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Miller fuchsteufelswild wegen Aldeguer: "Stil der jungen Generation kein Racing"
Jack Miller kritisiert nach dem Valencia-Sprint den Fahrstil von Fermin Aldeguer - Die Rennszene sorgt für Diskussionen - Er kritisiert auch fehlende Konstanz bei Strafen
(Motorsport-Total.com) - Zwischen Jack Miller (Pramac-Yamaha) und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) entwickelte sich im Valencia-Sprint eine enge Situation, die auch nach dem Rennen die Gemüter erhitzte. Nach der Anfangsphase fuhren Aldeguer und Miller in dieser Reihenfolge auf den Plätzen acht und neun.
© Getty Images Europe
Jack Miller platzte nach dem Sprint der Kragen Zoom
In der dritten Runde griff der Australier den Rookie in Kurve 2 an. Beide waren weit vom Scheitelpunkt entfernt, als es zur Berührung kam. Bei Aldeguer flogen Teile der Winglets durch die Luft. Beide fuhren weiter.
Miller lag nach dieser Situation auf Rang neun. Aldeguer war auf Platz 13 zurückgefallen. Die Meinungen gehen auseinander. Aldeguer schildert: "Am Ende hatte ich Glück, dass ich auf dem Motorrad geblieben bin, denn ich hätte definitiv stürzen und mir den Arm verletzen können."
"Ohne die Aerodynamik verändert sich das Motorrad natürlich ein wenig, aber ich habe versucht, es so gut wie möglich zu managen. Das Tempo war nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Wir werden sehen, wie es morgen läuft."
Miller sah die Schuld für die Berührung bei Aldeguer. Der Routinier führt dies darauf zurück, dass seiner Ansicht nach vor allem jüngere Fahrer im Zweikampf einen Stil pflegen, bei dem sie Kontakte in Kauf nehmen oder sogar einkalkulieren.
"Es ist unmöglich, jemanden zu überholen, wenn sie die Bremse immer mehr lösen und auf dich zukommen", ärgert sich der 30-Jährige. "Ich habe ihn schon einmal in der letzten Kurve überholt, und er ist trotzdem vor mein Vorderrad gefahren."
"Am Ende der ersten Runde kamen wir gemeinsam auf die Gerade. Natürlich beschleunigt sein Motorrad wie ein Raketenflugzeug, also fährt er davon. Ich habe die nächste Runde damit verbracht zu entscheiden, wo ich überholen werde."
"Ich habe den bestmöglichen Drive aus Kurve 1 zu Kurve 2 mitgenommen, alles war unter Kontrolle. Sobald ich neben ihm war, begann er, die Bremse früher zu lösen. Dann muss ich enger und enger fahren. Irgendwann kommt es zwangsläufig zum Kontakt, weil beide die Bremse lösen."
"Die klügere Entscheidung - wenn er glaubt, mich zurückzuüberholen - wäre, zu bremsen und innen durchzustechen. Aber wenn man so wie er fährt, erzwingt man den Kontakt, und das ist nicht korrekt. Und dann reißt man anderen die Winglets ab."
"Er hat mich letzte Woche T-Bone getroffen und nichts ist passiert. Und diese Woche erzwingt er wieder den Kontakt, und ich bekomme die Strafe", ärgert sich Miller. "Wenn man sauber überholt, erschweren sie es einem noch, indem sie die Bremse lösen und vor dein Vorderrad fahren."
Miller wütend: "Das ist kein Racing mehr!"
"Das ist kein Racing mehr, das ist wie Autos wegschieben", findet er deutliche Worte. Liegt das an der Unerfahrenheit von Aldeguer? "Nein, das ist die neue Generation. Das ist deren Fahrstil", setzt Miller seine Brandrede fort. "Es gibt mehrere Fahrer im Feld, meist die Jüngeren, die so fahren."
"Aber wenn du weiter einlenkst, während jemand innen überholt, dann kommt es zum Kontakt. Das ist unvermeidlich. Das ist historisch immer so gewesen. Es ist nicht einmal ein Chicken Game. Es sind die Gesetze der Physik."
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Die Startphase des Sprints: Aldeguer verteidigt sich gegen Miller Zoom
"Wir fahren auf dieselbe Kurve zu. Er rollt weiter, ich bin daneben, mein Abstand wird immer kleiner. Am Ende kommt es zum Kontakt. Das ist nicht Chicken. Chicken bedeutet: Wer bremst zuerst? Aber das hier ist nicht das."
"Man hat gesehen, wie weit wir draußen waren. Wie weit er draußen war", sieht Miller das Fehlverhalten eindeutig bei Aldeguer. "Er hätte die Kurve ohnehin nicht bekommen, weil er entschieden hat, die Bremse zu lösen. Wir waren beide schon am Limit."
Warum Miller die Strafe zunächst ignorierte
Zunächst sprachen die Rennkommissare eine Strafe gegen Miller aus. Er muss sich um drei Plätze zurückfallen lassen, lautete die Anweisung. Damit wäre er zu diesem Zeitpunkt hinter Aldeguer zurückgefallen. Aber Miller ignorierte die Anweisung.
"Ich konnte das Dashboard sehen, aber drei Positionen abzugeben, wenn man zu diesem Zeitpunkt zwei Sekunden vor dem nächsten Fahrer liegt, ist ziemlich absurd", begründet er seine Entscheidung. "Also hätte ich es nicht gemacht."
Die Rennkommissare erkannten Millers Absicht und wandelten die Strafe in eine Long-Lap-Penalty um, die Miller absolvierte. Dadurch fiel er schließlich auf der Strecke direkt hinter Aldeguer auf Platz zwölf zurück. Beide sammelten somit im Sprint keine WM-Punkte.
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Jack Miller wollte nach dem Sprint nicht mit Simon Crafar sprechen Zoom
"Die Strafe ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt", betont der Australier. "Ich bin nicht zum Treffen mit den Rennkommissaren gegangen, denn besser ich lasse es. Ich werde sicher später mit Simon [Crafar] sprechen, was für uns beide besser ist. Wir machen das unkompliziert."
Miller will warten, bis sein Ärger verflogen ist, denn dieser ist gewaltig groß: "Wenn man über Konstanz spricht: Was ist letzte Woche bei Binder passiert? Keine Strafe. Was ist letzte Woche bei mir passiert? Keine Strafe."
"Also über Konstanz zu sprechen, das ist nicht einmal ansatzweise realistisch. Ich werde für zehn Minuten aus einer Session verbannt, weil mein Motorrad raucht, und ein anderes Motorrad fährt fast die Hälfte eines GP rauchend - und gewinnt ihn. Ich bekomme 3.000 Euro Strafe für dasselbe."
Aldeguer will Strafe nicht kommentieren
Auf der anderen Seite will Aldeguer nicht bewerten, ob Miller zurecht eine Strafe erhalten hat: "Ich weiß es nicht. Manchmal versteht man die Strafen nicht. Ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch ist, aber er hat das Rennen hinter mir beendet", so der 20-Jährige.
"Wenn mich einige Fahrer berühren oder ich Binder [in Portimao] berühre und es am Limit ist, dann ist es in Ordnung. Aber dieser Vorfall war, denke ich, schlecht für ihn und auch für mich, denn er bekam die Strafe und ich habe mein Rennen verloren."
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Fermin Aldeguer meint auch, dass man machmal Strafen nicht verstehen kann Zoom
"Ich weiß nicht, ob er es getan hat, weil ich ihn in Portimao in Kurve drei im Sprint berührt habe und er Positionen verloren hat. Aber das war die erste Runde, in der man schauen und seinen Platz finden muss."
Die Fortsetzung folgt am Sonntag: Miller und Aldeguer stehen nebeneinander in der dritten Startreihe.

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