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MotoGP-Paddock Inside: Welche Richtung Ducati für 2026 einschlägt
Davide Tardozzi verrät, welchen Motor Ducati für 2026 nimmt - Das Feedback von Alex Marquez wird in Abwesenheit von Marc Marquez stärker eingebunden
Liebe MotoGP-Fans,
© Getty Images AsiaPac
Ducati hat alles gewonnen, aber die Konkurrenz kommt immer näher Zoom
es war sehr interessant zu beobachten, dass Alex Marquez, der im nächsten Jahr die Ducati GP26 fährt, im Freitagstraining in Valencia zum ersten Mal die GP25-Aerodynamik ausprobiert hat. Denn alle drei GP24-Fahrer haben im Laufe des Jahres keinerlei Updates erhalten.
Im ersten Moment war es daher umso überraschender, dass der Gresini-Fahrer plötzlich die weiterentwickelte Verkleidung montiert hatte. Beim genaueren Hinsehen macht das natürlich Sinn. Alex Marquez ist Vizeweltmeister und seine erfolgreiche Saison ist praktisch erledigt.
Er erklärte nach den Freitagstrainings, dass man den Test der Verkleidung vorgezogen hat, um sich beim Test am Dienstag auf andere Bereiche zu konzentrieren. Er beschrieb das Gefühl mit der neuen Verkleidung als "anders". Somit konnte er den Ingenieuren schon sein Feedback geben.
Das ist natürlich ein wichtiger Aspekt, denn im Laufe des Jahres ist hauptsächlich nur Marc Marquez mit der neuen Verkleidung gefahren. Fabio Di Giannantonio war damit bei einigen Rennen unterwegs, wechselte aber wieder zurück auf die GP24-Verkleidung.
Francesco Bagnaia verzichtete komplett auf Renneinsätze mit der neuen Verkleidung. Dass man Alex Marquez nun diese Aerodynamik zum Testen gegeben hat, zeigt für mich klar, dass er ab jetzt stärker von den Ducati-Ingenieuren eingebunden wird.
Die Desmosedici ist zwar immer noch das beste Motorrad im Feld, weil sie praktisch auf allen Strecken und bei fast allen Bedingungen das Maß der Dinge ist. Aber der Vorsprung ist geschmolzen. Ducati hat in diesem Jahr keinen wesentlichen Fortschritt gemacht.
Das liegt sicherlich auch am Concession-System, denn die führende Marke wurde eingebremst und ist mehr oder weniger auf einem Stand stehengeblieben. Testfahrer Michele Pirro hat jüngst angemerkt, dass die Einschränkung der Testreifen und das Wildcard-Verbot Auswirkungen zeigen.
Auf der anderen Seite hat Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori festgehalten, dass seine vielen Renneinsätze als Ersatz von Jorge Martin für die Entwicklung förderlich waren. Denn selbst wenn er meist weit hinten fuhr, waren die Bedingungen repräsentativer als bei einem Test allein.
Ich bin gespannt, welche Verkleidungen Ducati am Dienstag ausprobieren wird. Denn eigentlich sollte die alte GP24-Aerodynamik langsam im Lkw verschwinden. Ein drittes Jahr mit der gleichen Aerodynamik würde einen Stillstand in diesem Bereich bedeuten.
Mit welchem Motor Ducati 2026 fahren wird
Einen weiteren interessanten Aspekt betrifft den Motor. Anfang 2025 wurde bei Ducati, KTM und Aprilia die Motorspezifikation für zwei Jahre eingefroren, damit sich die Ingenieure auf die neuen 850er-Triebwerke für 2027 konzentrieren können.
Außerdem wurde mit diesem Schritt verhindert, dass zwei Motoren parallel entwickelt werden müssen. Somit wird das Budget auf den neuen 850er-Motor übertragen, statt den bisherigen 1.000er-Motor weiterzuentwickeln. Das war eine vernünftige Entscheidung.
Ducati hat beim Saisonauftakt in Thailand zwei Motorenspezifikationen homologiert. Die GP24-Version und eine weiterentwickelte Variante, wobei diese nach kritischen Aussagen von Bagnaia und Marc Marquez bei den Wintertests nicht der vollwertigen GP25-Version entsprach.
© AFP
Marc Marquez gewann mit der GP25 elf Grands Prix und 14 Sprints Zoom
Ducati baute also eine Zwischenvariante zwischen GP24- und GP25-Motor. Somit gab es zwei unterschiedliche Homologationen. In der Theorie hätte Ducati für 2026 also zwei minimal unterschiedliche Motoren zur Verfügung.
In den vergangenen Monaten stellte sich die Frage, welchen Weg das Werksteam einschlagen würde. Dabei ist festzuhalten, dass beide Fahrer im Werksteam die gleiche Spezifikation fahren müssen, während es in einem Satellitenteam auch unterschiedliche Versionen sein können.
Würde man Bagnaia den GP24-Motor geben, um damit vielleicht seine Schwierigkeiten zu lösen? Dann müsste auch Marc Marquez auf den diesjährigen Motor verzichten, mit dem er so erfolgreich war. Oder verfolgt man weiter den Weg mit dem GP25-Motor?
© Getty Images Europe
Davide Tardozzi bestätigt Motorvariante für 2026 Zoom
Nun ist klar, welchen Weg Ducati geht. Am Freitag in Valencia bestätigte Teammanager Davide Tardozzi bei Sky Italien: "Vielleicht liegen wir falsch, aber wir glauben fest, dass der Motor nicht die Ursache für 'Peccos' fehlendes Vertrauen ist."
Auf die Frage, ob nächstes Jahr mit dem GP25-Motor weitergemacht wird, lautet Tardozzis klare Antwort: "Ja." Da Fermin Aldeguer und Franco Morbidelli 2026 die diesjährige GP25 fahren werden, müsste der GP24-Motor ausgemustert werden.
Die aktuelle GP25, die für Bagnaia so problematisch war, ist also die Basis für das nächstjährige Motorrad. Am Samstag kam auch Marc Marquez nach Valencia, um für den Gewinn des BMW M Awards ein neues Auto entgegenzunehmen.
Marc Marquez: "'Pecco' und Alex sind verantwortlich"
Der Weltmeister wird an den kommenden Tagen und auch beim Test am Dienstag nur in der Beobachterrolle sein, denn beim Test wird er noch nicht fahren und kann kein direktes Feedback zu neuen Entwicklungen geben.
Dieser eine Testtag ist immens wichtig, denn anhand dieser Daten werden die Motorräder für die Wintertests im Februar vorbereitet. Anschließend hat man bis zum Saisonauftakt Anfang März kaum noch Zeit, um wesentliche Änderungen vorzunehmen.
"Hier im November werden viele Dinge entschieden", sagt Marc Marquez bei DAZN Spanien. "Es stimmt, dass das Entscheidende, der Motor, sich nicht ändern wird, und bei der Aerodynamik besteht mehr Spielraum, um beim Test in Malaysia etwas auszuprobieren."
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Marc Marquez kam am Samstag nach Valencia und besuchte das Paddock Zoom
"Es stimmt, dass 'Pecco' mehr als gewöhnlich zu kämpfen hat, aber er zeigt immer wieder Speed. Wir benötigen ihn, denn am Dienstag steht ein sehr wichtiger Test an, bei dem sowohl er als auch Alex dafür verantwortlich sein werden, uns im Hinblick auf 2026 zu leiten."
Alex Marquez könnte am Dienstag eine Schlüsselrolle einnehmen, wie der Aero-Test am Freitag gezeigt hat. Aufgrund Bagnaias Schwierigkeiten könnte ich mir gut vorstellen, dass viele Ducati-Ingenieure in die Gresini-Box kommen und dem Feedback des Vizeweltmeisters lauschen werden.
Euer

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