MotoGP-Test Sepang (Tag 2): Yamaha bleibt in der Box - Honda fährt Bestzeit

Aufgrund eines noch nicht identifizierten Motorproblems stellt Yamaha den Fahrbetrieb ein - Joan Mir untermauert Honda-Fortschritte mit der Bestzeit

(Motorsport-Total.com) - Der zweite offizielle Testtag für die MotoGP-Saison 2026 auf dem Sepang International Circuit begann wieder bei heißen, aber optimalen Bedingungen. Bei über 30 Grad Celsius herrschte, wie üblich in Malaysia, hohe Luftfeuchtigkeit. Gegen 16:00 Uhr begann es zu regnen, wodurch der Fahrbetrieb vorzeitig endete. Nur wenige Fahrer gingen am Ende noch mit Regenreifen auf die Strecke.

Titel-Bild zur News: Yamaha Box

Yamaha stoppte das Testprogramm aufgrund eines Motorproblems Zoom

Für die größten Schlagzeilen sorgte am Mittwoch Yamaha. Fabio Quartararo war nach seinem gestrigen Sturz, bei dem er sich einen Finger gebrochen hatte, bereits abgereist. Alle anderen Yamaha-Fahrer blieben heute in der Box, die Mechaniker gingen ins Hotel.

Nach dem Sturz drehte Quartararo gestern zwar noch einige Runden, kam jedoch in Kurve 2 zum Stillstand. Die japanischen Ingenieure untersuchten die Ursache für das Problem am neuen V4-Motor, fanden jedoch keine Erklärung dafür.

"Wir glauben, wir haben es verstanden, sind uns aber nicht ganz sicher", sagt Technikdirektor Massimo Bartolini. "Aus Sicherheitsgründen haben wir uns dazu entschieden, nicht zu fahren. Wir werden evaluieren, was wir morgen machen werden."

Da Yamaha bereits beim Shakedown im Einsatz war, soll die grundsätzliche Arbeit laut Bartolini "zu 80 Prozent" erledigt sein. Aber besonders Rookie Toprak Razgatlioglu verlor einen wichtigen Tag. Er würde jede Runde brauchen, um sich von der Superbike-WM auf die MotoGP umzustellen.

Honda: Joan Mir unterbietet Qualifying-Zeit deutlich

Deutlich besser lief es für die andere japanische Marke. Joan Mir fuhr am Vormittag 1:56.874 Minuten und stellte damit die Tagesbestzeit auf. Das war rund sechs Zehntelsekunden schneller als seine Qualifying-Zeit im vergangenen Herbst.

In der LCR-Box hatte Johann Zarco heute zwei Motorräder zur Verfügung. Gestern musste er nur mit einem Motorrad arbeiten, weil einige Transportboxen verzögert in Kuala Lumpur eingetroffen waren. Seine richtige Testarbeit mit genügend Material begann heute.

Honda arbeitet mit einem neuen Chassis, einem neuen Auspuff und überarbeiteten Verkleidungen. Das Gesamtpaket soll laut der Fahrer "überall ein wenig besser sein". Der Fokus liegt auch darauf, den Grip zu verbessern und diesen in einer Qualifying-Runde besser zu nutzen.

Joan Mir

Joan Mir fuhr die schnellste Honda-Runde jemals in Sepang Zoom

"Wir sind zufrieden", sagt Technikdirektor Romano Albesiano. "Das Bike funktioniert gut, wir sind konkurrenzfähig. Genau das zählt in dieser Phase der Saison. Es ist, wie immer, die Summe vieler kleiner Verbesserungen: etwas am Motor, etwas an der Elektronik."

"Die Elektronik sieht man zwar nicht, aber sie ist enorm wichtig für die Motorsteuerung. Und natürlich wurde auch das Chassis verbessert. Das Bike ist leichter, schmaler - insgesamt wurde alles weiter verfeinert. Es ist also die Summe vieler kleiner, aber stetiger Fortschritte."

KTM: Pedro Acosta mit Fortschritten zufrieden

Am Vortag evaluierte Pedro Acosta ein neues Chassis und zeigte sich zufrieden. Er meinte, dass dieser Bereich damit aussortiert ist. Heute konzentrierte sich der Spanier auf die Aerodynamik und testete verschiedene Verkleidungs-Kombinationen.

KTM hat unter anderem auch die Schwinge überarbeitet. Man will den Reifenverschleiß über die Renndistanz in den Griff bekommen. Laut Maverick Vinales haben sich die Ingenieure gezielt auf die Schwächen des Vorjahres konzentriert. Man stellt das finale Paket zusammen.

Das bestätigt auch Acosta: "Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Ich habe verschiedene Wing-Kombinationen rund ums Bike ausprobiert, damit war ich ziemlich zufrieden. Ich bin wirklich happy, wie intensiv KTM an der Aerodynamik arbeitet."

Pedro Acosta

Pedro Acosta mit einer neuen Verkleidungsvariante Zoom

"Auch was das Bremsverhalten betrifft, das ist für mich ein sehr wichtiger Punkt. In dieser Hinsicht bin ich echt zufrieden. Insgesamt fühlt sich die KTM 2026 viel natürlicher an. Man muss nicht jedes Mal hundert Prozent pushen, um eine gute Rundenzeit zu finden - alles kommt natürlicher."

"Das Motorrad wirkt stabiler, und auch wenn der Reifenabbau einsetzt, bleibt das Fahrverhalten konstanter. Insgesamt läuft es gut, ich bin zufrieden." Acosta und Vinales belegten im Tagesergebnis die Plätze vier und fünf, weniger als drei Zehntelsekunden hinter der Bestzeit.

Ducati testet verschiedene Aero-Konfigurationen

Die Aerodynamik stand auch bei Ducati im Fokus. Alex Marquez probierte dabei auch eine Mischung aus alter Frontverkleidung mit den kleineren Winglets und der neuen Seitenverkleidung. Allerdings beschädigte der Vizeweltmeister ein Motorrad bei einem Sturz stark.

Auch Weltmeister Marc Marquez rückte am Mittwoch mit der neuen Verkleidung mit den voluminösen Winglets aus, aber zu Vergleichszwecken auch mit der alten Variante und sogar mit einer von 2024. Um sich zu schonen fuhr er weiterhin nur kurze Runs über wenige Runden.

Marc Marquez

Marc Marquez mit einer Mix-Variante an Aerodynamik-Teilen Zoom

Der Testplan für den Nachmittag fiel ins Wasser, weshalb Marc Marquez morgen viel zu tun haben wird: "Wir haben vier verschiedene Aero-Varianten, deshalb gibt es im Moment auch jede Menge Arbeit. Es sind unterschiedliche Kombinationen. Wir müssen die beste für 22 Rennen auswählen."

"Die Aerodynamik ist ziemlich entscheidend, denn sobald man ein Aero-Paket montiert, verändert sich die gesamte Balance des Motorrads", erläutert der Weltmeister. "Mal sehen - morgen werden wir gemeinsam eine erste Entscheidung treffen. Die finale Entscheidung fällt in Thailand."

Das Ducati-Werksteam nahm keine Qualifying-Versuche in Angriff. Francesco Bagnaia belegte Platz acht und Marc Marquez war auf Position 15 zu finden. Bester Ducati-Fahrer war Franco Morbidelli als Zweiter, der im VR46-Team die GP25 fährt.

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia bestätigt auch nach dem zweiten Tag sein gutes Gefühl Zoom

Bagnaia äußert sich weiterhin zufrieden, weil er sein gutes Gefühl beim Anbremsen wiedergefunden hat: "Sobald wir gestern losgelegt haben, war es da. Es ist viel besser, wieder so fahren zu können, wie ich es will und wie es meinem Stil entspricht."

"Das hilft auch den Technikern, unsere Eindrücke besser zu verstehen. Mit diesem Gefühl kann ich mehr arbeiten und die neuen Teile besser einschätzen. Ich bin zufrieden, das Gefühl ist weiterhin positiv, und das Bike fährt sich sehr geschmeidig, das gefällt mir."

Aprilia: "Läuft ganz ordentlich", meint Marco Bezzecchi

Aprilia-Speerspitze Marco Bezzecchi spricht von einem "klassischen Grundlagentest": "Wir haben an der Aerodynamik gearbeitet und an vielen anderen Dingen. Deshalb ist es schwer, jetzt schon einen klaren Vergleich zu ziehen - da müssen wir weiter dranbleiben."

Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi ist mit der grundsätzlichen Arbeit weiterhin zufrieden Zoom

"Ich fühle mich gut, das Bike ist gar nicht so schlecht, aber es gibt immer noch viele Dinge zu testen und viele Runden zu fahren, um den Ingenieuren mehr Daten zu liefern. Aber ich kann mich nicht beschweren, es läuft ganz ordentlich."

Bezzecchi belegte im Tagesergebnis Rang sechs. Auch das Trackhouse-Duo steigerte sich und fuhr in die Top 10. Raul Fernandez wurde Siebter und Ai Ogura Neunter.

(Hier gibt es alle Testzeiten in der Übersicht)