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KTM-Tester Pedrosa lobt Acosta: "Er musste sein Mindset neu verkabeln"
Dani Pedrosa gewährt seltene Einblicke in seine Arbeit mit Pedro Acosta und erklärt, warum der Youngster trotz schwieriger Saison mental gewachsen ist
(Motorsport-Total.com) - Dani Pedrosa ist seit einigen Jahren als Testfahrer eine zentrale Figur im KTM-Projekt. In dieser MotoGP-Saison wurde er vor allem von Pedro Acosta mehrfach öffentlich hervorgehoben, der betonte, wie wertvoll sein Input für KTM sei.
© Getty Images Europe
Pedro Acosta schloss die MotoGP-Saison 2025 als Gesamtfünfter ab Zoom
Im Gespräch mit MotoGP.com spricht Pedroa offen über die Entwicklung des Youngsters und über die gemeinsame Arbeit, die maßgeblich zu Acostas Reifeprozes beigetragen hat.
Schon zu Beginn macht Pedrosa deutlich, dass die Saison für Acosta alles andere als einfach begann. "Die Situation in unserem Team war nicht leicht und er hatte hohe Erwartungen, die wir nicht erfüllen konnten", räumt der Testfahrer ein.
Für den Rookie des Vorjahres sei das ein mentaler Kraftakt gewesen: "Er musste sein Mindset neu verkabeln. Das war der größte Schritt. Er musste langsam wieder Vertrauen aufbauen und neue Hoffnungen für die Saison entwickeln." Vor allem die ersten Wochen der Saison seien schwer zu verdauen gewesen.
Pedrosa erklärt: "Wenn du am Anfang darauf zielst, Podien oder Siege zu holen, und es passiert nicht, ist das schwer zu schlucken." Doch genau dort habe Acosta seine größte Stärke gezeigt, denn trotz der Umstände habe er sich immer weiter steigern können: "Am Ende der Saison hat er gezeigt, wie stark er ist."
Wie viel Einfluss hat Pedrosa wirklich?
Acosta hatte zuletzt mehrfach betont, dass er in diesem Jahr intensiver denn je Pedrosas Rat gesucht habe. Der 39-Jährige bestätigt das, aber in gewohnter Zurückhaltung.
"Pedro ist ein sehr smarter Typ und sucht immer das beste Ergebnis. Ich versuche nie, zu viel einzugreifen, denn es ist seine Karriere und jeder Fahrer hat seinen eigenen Weg", erklärt Pedrosa. Wenn ein Fahrer jedoch Input wolle, sei er jederzeit bereit, Ideen zu teilen: "Natürlich kann mein Rat funktionieren oder nicht. Aber es ist immer einen Versuch wert, wenn er offen dafür ist", betont der Spanier.
Eine Situation aus der Saison hebt Pedrosa besonders hervor. Als Acosta zu Beginn strauchelte, setzten sich beide zusammen. Pedrosa erinnert sich: "Wir haben im Grunde beschlossen: jedes Mal das Beste aus dem zu machen, was wir haben."
"Ich sagte ihm: 'Ich weiß, dass das für deine Erwartungen nicht genug ist, aber wenn du das jedes Wochenende machst, wird es besser werden, sodass du deinem Ziel näher kommst.' Genau so sei es gekommen, auch wenn ein Ziel ausblieb: "Leider hat es am Ende knapp nicht zum Sieg gereicht, den wir alle wollten."
Eine fast legendäre Wette, die platzte
So kam es auch nicht zur Einlösung einer kuriosen Wette, die gegen Saisonende im Paddock die Runde machte. Pedrosa bestätigt auf Nachfrage schmunzelnd: "Ja, es war so: Wenn Pedro ein Rennen gewinnt, färbe ich meine Haare komplett orange."
Je näher das Finale rückte, desto knapper wurde es. "Er war kurz davor, aber die Chancen sind uns entglitten, weil jedes Mal ein Rennen weniger blieb", blickt Pedrosa zurück.
© Gold and Goose
Dani Pedrosa ist als Tesfahrer auch bei vielen Saisonrennen vor Ort Zoom
Auf die Frage, ob die Wette auch 2026 noch gilt, antwortet er diplomatisch: "Wir werden sehen, wie gut das Bike ist." Ganz zufrieden ist er dennoch nicht: "Schade, dass es nicht passiert ist. Es wäre lustig gewesen. Aber wir finden für nächste Saison eine neue."
Warum Acosta den Unterschied macht
Doch auch ohne Rennsieg war Acosta in der MotoGP-Saison 2025 klar der herausragende KTM-Fahrer: Von 14 Podiumsplätzen des Herstellers holte er allein zwölf. Pedrosa erklärt, warum der 21-Jährige aus seiner Sicht so außergewöhnlich ist.
"Er pusht das Bike auf jedem Meter ans Limit, beim Anbremsen, beim Einlenken, beim Exit", weiß der Spanier. Besonders beeindruckend sei Acostas Ansatz schon am Freitag: "Er kommt zum ersten Training und versucht sofort, ans Limit zu gehen. Er checkt nicht erst ab: Wie ist die Situation, wie fühlt sich das Bike auf dieser Strecke an? Er versucht sofort, das Ziel zu erreichen: oben in der Zeitenliste zu sein."
Danach arbeite Acosta das gesamte Wochenende über konsequent weiter, selbst wenn Probleme auftauchen: "Auch wenn es Schwierigkeiten mit dem Bike gibt, versucht er das Maximum herauszuholen." Genau das mache den Unterschied.

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