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Marquez privat: Darum sollen seine Kinder keine Rennen fahren
Marc Marquez spricht offen wie nie über Familie, Karriereende und Schattenseiten seines Erfolgs - Warum er nicht möchte, dass seine Kinder Motorradrennen fahren
(Motorsport-Total.com) - Marc Marquez hat in einem ausführlichen Interview ungewöhnlich offen über private Themen gesprochen und dabei eine klare Haltung gezeigt, die viele überraschen dürfte: Der siebenfache MotoGP-Weltmeister möchte nicht, dass seine möglichen Kinder eines Tages selbst den Weg in den Motorradsport einschlagen.
© Getty Images Europe
Marc Marquez und seine Freundin Gemma, die ihn oft an die Strecke begleitet Zoom
Während Marquez sich aktuell in der finalen Phase seiner Genesung von der Schulterverletzung befindet, die er sich in Indonesien zuzog, sprach er mit dem spanischen TV-Sender La Sexta. Anlass war eine Sondersendung über seinen langen und schwierigen Weg zurück an die Spitze nach seinem Oberarmbruch 2020.
Dabei gewährte der Ducati-Pilot tiefe Einblicke in persönliche Gedanken, die man von ihm so selten hört. Besonders deutlich wurde Marquez bei der Frage, ob er sich wünschen würde, dass ein Sohn oder eine Tochter einmal in seine Fußstapfen tritt.
Sohn oder Tochter bitte nicht im Motorradsport
Seine Antwort fiel unmissverständlich aus: "Das würde ich nicht wollen. Ich denke an ihn oder sie und sage mir: 'Armes Kind!' Sie würden sehr unter meinem Erbe leiden. Ich weiß nicht, wie beschützend ich wäre, denn ich bin sehr beschützend veranlagt. Meinen Nachnamen zu tragen würde ihnen überhaupt nicht helfen."
Zwar räumt Marquez ein, dass seine Kinder gewisse Vorteile hätten, vor allem finanzieller Natur. Genau darin sieht er jedoch ein Problem. Es ist klar, dass sie gewisse Vorteile hätten, zum Beispiel finanziell. Ihnen würde es an nichts fehlen, aber wenn dir nichts fehlt, hast du nicht denselben Hunger", so der Spanier.
Statt Rennstrecke und Boxengasse würde er ganz andere Sportarten bevorzugen: "Ich hätte lieber, dass sie Fußball spielen oder einen Tennisschläger in die Hand nehmen."
Marquez arbeitet am Verletzungscomeback 2026
Sportlich arbeitet Marquez derzeit akribisch an seinem Comeback. Vor einigen Wochen konnte der amtierende Weltmeister nach medizinischen Kontrollen wieder mit dem Training auf einer Offroad-Maschine beginnen, nachdem sich gezeigt hatte, dass der Kallus an der Schulterfraktur ordnungsgemäß verfestigt ist.
Vergangene Woche stand bereits der nächste wichtige Schritt an: Marquez fuhr auf dem Aspar Circuit in Valencia die Ducati Panigale. Sein klares Ziel ist es, sich in bestmöglicher körperlicher Verfassung auf den ersten offiziellen Test der Saison 2026 vorzubereiten. Dieser findet vom 3. bis 5. Februar in Sepang statt.
Die aktuelle Verletzung ist nur der jüngste Rückschlag in einer langen Verletzungshistorie. Auch darüber sprach Marquez offen und beschrieb sehr eindringlich die psychologischen Stadien einer schweren Verletzung, die er in drei Phase aufteilt.
Im Geduldigsein ist Marquez mittlerweile Profi
"In der ersten willst du von niemandem etwas wissen, du bist zerstört. Ich habe meine letzte Weltmeisterschaft gewonnen und drei Wochen zu Hause verbracht, ohne irgendwen zu sehen. Der Schmerz bringt dein 'schlechtes Temperament' zum Vorschein, und du lässt es an den Menschen in deiner Nähe aus", erklärt er.
Darauf folgt eine trügerische Phase, "in der du glaubst, schon wieder fit zu sein, es aber in Wirklichkeit noch nicht bist. Dort werde ich gestoppt, und ich lasse mich stoppen."
Erst danach beginne der schwierigste Teil: das Warten. "Die letzte Phase ist die der Geduld. Du willst auf das Motorrad steigen, aber du darfst es nicht." Angesichts dieser Erfahrungen stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Ende der Karriere.
Gedanken ans Karriereende in der MotoGP? Noch nicht
Für Marquez ist dieses Thema präsent, aber noch längst nicht akut. "Das Schwierigste für einen Sportler ist zu wissen, wann und wie man aufhören soll und wie lange man es hinauszögern kann. Ich weiß bereits, dass ich früher zurücktreten werde, weil mein Körper mich dazu zwingen wird - mehr als mein Kopf."
Mental sieht sich Marquez nämlich noch lange nicht am Limit: "Ich werde jedes Jahr verstehen müssen, wie es meinem Körper geht, denn mental bin ich wie eine Rakete."
Abschließend äußerte sich der MotoGP-Star auch zu einem Thema, das viele Profis beschäftigt: Kritik in sozialen Netzwerken. Heute gehe er damit sehr selektiv um.
"Ich lese nur das Nötigste, weder Gutes noch Schlechtes. Der Mensch konzentriert sich oft auf das Negative. Von hundert Kommentaren bleiben dir zwei schlechte im Gedächtnis. Heute beeinflusst mich das überhaupt nicht", sagt er. Das sei jedoch nicht immer so gewesen: "Wer sagt, dass ihn das nicht beeinflusst, lügt."
Dass in den sozialen Medien jedermann unter dem Schutzschild der Anonymität kommentieren kann, sieht Marquez kritisch. Sein Fazit fällt deutlich aus: "In sozialen Netzwerken sollte man einen Namen, eine Ausweisnummer und ein Profil haben."

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