen, die Lauffläche des Reifens bis zum Rennende zu schonen. Selbst mit maximalem Reifenmanagement haben wir es gerade so ins Ziel geschafft. Wir haben also wirklich eine Menge Arbeit vor uns."
Am kommenden Wochenende geht es in Indonesien weiter. Auch dort könnte es warm werden, allerdings ist für Mandalika auch wechselhaftes Wetter und Regen vorhergesagt. Könnte es für KTM dort wieder besser laufen?
"Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher", meint Binder. "Auf manchen Strecken kommen wir völlig ohne Probleme durch. Auf anderen haben wir massive Vibrationen. Ich bete und hoffe wirklich, dass Indonesien unsere Strecke sein wird. Hoffentlich finden wir eine Lösung für dieses Problem."
Vinales will wieder das alte Aerodynamik-Paket testen
Vinales sammelte im Grand Prix als 16. keinen WM-Punkt. Mit seiner Schulter wird es stetig besser, aber er fühlt sich mit dem Motorrad nicht so wohl wie vor seiner Verletzung im Frühsommer auf dem Sachsenring.
"Aus meiner Sicht und nach meinem Gefühl muss ich das Motorrad zurückbekommen, das ich vor meiner Verletzung hatte. Denn ich fühle mich mit dem aktuellen Motorrad nicht wohl. Ich habe nicht das Gefühl, dass es besser einlenkt oder besser ist als das, was ich damals hatte."
"Mein Ziel ist es also, zunächst das Motorrad in den Zustand zurückzubringen, den ich vor der Verletzung hatte - und von dort aus weiterzumachen", sagt Vinales. "Es ist sehr wichtig, dieses Gefühl wiederzufinden und dann mit den Anpassungen zu beginnen."
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Maverick Vinales fühlt sich auf dem Motorrad nicht mehr so wohl Zoom
"Vor dem Sachsenring waren wir immer in den Top 5, egal auf welcher Strecke. Daran müssen wir wieder anknüpfen. Wenn ich mich wieder wohlfühle mit meinem Paket, dann kann ich anfangen, Neues auszuprobieren."
"Ich dränge KTM darauf, meine alte Aero wiederzubringen. Wenn ich dann wieder bei 100 Prozent bin und das Motorrad ans Maximum bringen kann, werde ich anfangen, die neue Aero zu testen. Aber im Moment bin ich mir nicht sicher."
"Wenn du mich jetzt fragst, kann ich nicht sagen, ob sie besser ist oder nicht. Genau deshalb will ich meine alte Aero wieder testen. Vor allem, weil ich mit dem aktuellen Motorrad kein Gefühl mehr habe und ich spüre, dass ich viel mit dem Vorderrad rutsche."
"Ich kann nicht dort stark sein, wo ich normalerweise stark bin. Das Klügste, was wir jetzt tun können, ist, einen Schritt zurückzugehen. Wir müssen das Maximum und das Gefühl zurückbringen, das wir vorher hatten. Erst dann kann ich die neuen Teile ausprobieren."
In der WM-Wertung ist Acosta von Morbidelli überholt worden und auf den sechsten Platz zurückgefallen. Der Rückstand auf den Ducati-Fahrer beträgt jedoch nur einen Punkt. Im Duell mit Aprilia um den zweiten Platz in der Herstellerwertung hat KTM 26 Punkte Rückstand.

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