"Kein menschlicher Fehler": Raul Fernandez über heftigen Portimao-Sturz

Trackhouse-Pilot Raul Fernandez ist nach verpasstem Portugal-Grand-Prix bereit, das MotoGP-Finale 2025 in Valencia zu fahren - Wie es zum Sturz im FT1 in Portimao kam

(Motorsport-Total.com) - Auf dem Circuit Ricardo Tormo bei Valencia steigt an diesem Wochenende das Finale der MotoGP-Saison 2025. Von den 22 Stammpiloten haben sich 21 angekündigt, einzig Weltmeister Marc Marquez setzt verletzungsbedingt weiterhin aus. Weil Augusto Fernandez mit der V4-Yamaha wieder mit einer Wildcard antritt, und auch Honda-Testfahrer Aleix Espargaro mit einer Wildcard wieder dabei ist, wird das Valencia-Wochenende am Freitag mit 24 Fahrern in der Königsklasse beginnen.

Titel-Bild zur News: Trackhouse-Aprilia RSGP25 von Raul Fernandez nach Sturz in Portimao 2025

Trackhouse-Aprilia RSGP25 von Raul Fernandez nach Sturz in Portimao 2025 Zoom

Ein Fragezeichen ist Stand Donnerstag aber allen voran noch hinter Aprilia-Werkspilot Jorge Martin zu machen. Der MotoGP-Weltmeister von 2024 will es nach zuletzt vier verpassten Rennwochenenden erstmals wieder probieren. Sollten die Schmerzen infolge seines Schlüsselbeinbruchs von Ende September in Motegi aber zu stark sein, dann würde Martin das Valencia-Wochenende vorzeitig abbrechen.

Andres sieht es bei Raul Fernandez aus. Der Trackhouse-Aprilia-Pilot hat das zurückliegende Rennwochenende in Portimao vorzeitig abgebrochen, nachdem er dort im ersten Freien Training (FT1) einen heftigen Sturz hatte und Glück hatte, dass er nicht von seinem eigenen Motorrad getroffen wurde.

In Kurve 1 des Algarve International Circuit war dem Australien-Sieger bei hohem Tempo das Vorderrad seiner RS-GP25 weggerutscht. Fernandez sprang ab. Während das Motorrad in die Streckenbegrenzung (Airfence) krachte, verletzte sich der Spanier bei mehreren Rollen im Kiesbett. Laut Angaben des Trackhouse-Teams waren Schulter und Schlüsselbein betroffen.

Nachdem er in der direkt anschließenden Session - dem Training am Freitagnachmittag - gleich wieder auf das Motorrad gestiegen war und noch 20 Runden gedreht hatte, entschieden Fernandez und seine Trackhouse-Crew nach dem FT2 am Samstagvormittag dann doch, das Portugal-Wochenende vorzeitig aufzugeben.

Am Donnerstag in Valencia nun erklärt Fernandez, was "bei einem der heftigsten Stürze in meiner MotoGP-Karriere" passiert ist. "Ich darf mich glücklich schätzen, hier zu sein", so der Spanier und weiter: "Ich möchte betonen, dass es ein technischer Defekt war, kein menschlicher Fehler. Das Team hat einen erstklassigen Job gemacht. Es war nicht so, dass einer im Team einen Fehler gemacht hätte", so der Spanier.

Raul Fernandez

In Protimao brach Raul Fernandez sein Wochenende am Samstag ab Zoom

In Portimao hatte Fernandez nach der Entscheidung zum vorzeitigen Abbruch seines Wochenendes erklärt, dass er in Kurve 1 "eine seltsame Reaktion des Motorrads spürte, weshalb ich abspringen musste. Dabei habe ich mir die Schulter ausgekugelt, die dann aber wieder zurück [ins Gelenk] gesprungen ist".

Über den technischen Defekt, auf den er allerdings nicht näher eingehen will, sagt der Trackhouse-Pilot am Donnerstag in Valencia: "Solche Dinge können passieren, sie sind Teil des Sports." Und zu seiner körperlichen Verfassung teilt er mit: "Ich kann von Glück reden, dass ich keine schlimmeren Verletzungen erlitten habe. Nur die Schulter ist betroffen."

"Ich habe mit dieser Schulter schon seit 2019 Probleme. Manchmal springt sie raus. Das ist bitter, weil das auf einem MotoGP-Bike mit der Lederkombi eigentlich nicht passiert. Es war das erste Mal. Trotzdem hatte ich Glück", so der 25-jährige Spanier.

Raul Fernandez

Das OK der Ärzte für eine Teilnahme in Valencia hat Raul Fernandez Zoom

Stand Donnerstag ist Fernandez "noch nicht wieder bei 100 Prozent, sondern eher bei 90 bis 95 Prozent", wie er sagt. Für den weiteren Verlauf des Valencia-Wochenendes ist er optimistischer als sein Aprilia-Markenkollege Jorge Martin.

"Ich finde, die Physiotherapeuten, die wir im MotoGP-Fahrerlager haben, helfen uns sehr viel. Ich gehe davon aus, dass im Verlauf des Wochenendes einen guten Plan für mich ausarbeiten werden", sagt Fernandez.

"Natürlich will ich das Rennen fahren", blickt er schon mal auf den Sonntag voraus und erklärt: "Der Grund, weshalb ich in Portugal aufgehört habe, war, weil ich daran dachte, hierher zu kommen und das Rennen hier zu bestreiten."

"Wir müssen einen guten Plan für das Wochenende ausarbeiten. Wir müssen es ruhig angehen und sehen, wo unser Limit liegt. Es wird darum gehen, keine Fehler zu machen und von Tag für Tag voranzukommen. Das Hauptziel für morgen ist es, den direkten Q2-Einzug zu schaffen", so der Trackhouse-Pilot aus Spanien.

Neueste Kommentare