KTM, Aprilia, Yamaha: Das sagt Miguel Oliveira über seine drei MotoGP-Bikes
KTM brachte Siege, Aprilia blieb ein Versprechen, Yamaha ein Kompromiss - Miguel Oliveira erklärt die Stärken und Schwächen seiner MotoGP-Motorräder
(Motorsport-Total.com) - Miguel Oliveira bestritt von 2019 bis 2025 insgesamt 117 MotoGP-Rennen und hat fünf davon gewonnen - alle mit KTM. Vier Jahre fuhr er für die österreichische Marke, zunächst zwei im Satellitenteam Tech3 und anschließend zwei im Werksteam.
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Barcelona 2021: Der bisher letzte KTM-Sieg auf komplett trockener Strecke Zoom
"Kurz gesagt: Die KTM war ein gutes Motorrad mit einem starken Motor und an einem guten Tag mit sehr, sehr gutem Grip am Hinterrad. Sie war fantastisch zu fahren. Im Regen war sie praktisch unschlagbar", beschreibt Oliveira die RC16.
2020 feierte er beim Grand Prix der Steiermark seinen ersten MotoGP-Sieg. KTM-Markenkollege Pol Espargaro und Jack Miller (Pramac-Ducati) duellierten sich in der Zielkurve. Oliveira profitierte, stach innen an beiden vorbei und holte sich den Sieg.
Anschließend dominierte er das Saisonfinale 2020 in seiner portugiesischen Heimat, als die MotoGP erstmals in Portimao gastierte. Oliveira konnte seinen Heimvorteil von unzähligen Trainingsrunden mit Superbikes ausspielen.
2021 folgte in Barcelona ein dritter Sieg mit KTM. 2022 gelangen in Indonesien und Thailand zwei Siege im Regen. Es war bislang der letzte Grand-Prix-Sieg der österreichischen Marke. Mit fünf Siegen ist Oliveira weiterhin der erfolgreichste KTM-Fahrer.
Ende 2022 trennten sich die Wege von Oliveira und KTM und er wechselte zu Aprilia. Er trat im damals neuen Satellitenteam der italienischen Marke an, das war RNF. Daraus entstand 2024 das US-Team Trackhouse.
In seiner ersten Saison mit Aprilia erzielte Oliveira mit Platz vier in Silverstone sein bestes Ergebnis. Im zweiten Jahr war Rang zwei im Sprint auf dem Sachsenring sein Höhepunkt. Ein Rennen konnte der Portugiese mit der RS-GP nicht gewinnen.
"Die Aprilia war eine Mischung aus einem sehr starken Einlenkverhalten in schnellen Kurven", charakterisiert er das italienische Motorrad. "Der Motor war vielleicht nicht ganz so stark, dafür war das Motorrad körperlich anspruchsvoll zu fahren."
"Wenn man aber einen sauberen Fahrstil und ein gutes Verständnis hatte, war sie schnell." Nach zwei Jahren ging auch dieses Kapitel zu Ende. Oliveira schloss sich 2025 dem neuen Yamaha-Satellitenteam Pramac an.
Eine Verletzung in Argentinien hatte schwerwiegende Auswirkungen. Erst in der zweiten Saisonhälfte stabilisierten sich seine Ergebnisse. Zwei neunte Plätze in Barcelona und Misano sowie Rang neun im Sprint in Mandalika waren seine einzigen Top-10-Ergebnisse.
"Diese Yamaha war extrem fahrerfreundlich, aber vor allem die Leistung war das Problem, und der Grip am Hinterrad war ziemlich schlecht", lautet sein Fazit zur M1 mit Reihenvierzylinder. Trotz Starts für drei Hersteller gelang ihm nur mit KTM ein Sieg.
Im nächsten Jahr tritt der 30-Jährige in der Superbike-WM für BMW an und lernt damit erneut ein komplett anderes Motorrad kennen. Ende November absolvierte Oliveira in Jerez seine ersten beiden Testtage mit der M1000RR.

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