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Max Biaggi: Aprilia ist 2026 auf jeder MotoGP-Strecke konkurrenzfähig
Aprilia hat 2025 den entscheidenden Schritt gemacht: Laut Max Biaggi gibt es keine Strecke mehr, die der RS-GP nicht liegt - Er glaubt an eine Titelchance 2026
(Motorsport-Total.com) - Aprilia hat sich laut Markenbotschafter Max Biaggi zu einem echten Allrounder in der MotoGP entwickelt. Nach einem starken Saisonendspurt 2025 sieht der vierfache 250-ccm-Weltmeister im aktuellen Rennkalender keine Strecke mehr, die dem Hersteller aus Noale Probleme bereiten könnte.
© Getty Images Europe
Marco Bezzecchi und Raul Fernandez bescherten Aprilia 2025 satt Punkte Zoom
Gleichzeitig traut er Marco Bezzecchi zu, im kommenden Jahr sogar Marc Marquez herauszufordern. 2025 wurde der Italiener noch Gesamtdritter.
Insgesamt endete die Saison für Aprilia historisch erfolgreich: Drei Siege in den letzten vier Grands Prix sowie Rang zwei in der Herstellerwertung markierten das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Auch wenn Daten darauf hindeuten, dass der letzte Schritt noch fehlt, um Branchenprimus Ducati dauerhaft Paroli zu bieten, zeigt sich Biaggi hochzufrieden mit der Entwicklung des RS-GP-Projekts.
Biaggi sieht keine Schwachstellen mehr
Gegenüber TNT Sport hebt der 54-Jährige hervor, dass Aprilia seine früheren Schwächen beseitigt habe. Nicht mehr nur einzelne Strecken oder Fahrer seien konkurrenzfähig. Das Gesamtpaket stimme: "Jetzt hat das Motorrad keine Schwachstellen mehr."
"Auf manchen Strecken war es für uns im letzten Jahr [2024] und im Jahr davor sehr schwierig. Jetzt gibt es keine Strecke mehr, die uns Angst macht", so Biaggi.
Die Resultate sprechen aus Sicht des Italieners für sich. Regelmäßige Topplatzierungen seien inzwischen möglich, und das nicht nur dank Bezzecchi. Auch Raul Fernandez habe bewiesen, dass das Motorrad mehreren Fahrern Siege ermöglicht.
"Wenn man sich die Performance anschaut, können wir immer in den Top 3 oder Top 5 sein. Und nicht nur Marco. Man sieht auch, dass Fernandez sehr stark aufkommt, er hat ein Rennen gewonnen. Dieses Motorrad ist nicht nur für Marco oder für [Jorge] Martin, sondern auch für andere gute Fahrer geeignet."
2026: Titelduell Bezzecchi vs. Marquez?
Bezzecchi selbst erlebte 2025 ein starkes Comeback-Jahr, nachdem seine letzte Saison bei VR46-Ducati schwierig verlaufen war. Mit Siegen in Silverstone, Portimao und Valencia sowie drei Sprinterfolgen zum Saisonende schloss der Italiener die Meisterschaft als Dritter ab, hinter Marc und Alex Marquez.
Ein direkter Leistungsvergleich mit Marc Marquez über die gesamte Saison hinweg war aufgrund von dessen verletzungsbedingtem frühen Ausstieg nicht möglich. Dennoch lieferten sich beide Fahrer in Misano ein intensives Duell, das Biaggi als weiteren Beleg für Bezzecchis Klasse sieht. "Es war eine großartige Saison: Von seinem Start in den ersten Rennen bis zu dem, wie er am Ende dastand", sagt Biaggi.
"Ich denke, das ist eine unglaubliche Leistungssteigerung, und Valencia hat einmal mehr bewiesen, dass er derjenige sein kann, der mit Marc Marquez kämpfen kann."
Bezzecchi hat sich als Teamleader bewiesen
Besonders beeindruckt zeigt sich Biaggi davon, dass Bezzecchi lange Zeit ohne echten Vergleich im eigenen Team auskommen musste, da Martin verletzungsbedingt fehlte. "Wenn man sich Bezzecchis Leistungen anschaut: Er hat das alles aus eigener Kraft geschafft. Er hatte ein Jahr lang keinen Teamkollegen."
"Also musste er sich selbst testen. Er hat bewiesen, dass das Motorrad von Rennen zu Rennen, von Podium zu Podium besser werden kann und mehrere Rennen gewinnen kann", hält der Ex-Fahrer fest. Für ihn ist Bezzecchi deshalb ein ernsthafter Titelkandidat.
"Ich glaube, dass das eine sehr stabile Leistung ist, und wir haben keinen Zweifel daran, dass er 2026 derjenige sein kann, der Marc Marquez herausfordert", ist Biaggi sicher.
Biaggi: Ducati nicht mehr richtig italienisch
Neben der sportlichen Analyse kann er sich auch einen Seitenhieb auf Ducati nicht verkneifen. Während der Hersteller aus Borgo Panigale mittlerweile zum Audi-Konzern gehört, sieht er Aprilia als letzten echten italienischen Vertreter im Fahrerlager.
"Ich werde 2026 weltweit Markenbotschafter [für Aprilia] sein. Diese Rolle habe ich seit fast zehn Jahren, und es ist ein großes Privileg für mich, mit diesem Hersteller verbunden zu sein. Und ehrlich gesagt mit dem einzigen italienischen Hersteller hier im Fahrerlager, denn wir wissen, dass Ducati aufgrund der Audi-Eigentümerschaft eigentlich deutsch ist", erklärt der Italiener mit einem Augenzwinkern.
Der Stolz auf die eigene Identität gehe dabei Hand in Hand mit harter Arbeit und stetigen Investitionen: "Am Ende des Tages sind wir die Einzigen, die wirklich italienisch sind. Darauf sind wir sehr stolz. Piaggio hat einen unglaublichen Job gemacht und viel investiert. Das funktioniert nur mit großem Einsatz."
Auch der Transfer von Martin wird in diesem Zusammenhang hervorgehoben, selbst wenn Verletzungen den gemeinsamen Weg 2025 erschwerten. "Ich denke, es gab jedes Jahr eine stetige Erhöhung des Budgets oder der Ressourcen. Wir konnten soagr den Weltmeister [Martin] zu uns holen", betont Biaggi.
"Okay, wir hatten viel Pech, weil er sich ein paar Mal verletzt hat, aber 2026 kann unser Team - nicht nur das Motorrad, sondern das gesamte Team - sehr, sehr stark sein."

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