Marquez sieht Vinales und sein Lorenzo-Projekt als mögliche Titelgegner

Marc Marquez verrät, welche Gegner er im MotoGP-Titelkampf 2026 auf dem Zettel hat - Dabei nennt er auch Maverick Vinales und dessen Berater Jorge Lorenzo

(Motorsport-Total.com) - MotoGP-Weltmeister Marc Marquez hat offen darüber gesprochen, mit welchen Gegnern er im Kampf um den Titel 2026 rechnet. Neben den etablierten Namen zählt der Spanier dabei auch Maverick Vinales - und dessen Zusammenarbeit mit Jorge Lorenzo - zu den möglichen Schlüsselfiguren der Saison.

Titel-Bild zur News: Marc Marquez

Marc Marquez' Liste möglicher WM-Rivalen für 2026 ist lang Zoom

Bei der Frage nach seinen größten Titelrivalen für 2026 macht Marquez deutlich, dass er niemanden unterschätzt: "Von einer Saison zur nächsten lege ich immer alle Namen der Rivalen auf den Tisch. Andrea Dovizioso hat mich das gelehrt: Niemand sprach über ihn, und am Ende war er ein extrem harter Gegner."

Auch sein Bruder Alex Marquez sei dafür ein Beispiel. "Er hat uns das ebenfalls gezeigt, denn letztes Jahr sprach niemand über ihn, und er war ein sehr schwieriger Rivale."

Entsprechend lang fällt seine Liste aus: "Also legen wir Namen wie Pedro Acosta, Bezzecchi, Pecco, Alex auf den Tisch ... Ich denke, das werden die Hauptkonkurrenten sein, ohne den Rest des MotoGP-Feldes zu vergessen", bekräftigt Marquez.

Vinales und Lorenzo ein "sehr interessantes" Experiment

Besonders aufmerksam verfolgt er die neue Zusammenarbeit zwischen Tech3-KTM-Pilot Maverick Vinales und Ex-Fahrer Jorge Lorenzo. Der dreifache MotoGP-Weltmeister und frühere Marquez-Rivale hatte ihm 2015 den Titel streitig gemacht.

"Ich wollte Vinales eigentlich auch gerade nennen. Wir werden sehen, wie dieses Experiment ausgeht", sagt Marquez. "Als ich die anderen MotoGP-Fahrer erwähnt habe, wollte ich Vinales ebenfalls einbeziehen, aber dann wird die Liste zu lang. Doch was Maverick und Jorge machen, ist sehr interessant."

Beide traf Marquez am 8. und 9. Dezember auf dem Aspar Circuit, wo er selbst erstmals seit seiner Verletzung in Indonesien 2025 wieder auf einer Rennstrecke unterwegs war. "Ich habe sie beim Training gesehen. Sie sind begeistert und motiviert."


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Doch der Spanier betont: "Ob eine Zusammenarbeit funktioniert oder nicht, zeigt sich an den Ergebnissen. Wenn es Ergebnisse gibt, wird es funktionieren, und wenn nicht, müssen sie weiterarbeiten und dranbleiben." An Einsatz mangele es nicht: "Sie investieren definitiv viel, wenn man sieht, wie viel sie trainieren."

Was sein eigenes Training betrifft, hat sich Marquez' Herangehensweise in diesem Winter - vor allem angesichts der neuerlichen Verletzung - verändert. "Früher, bei vorherigen Reha-Phasen, kam ich am ersten Tag an und fuhr sofort wieder, als wäre nichts passiert", gesteht er. "Dieses Mal bin ich es ruhig angegangen."

"Ich bin viele Runden gefahren und Schritt für Schritt besser geworden. Ich habe mit mehr Fahrern trainiert, und sie haben mich alle geschlagen, aber nach und nach habe ich mich gesteigert und erreiche jetzt ein gutes Niveau", erklärt Marquez.

Marquez sieht Siege als Schlüssel in einer langen Saison

Mit Blick auf seine Titelverteidigung ist ihm klar, dass angesichts von 22 Grands Prix Konstanz allein nicht reichen wird. Podestplätze seien wichtig, Titel würden aber über Siege entschieden. "Siege geben dir den Spielraum, auch einmal Punkte zu verlieren, Fehler zu machen und trotzdem Ruhe zu bewahren."

Eine Blaupause der vergangenen Saison erwartet der amtierende Weltmeister allerdings nicht: "Es wird sicher keine Saison wie die letzte, die sehr atypisch war, mit vielen Fehlern der Hauptkonkurrenten, von Pecco und auch von Alex, der sich mitten in der Saison den Finger verletzte und zwei Nullrunden hatte."

"Ich denke, das wird alles anders sein", sagt Marquez. "Aber wenn ein Fahrer auftaucht, der dich zwingt, schneller zu fahren, passieren auch mehr Fehler, und dann musst du die Balance zwischen Risiko, Geschwindigkeit und Nutzen finden."