Im Detail: Alle Fahrer, die MotoGP- und auch WSBK-Rennen gewonnen haben

Nur einem erlesenen Kreis an Fahrern ist es gelungen, sowohl in der Königsklasse der Motorrad-WM als auch in der Superbike-WM mindestens einen Sieg einzufahren

(Motorsport-Total.com) - Die Motorrad-Weltmeisterschaft existiert bereits seit dem Jahr 1949, die Superbike-Weltmeisterschaft gibt es seit dem Jahr 1988. Bis heute ist es 19 Piloten gelungen, sich sowohl in der Königsklasse der Motorrad-WM (500er-Klasse bis 2001, MotoGP-Klasse seit 2002) als auch in der Superbike-WM (WSBK) in die Siegerlisten einzutragen.

Titel-Bild zur News: Max Biaggi, Carlos Checa

Carlos Checa und Max Biaggi: Zwei der Piloten mit WM-übergreifenden Siegen Zoom

Die Antworten darauf, wer diese 19 Fahrer sind, wann und wo ihre Erfolge jeweils zustande kamen, und wo sie sich damit in der Bestenliste - Summe der WM-übergreifenden Rennsiege - einordnen, liefert unsere nachfolgende Übersicht:

Mick Doohan (54 Siege 500er + 3 Siege WSBK)

Mick Doohan

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Fällt irgendwo der Name Mick Doohan, denkt man zwangsläufig an die fünf aufeinanderfolgenden 500er-Titel, die der Australier in den Jahren 1994 bis 1998 auf Honda eingefahren hat. Doch bevor "Quick Mick" in der Königsklasse der Motorrad-WM zum großen Durchmarsch ansetzte, war er in der Superbike-WM siegreich.

In der WSBK nämlich hat es Doohan in der Saison 1988 auf Yamaha auf drei Siege gebracht, wobei ihm der erste davon am Japan-Wochenende in Sugo gelang. Zudem gewann er im Premierenjahr der Superbike-WM beide Läufe am Australien-Wochenende in Oran Park.

Seinen ersten 500er-Sieg feierte Doohan beim Grand Prix von Ungarn 1990 auf dem Hungaroring, seinen letzten beim Grand Prix von Argentinien 1998 in Buenos Aires. Insgesamt hat er es auf 54 Siege in der 500er-Klasse gebracht, bevor ein schwerer Unfall am Jerez-Wochenende 1999 seine Karriere beendete.

Troy Bayliss (1 Sieg MotoGP + 52 Siege WSBK)

Troy Bayliss

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Als Troy Bayliss auf der WM-Bühne seine ersten Erfolge feierte, war er bereits 30 Jahre alt. Im Ducati-Werksteam als Nachfolger für Carl Fogarty, der sich schwer verletzte, holte Bayliss in Hockenheim 2000 den ersten seiner 52 WSBK-Siege. Seine erste volle WSBK-Saison (2001) beendete der Australier mit dem ersten von drei WM-Titeln. Die anderen zwei Titel ließ er 2006 und 2008 folgen, jeweils auf Ducati.

Zeitlich zwischen seinen Erfolgen in der Superbike-WM trat Bayliss in der MotoGP-WM an. Dort debütierte er 2003 im Ducati-Werksteam. Seinen einzigen MotoGP-Sieg feierte er aber nicht als Stammfahrer, sondern als Ersatzfahrer beim legendären Saisonfinale 2006 in Valencia.

Während Valentino Rossi (Yamaha) damals im MotoGP-Titelkampf von Nicky Hayden (Honda) übertrumpft wurde, siegte Bayliss als einmaliger Ersatz für Sete Gibernau auf der Ducati Desmosedici GP6 souverän.

Max Biaggi (13 Siege MotoGP/500er + 21 Siege WSBK)

Max Biaggi

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Mit vier aufeinanderfolgenden Titeln in der 250er-WM machte sich Max Biaggi im Zeitraum 1994 bis 1997 einen Namen. Unvergessen sind seine Duelle mit Ralf Waldmann, in denen sich der Italiener letztlich immer durchsetzte. Im Anschluss daran stieg Biaggi in die 500er-Klasse auf.

Bei seinem 500er-Debüt, dem Grand Prix von Japan 1998 in Suzuka, siegte Biaggi für Kanemoto-Honda in Marlboro-Farben auf Anhieb. Als die 500er-WM beginnend mit der Saison 2002 zur MotoGP-WM wurde, feierte "Mad Max" weitere Rennsiege. Insgesamt wurden es deren 13. Zum WM-Titel allerdings reichte es für ihn in der Königsklasse nie.

Ganz anders in der Superbike-WM: Auch dort triumphierte Biaggi direkt bei seinem Debüt, in diesem Fall in Lauf 1 des Katar-Wochenendes 2007 in Lusail auf Suzuki. Seine ganz großen WSBK-Erfolge feierte er nach dem Wechsel zu Aprilia. 2010 und 2012 wurde er jeweils Weltmeister. Rennsiege wurden es für ihn auf dieser Bühne deren 21.


Fotostrecke: Alle Fahrer, die Rennen in MotoGP und WSBK gewonnen haben

Max Biaggi ist somit bis heute der einzige, der sowohl in der Königsklasse der Motorrad-WM als auch in der Superbike-WM eine zweistellige Anzahl an Siegen aufweist. Zusammengerechnet ist er mit seinen 34 Siegen trotzdem "nur" Dritter der Bestenliste hinter Troy Bayliss (53) und Spitzenreiter Mick Doohan (57).

Marco Melandri (5 Siege MotoGP + 22 Siege WSBK)

Marco Melandri

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Für Marco Melandri stehen fünf MotoGP-Siege in den Annalen, wobei ihm der erste beim Grand Prix der Türkei 2005 in Istanbul und der letzte beim Grand Prix von Australien 2006 auf Phillip Island, jeweils für Gresini-Honda, gelang.

Nach achteinhalb MotoGP-Jahren wechselte Melandri in die Superbike-WM. Auf der WSBK-Bühne feierte er am Großbritannien-Wochenende 2011 in Donington seinen ersten Sieg. Bemerkenswert ist, dass Melandri seine 22 Siege in der Superbike-WM mit vier Herstellern gesammelt hat: Yamaha, BMW, Aprilia, Ducati.

Seinen letzten Sieg erzielte Melandri am Australien-Wochenende 2018 auf Phillip Island. Somit hat der Italiener sowohl seinen letzten MotoGP-Sieg als auch seinen letzten WSBK-Sieg auf ein und derselben Strecke eingefahren.

Carlos Checa (2 Siege 500er + 24 Siege WSBK)

Carlos Checa

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Carlos Checa hat es in der 500er-Klasse der Motorrad-WM auf zwei Siege gebracht, nämlich beim Grand Prix von Katalonien 1996 in Barcelona und beim Grand Prix von Madrid 1998 in Jarama, jeweils für Pons-Honda. Insgesamt fuhr Checa mehr als zwölf Jahre in der Königsklasse.

Die Bühne der Superbike-WM betrat Checa erst im Jahr 2010 im stolzen Alter von 37 Jahren. Dort gelang ihm gleich am ersten Rennwochenende, Phillip Island in Australien, in Lauf 2 der erste Sieg. Checa fuhr damals für Althea-Ducati.

Und in eben diesem Team holte Checa im darauffolgenden Jahr zum ganz großen Wurf aus. Mit 15 Saisonsiegen krönte er sich zum Superbike-Weltmeister 2011 und zum ersten WSBK-Champion aus Spanien.

John Kocinski (4 Siege 500er + 14 Siege WSBK)

John Kocinski

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John Kocinski, dessen spektakulärer Fahrstil ihm in der 250er-WM den Titelgewinn 1990 einbrachte, gab sein 500er-Debüt im Jahr 1991 im Yamaha-Werksteam als Teamkollege von Wayne Rainey. Seinen ersten Sieg in der Königsklasse errang Kocinski beim Saisonfinale, dem Grand Prix von Malaysia 1991 in Shah Alam. Drei weitere Siege folgten, wobei der letzte beim Saisonauftakt 1994, dem Grand Prix von Australien in Eastern Creek, auf Cagiva gelang. Zweimal beendete der US-Amerikaner eine 500er-Saison als WM-Dritter.

In der Superbike-WM war Kocinski noch erfolgreicher. Dort fuhr er zwar nur zwei Jahre (1996 und 1997), wurde aber als Rookie sofort WM-Dritter und im zweiten Jahr sogar Weltmeister. WSBK-Rennen gewonnen hat Kocinski insgesamt 14. Seinen ersten Sieg feierte er gleich beim Debüt, am Misano-Wochenende 1996 auf Ducati. Dort gewann er beide Läufe.

Genau das, nämlich beim WSBK-Debüt beide Hauptrennen zu gewinnen, das machte Kocinski erst 23 Jahre später jemand nach, nämlich Alvaro Bautista anlässlich des Saisonauftakts 2019 auf Phillip Island. Was Kocinski angeht, so holte er den letzten seiner 14 WSBK-Siege am Sentul-Wochenende 1997 in Indonesien auf der Honda in Castrol-Farben.

Pierfrancesco Chili (1 Sieg 500er + 17 Siege WSBK)

Pierfrancesco Chili

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Pierfrancesco Chili feierte im 500er-Rennen des Grand Prix der Nationen 1989 in Misano seinen einzigen Sieg in der Königsklasse der Motorrad-WM. Bei seiner Triumphfahrt pilotierte der Italiener eine Honda in den gelb/weißen Farben von HB.

Insgesamt verbrachte Chili fünf Jahre in der 500er-WM. In der Superbike-WM war er mehr als doppelt so lang unterwegs, nämlich zwölf Jahre lang von 1995 bis 2006. 17 WSBK-Siege erzielte Chili, beginnend mit dem Monza-Wochenende 1995 bis zum Misano-Wochenende 2004.

Sowohl bei seinem ersten als auch bei seinem letzten WSBK-Sieg saß Chili auf einer Ducati. Abgesehen von Ducati hat es "der Bademeister" auch auf Suzuki zu Siegen gebracht. In der WSBK-Gesamtwertung allerdings kam er in keiner seiner zwölf Saisons in die Top 3.

Ben Spies (1 Sieg MotoGP + 14 Siege WSBK)

Ben Spies

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Als dreimaliger Champion der US-amerikanischen Superbike-Meisterschaft (AMA) auf Suzuki wechselte Ben Spies zur Saison 2009 in die Superbike-Weltmeisterschaft und dort zu Yamaha. Das Jahr blieb sein einziges WSBK-Jahr, aber dieses verlief ausgesprochen erfolgreich.

14 der 28 WSBK-Saisonrennen 2009 beendete Spies als Rookie auf der Werks-Yamaha als Sieger. Nachdem er unter anderem am Auftaktwochenende (Phillip Island) und am Finalwochenende (Portimao) einen Lauf gewonnen hat, stand am Saisonende der WM-Titel.

2010 wechselte Spies als amtierender Superbike-Weltmeister in die MotoGP-Klasse. Dort debütierte er bei Tech3-Yamaha, bevor er ein Jahr später als Nachfolger für den zu Ducati gewechselten Valentino Rossi ins Yamaha-Werksteam berufen wurde. Am Niederlande-Wochenende 2011 in Assen feierte Spies seinen ersten und einzigen MotoGP-Sieg - bis heute der letzte MotoGP-Sieg eines US-Amerikaners. Nur zwei Jahre später, nach mehreren schweren Schulterverletzungen, beendete er seine Karriere.

Regis Laconi (1 Sieg 500er + 11 Siege WSBK)

Regis Laconi

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Regis Laconi war um die Jahrtausendwende in der Königsklasse der Motorrad-WM am Start, wobei es für ihn vier 500er-Saisons (1997 bis 2000) und eine MotoGP-Saison (2002) wurden. Seinen einzigen Sieg auf dieser Bühne errang der Franzose beim Grand Prix von Valencia 1999 auf einer Yamaha YZR500 des damaligen Red-Bull-Teams.

In der Superbike-WM debütierte Laconi auf Aprilia in der Saison 2001, also nach seiner 500er-Zeit, aber vor seiner einzigen MotoGP-Saison. Und beim WSBK-Saisonfinale 2001 in Imola siegte er erstmals.

Es folgten für Laconi zehn weitere WSBK-Siege, nämlich in den Jahren 2004 und 2005, allerdings nicht mehr auf Aprilia, sondern auf Ducati. Mit dem Vizetitel hinter Ducati-Kollege James Toseland war 2004 das erfolgreichste Jahr in Laconis Karriere.

Chris Vermeulen (1 Sieg MotoGP + 10 Siege WSBK)

Chris Vermeulen

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In der Bestenliste der Fahrer, die sowohl in der Königsklasse der Motorrad-WM als auch in der Superbike-WM mindestens ein Rennen gewonnen haben, ist Chris Vermeulen einer von bis dato zehn Piloten, die es WM-übergreifend auf eine zweistellige Anzahl Siege gebracht haben.

In der Superbike-WM feierte Vermeulen am Silverstone-Wochenende 2004 den ersten seiner insgesamt zehn Siege. Der letzte gelang dem Australier am Wochenende des 2005er Saisonfinales in Magny-Cours.

Jeden seiner 14 WSBK-Siege in nur zwei Jahren feierte Vermeulen im Sattel einer Honda. Sein einziger MotoGP-Sieg gelang ihm indes auf Suzuki, und zwar im Regenrennen des Grand Prix von Frankreich 2007 in Le Mans.

Alex Barros (7 Siege MotoGP/500er + 1 Sieg WSBK)

Alex Barros

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Alex Barros war im Zeitraum 1990 bis 2007 sage und schreibe 17 Jahre lang in der Königsklasse der Motorrad-WM am Start. Einzig 2006 trat er dort nicht an, weil er stattdessen die volle Saison in der Superbike-WM fuhr. Genau genommen hat Barros sogar in allen drei Topklassen - 500er, MotoGP, WSBK - Rennen gewonnen. Das ist außer ihm einzig Max Biaggi gelungen. An die WM-übergreifend 34 Siege des Italieners kommt Barros zwar nicht heran, aber auch seine Bilanz ist sehenswert.

Den Anfang machte für Barros der Sieg beim 500er-Saisonfinale 1993 in Jarama auf Suzuki. Der Brasilianer schaffte noch drei weitere 500er-Siege, und zwar in den Saisons 2000 und 2001 für Pons-Honda. In diesem Team holte er zudem drei MotoGP-Siege.

Diese drei MotoGP-Siege kamen für Barros im ersten Jahr der neuen Ära (2002) beim Pazifik-Grand-Prix in Motegi und beim Valencia-Grand-Prix, sowie 2005 beim Portugal-Grand-Prix in Estoril. 2006 schließlich siegte Barros auf einer Honda in Lauf 1 des WSBK-Wochenendes in Imola.

Marco Lucchinelli (6 Siege 500er + 2 Siege WSBK)

Marco Lucchinelli

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Marco Lucchinelli ist in der Bestenliste der Rennsieger aus 500er/MotoGP sowie WSBK derjenige, dessen erster Sieg am längsten zurückliegt, nämlich schon mehr als 45 Jahre. Es handelte sich um das letzte Rennwochenende der Motorrad-WM auf der berühmt-berüchtigten Nürburgring-Nordschleife. Dieses fand im August 1980 als Saisonfinale statt. Im 500er-Rennen triumphierte Lucchinelli damals auf Suzuki.

Auch der letzte seiner insgesamt sechs 500er-Siege kam für Lucchinelli an einem Rennwochenende, das für die Königsklasse den Abschied von einer Strecke markierte. In diesem Fall war es das Wochenende des Grand Prix von Finnland 1981 auf dem berüchtigten Stadtkurs in Imatra. Lucchinelli, der in jenem Jahr Weltmeister wurde, siegte auf einer Suzuki RG500. Zwar tauchte Imatra auch 1982 noch im Kalender auf, aber nicht mehr für die Königsklasse.

Was Lucchinelli betrifft, so blieb er sich mit seiner Verbindung zu historischen Rennwochenenden auch bei den Superbikes treu. Denn der Italiener gewann direkt am ersten Rennwochenende der WSBK-Geschichte einen Lauf, nämlich 1988 beim Saisonauftakt in Donington.

Auf einer Ducati siegte Lucchinelli damals in Rennen 2, nachdem Davide Tardozzi, der heutige Teammanager des MotoGP-Programms von Ducati, auf einer Bimota in Rennen 1 gewonnen hatte. Seinen zweiten und zugleich letzten WSBK-Sieg, den holte Lucchinelli ebenfalls 1988, und zwar auf dem Österreichring.

Cal Crutchlow (3 Siege MotoGP + 3 Siege WSBK)

Cal Crutchlow

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Cal Crutchlow wiederum ist einer derjenigen, die erst in der Superbike-WM siegreich waren und im Anschluss daran in der Königsklasse der Motorrad-WM. 2010, in seinem einzigen vollen WSBK-Jahr, gewann der Brite drei Rennen. Zunächst triumphierte er auf heimischem Boden in Silverstone in beiden Läufen, bevor er am Finalwochenende in Magny-Cours noch Lauf 1 für sich entschied.

Sein MotoGP-Debüt gab Crutchlow beim Saisonauftakt 2011 in Katar. Bis zum ersten Sieg aber musste er sich mehr als fünf Jahre lang gedulden. Inzwischen nicht mehr für Tech3-Yamaha und auch nicht mehr für das Ducati-Werksteam am Start, sondern für LCR-Honda, gewann er den Grand Prix von Tschechien 2016 in Brünn.

Es war der erste Sieg eines Briten in der Königsklasse seit Barry Sheene 35 Jahre zuvor. Alle drei MotoGP-Siege von Crutchlow kamen im LCR-Team zustande, der letzte beim Grand Prix von Argentinien 2018 in Termas de Rio Hondo.

Makoto Tamada (2 Siege MotoGP + 3 Siege WSBK)

Makoto Tamada

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Auch Makoto Tamada war erst in der Superbike-WM siegreich und anschließend in der MotoGP-WM. Jeden seiner drei WSBK-Siege holte der Japaner als Wildcard-Fahrer beim Honda-Heimspiel in Sugo. 2001 gewann er dort beide Läufe, ein Jahr später den zweiten Lauf. Zwar fuhr Tamada Jahre später, nämlich 2008 auf Kawasaki, auf Vollzeitbasis in der Superbike-WM, schaffte aber keinen Sieg mehr.

In der MotoGP-Klasse trat Tamada in der Zwischenzeit an, nämlich von 2003 bis 2007. Seine zwei Siege gelangen dem Japaner beide in der Saison 2004 auf der Pons-Honda in Camel-Farben, damals als Teamkollege von Max Biaggi.

Zunächst triumphierte Tamada beim bis dato letzten Grand Prix von Brasilien. Der fand 2004 noch in Rio de Janeiro statt, wohingegen das Brasilien-Comeback in der MotoGP-Saison 2026 in Goiania über die Bühne gehen soll. Seinen zweiten und letzten MotoGP-Sieg holte Tamada auf heimischem Boden beim Grand Prix von Japan 2004 in Motegi.

Danilo Petrucci (2 Siege MotoGP + 3 Siege* WSBK)

Danilo Petrucci

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Im Unterschied zu allen bisher Genannten, die sich in die Siegerliste von sowohl 500er-/MotoGP-WM als auch Superbike-WM eingetragen habe, ist Danilo Petrucci noch immer aktiv. Der Italiener könnte seine Bilanz also noch verbessern.

Aktuell steht Petrucci bei zwei MotoGP-Siegen und bei drei WSBK-Siegen, wobei einer seiner WSBK-Siege "nur" in einem Sprint (Superpole-Rennen) zustande kam. Derartige Siege werden in der Superbike-WM statistisch gleichgestellt mit Siegen in Hauptrennen. In der MotoGP-WM hingegen zählen Sprint-Siege statistisch nicht gleichwertig wie Grand-Prix-Siege.

Petruccis zwei MotoGP-Siege gelangen im Ducati-Werksteam beim Grand Prix von Italien 2019 in Mugello und beim Grand Prix von Frankreich 2020 in Le Mans. Seine bisherigen WSBK-Siege holte "Petrux" allesamt an einem einzigen Wochenende, nämlich 2024 in Cremona. Auf dem winkligen Kurs in Italien setzte sich der Italiener damals für Barni-Ducati in allen drei Läufen durch, also in beiden Hauptrennen und im Sprintrennen. Für die WSBK-Saison 2026 hat Petrucci im BMW-Werksteam unterschrieben.

Garry McCoy (3 Siege 500er + 1 Sieg WSBK)

Garry McCoy

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Genau wie sein einstiger Red-Bull-Yamaha-Teamkollege Regis Laconi, so hat es auch Garry McCoy sowohl in der 500er-WM als auch in der Superbike-WM zum Rennsieger gebracht. Der Australier gewann mit der Yamaha des Red-Bull-Teams drei Rennen in der 500er-Saison 2000, nämlich den Südafrika-Grand-Prix in Welkom, den Portugal-Grand-Prix in Estoril und auch den Valencia-Grand-Prix.

In der Superbike-WM blieb es für McCoy in zwei Jahren (2004 und 2005) bei einem einzigen Sieg. Dieser kam auf heimischem Boden zustande, nämlich in Lauf 2 des Australien-Wochenendes 2004 auf Phillip Island im Sattel einer Ducati.

Im selben Jahr, also ebenfalls 2004, brachte es McCoys ehemaliger 500er-Teamkollege Regis Laconi, seinerseits auf Ducati, auf sieben Saisonsiege und den WSBK-Vizetitel.

Nicky Hayden (3 Siege MotoGP + 1 Sieg WSBK)

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Auch der Name Nicky Hayden taucht in der Liste derer auf, die zunächst in der Königsklasse der Motorrad-WM siegreich waren, anschließend dann in der Superbike-WM. Im Falle von "Kentucky Kid" kam der erste von drei MotoGP-Siegen im Honda-Werksteam beim Grand Prix der USA 2005 in Laguna Seca.

In der darauffolgenden MotoGP-Saison 2006, die er als Weltmeister beendete, siegte Hayden auf dramatische Art und Weise am Niederlande-Wochenende in Assen. Colin Edwards stürzte in der letzten Schikane vor dem Ziel. Ohne den Sturz hätte sich auch Edwards (31 WSBK-Siege) in die hier vorliegende Liste eingetragen. Für Hayden kam der dritte und gleichzeitig letzte MotoGP-Sieg am USA-Wochenende 2006 in Laguna Seca.

In der Superbike-WM, in die er im Winter 2015/16 nach 13 MotoGP-Saisons wechselte, war Hayden ebenfalls für das Honda-Werksteam siegreich. Dort blieb es bei einem einzigen Triumph, nämlich in Lauf 2 am Malaysia-Wochenende 2016 in Sepang. Es ist bis heute der letzte WSBK-Sieg eines US-Amerikaners. 2017, als er sich in seiner zweiten WSBK-Saison befand, kam Hayden bei einem Verkehrsunfall mit seinem Fahrrad in direkter Nähe der Rennstrecke Misano ums Leben.

Kevin Magee (1 Sieg 500er + 2 Siege WSBK)

Kevin Magee

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Kevin Magee hat es in der Königsklasse der Motorrad-WM auf einen Sieg, in der Superbike-WM auf zwei Siege gebracht. In der Motorrad-WM war der Australier aktiv, als die Topklasse noch die 500er-Klasse war.

Seinen "Lucky Strike" als 500er-Pilot feierte Magee beim Grand Prix von Spanien 1988 in Jarama auf einer Yamaha in den Farben von Lucky Strike. In der Superbike-WM fuhr er im Gegensatz zur 500er-WM nie eine volle Saison.

Dennoch hat es Magee bei seinen Einzelstarts auf der WSBK-Bühne auf zwei Siege gebracht. Auf seiner Heimstrecke Phillip Island in Australien gewann er sowohl 1991 als auch 1992 einen Lauf, jeweils auf einer Yamaha.

Andrea Iannone (1 Sieg MotoGP + 1 Sieg* WSBK)

Andrea Iannone

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Und auch Andrea Iannone hat sich in die Liste der Rennsieger in sowohl Motorrad-WM-Königsklasse als auch Superbike-WM eingetragen. Dem Italiener ist diese Errungenschaft als bislang letztem im September 2024 gelungen, als er am WSBK-Wochenende im MotorLand Aragon in Lauf 1 triumphierte.

Den Aragon-Sieg 2024 erzielte Iannone für GoEleven-Ducati. In der Superbike-WM ist "The Maniac" auch 2026 noch am Start, dann aber für das neue Ducati-Kundenteam Cainam. Iannone könnte also - genau wie Danilo Petrucci - seine Bilanz noch verbessern.

Iannones einziger MotoGP-Sieg liegt derweil schon rund ein Jahrzehnt zurück. Zustande kam er im August 2016 beim Grand Prix von Österreich auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Es war damals das Comeback der Motorrad-WM auf dem Gelände, das zuvor mit dem A1-Ring (1996 und 1997) im WM-Kalender vertreten war. Für Ducati bedeutete Iannones Österreich-Sieg 2016 das Ende einer sechsjährigen Durststrecke ohne MotoGP-Siege.

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