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MotoGP-Fahrermanager: Acosta zu VR46, Martin weiter bei Aprilia?
Albert Valera spricht über die Zukunft von Jorge Martin und Pedro Acosta: Welche Optionen es für beide gibt und warum er mit sehr frühen Entscheidungen rechnet
(Motorsport-Total.com) - Die angekündigten technischen Regeländerungen für die MotoGP-Saison 2027 könnten den Fahrermarkt deutlich früher als üblich in Bewegung bringen. Noch vor dem eigentlichen Saisonstart zeichnen sich bereits erste Verschiebungen ab.
© Bildmontage (AFP/Getty Images Europe)
Pedro Acosta und Jorge Martin müssen ihre Zukunftsoptionen abwägen Zoom
Zwei der begehrtesten Namen sind Jorge Martin und Pedro Acosta. Beide werden von Albert Valera gemanagt, der sich am Donnerstag in Mailand im Rahmen der Präsentation des Aprilia-Werksteams exklusiv gegenüber Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, in einem Interview äußerte.
Martin nach schwierigem Jahr wieder voller Zuversicht
Vor genau einem Jahr stand Martin an gleicher Stelle im Mittelpunkt eines ambitionierten Projekts: als amtierender Weltmeister, mit der Startnummer 1 und als Aushängeschild von Aprilia. Die Lage ist heute eine andere, doch laut Valera keineswegs negativ.
"Man muss in der Gegenwart leben. Vor einem Jahr kam Jorge frisch vom Gewinn der Weltmeisterschaft, jetzt kommen wir aus einer sehr schwierigen Saison. Aber wir sind hier mit viel Begeisterung. Wir haben die Startnummer 89 wieder auf dem Bike, mit dem gleichen Wunsch und der gleichen Motivation wie immer."
"Ich würde sogar sagen, mit noch mehr", ergänzt Valera, "denn nach einem so harten Jahr schätzt er seinen Beruf und das, was er bisher erreicht hat, noch mehr."
Der Manager beschreibt einen mental gefestigten Fahrer, der weiterhin große Ziele verfolge. "Ich sehe Jorge sehr positiv und er ist sich dessen bewusst, was er noch erreichen kann. Er ist sehr zuversichtlich, dass er dieses Jahr bis zum Schluss um die Weltmeisterschaft kämpfen kann. Das ist sein Ziel", bekräftigt sein Agent.
Aprilia-Ausstiegsklausel: Keine offenen Wunden mehr
Das vergangene Jahr war zu Beginn geprägt von der viel diskutierten Ausstiegsklausel in Martins Aprilia-Vertrag. Doch laut Valera ist dieses Kapitel abgeschlossen.
"Wir verstehen, dass Aprilia alles getan hat, um Jorge zu halten. Sie verstehen auch, dass wir unsere Gründe hatten, so zu handeln, wie wir es getan haben. Es gab immer professionellen Respekt. Jede Seite hat ihre Arbeit gemacht", erklärt der Spanier.
Die Situation sieht er heute positiv: "Bei jedem Konflikt oder jeder Meinungsverschiedenheit muss man das Positive suchen, und wenn wir etwas Gutes daraus mitnehmen, dann ist es die Tatsache, dass Aprilia wirklich um Jorge gekämpft hat, weil sie an ihn geglaubt haben, und das tun sie auch heute noch. Das schätzen wir sehr."
Trotz Verletzungen: Martin ist "ein Stier ohne Angst"
Trotz zahlreicher Stürze und Verletzungen im Vorjahr erkennt Valera bei Martin keinerlei mentale Blockaden. "Nein. Jorge ist ein Löwe, so wie der, der jetzt auf dem Bike ist."
"Er ist ein Stier ohne Angst, und der beste Beweis dafür ist der Start, den er in Japan hingelegt hat und der ihn letztlich eine Verletzung gekostet hat. Ein Fahrer mit Angst macht keine Starts wie diesen", erinnert Valera an Martins Kollision mit Teamkollege Marco Bezzecchi kurz nach dem Start des Sprintrennens.
Er betont: "Jorge ist ein sehr mutiger Fahrer, voller Motivation und Energie, und wenn er das so kanalisiert wie 2024, kann er eine weitere Weltmeisterschaft gewinnen."
Aprilia laut Valera auf Augenhöhe mit Ducati
Mit Blick auf den sich früh bewegenden Fahrermarkt sieht Valera Aprilia aktuell in einer starken Position. "Ich denke, dass Aprilia im Moment das zweitbeste Bike nach Ducati hat. Oder ich würde sogar sagen, auf dem gleichen Niveau. Das macht sie zu einer sehr attraktiven Option für jeden Fahrer", glaubt er.
Auch das Teamumfeld lobt der Fahrermanager ausdrücklich: "Sie haben gezeigt, dass sie eine großartige Familie und ein großartiges Projekt sind. Nach der Meinungsverschiedenheit im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass sie Jorge weiterhin gleich oder sogar besser behandeln und ihm wieder vertrauen."
Entsprechend klar fällt sein Fazit aus: "Ich würde sagen, dass Aprilia für viele Fahrer auf der Poleposition steht." Auf die direkte Nachfrage, ob dies auch für Martin gilt, antwortet Valera unmissverständlich: "Für Jorge ist es in der Tat eine Option."
Klarheit werde es erst in ein paar Wochen geben, "aber ja, es ist eine sehr ernsthafte Option, die man in Betracht ziehen muss, denn sie haben es verdient und verfügen heute - zusammen mit Ducati - über das beste Bike", hält der Fahreragent fest.
Acosta: VR46 eine Option, Werksteam Priorität
Neben Martin betreut Valera auch Acosta, aktuell einer der heißesten Namen auf dem MotoGP-Markt. Zuletzt hatte VR46-Teamchef Uccio Salucci erneut öffentlich Interesse bekundet. Valera bestätigt, dass Gespräche grundsätzlich möglich sind.
"Es gibt Möglichkeiten mit der überwiegenden Mehrheit der Teams. Ist es eine Option? Ja. Wie gesagt: Ducati ist zusammen mit Aprilia das beste Bike, also warum nicht. Es könnte eine Option sein." Gleichzeitig macht er die Prioritäten klar: "Natürlich strebt jeder Fahrer ein Werksteam an. Das wird unser Hauptziel sein."
© Getty Images Europe
Noch fährt Acosta für das KTM-Werksteam, doch die Performance reicht ihm nicht Zoom
Sollte sich dieses Ziel nicht realisieren lassen, schließt Valera Alternativen nicht aus: "Wenn das nicht klappt, muss man immer einen Plan B oder Plan C prüfen. Aber ich betone es noch einmal: Unser erstes Ziel ist es, um einen Platz in einem Werksteam zu kämpfen, egal ob Ducati oder ein anderer Hersteller."
Entscheidungen trotz Ungewissheit früh erwartet
Angesichts des neuen Reglements, das ab 2027 greift, rechnet Valera mit frühen Entscheidungen, auch ohne genaue Kenntnis der künftigen Bikes. "Wir können es kaum erwarten, die Bikes für 2027 zu testen. Es wird eine Entscheidung ins Blaue hinein, denn mit dem neuen Reglement beginnt alles von vorn."
Entscheidend sind aus Sicht des Managers andere Faktoren: "Man muss ein Risiko eingehen und den Menschen vertrauen - den Personen, die jedes Team ausmachen."
"Das wird der Schlüssel sein: dass jeder Fahrer das menschliche Umfeld auswählt, mit dem er 2027 und 2028 arbeiten möchte, die Leute, von denen er glaubt, dass sie ihm ein besseres Bike und mehr Zufriedenheit geben", blickt Valera voraus und rät zum Handeln. Er rechnet mit einem ungewöhnlich frühen Transfermarkt.
"Ich würde sagen, dass es - anders als in anderen Jahren - keinen Sinn macht, abzuwarten, wie die Motorräder sein werden. Ich denke, der Markt wird sich früh bewegen, und schon in den ersten Rennen werden wir das Ziel vieler Fahrer kennen."

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