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Felge verbogen, Hinterreifen kaputt: Was bei Marquez zum Schaden führte
Ein Reifenschaden beendet das Thailand-Rennen von Marc Marquez - In Kurve 4 traf es Felge und Reifen hart - Michelin sieht Randsteine als Auslöser
(Motorsport-Total.com) - Marc Marquez sah beim MotoGP-Saisonauftakt 2026 in Thailand nicht die Zielflagge. Der Weltmeister schied in der 21. Runde mit einem Schaden am Hinterreifen aus. Auch die Felge war stark beschädigt. Der Ducati-Fahrer konnte einen Sturz verhindern. Auslöser war offenbar das Überfahren der Randsteine.
© Steve Wobser/Getty Images
Ein Reifenschaden beendete den Saisonauftakt von Marc Marquez Zoom
"Ich hatte Pech", seufzt Marquez, "denn in dieser Kurve bin ich beim Test zum Beispiel hundertmal neben die Strecke gefahren. Oder auch im Training, und da ist nie das passiert, was jetzt passiert ist. Normalerweise sind diese Randsteine so gemacht, dass man dort problemlos rausfahren kann."
"Man muss nur aufpassen, wenn man wieder [auf die Strecke] zurückfährt. Also bin ich rausgefahren, aber als ich zurückgefahren bin, habe ich schon gemerkt, dass der Hinterreifen geplatzt war. Es gab auch einen heftigen Schlag am Heck."
Das passierte in der schnellen Linkskurve 4. "Ja, beim Reinfahren in Kurve 4. Schon in der Kurvenmitte habe ich gespürt, dass das Hinterrad ein bisschen rutscht, mehr als sonst. Aber ich habe mir gesagt: 'Okay, der Reifen ist auch schon gebraucht.'"
"Und dann habe ich gemerkt, dass ich das Motorrad zu sehr forcieren muss, also habe ich mir gesagt: 'Okay, ich will kein Risiko eingehen. Auch wenn ich Zeit verliere, fahre ich raus auf den Asphalt und fahre dann wieder rein.'"
"Es war seltsam, weil ich, wie gesagt, in Kurve 4 ein bisschen weit rausgefahren bin. Es wirkte, als hätte ich einen großen Stein getroffen, aber es war kein Stein. Normalerweise fahren wir dort oft über die doppelten Randsteine raus."
"Nur diesmal wurde mein Reifen zerstört und zum Platzen gebracht. Also dieser Sicherheitsweg war heute nicht die beste Entscheidung. Denn ich glaube, ich hatte einfach komplett Pech, dass ich mir den Hinterreifen zerstört habe. Ich meine, wir sehen, dass viele Fahrer dort rausfahren."
Auch Michelin-Manager Piero Taramasso geht in einer ersten Stellungnahme davon aus, dass ein Randstein die Ursache des Schadens war. "Genau, das hat Marc uns gesagt", so Taramasso im Interview mit Canal+.
"Er meinte: 'Der einzige Fehler, den ich gemacht habe, war, dass ich zu weit rausgetragen wurde.' Er hat den gleichen Randstein getroffen, die Felge hat sich verbogen, dadurch ist die Luft entwichen und der Reifen ist von der Felge gegangen. Das ist echt bitter für ihn."
Der Reifenschaden bei Marquez war am gesamten Wochenende der schwerwiegendste, aber es war nicht das einzige Problem. "Es kamen viele Felgen zu uns ins Boxenzelt zurück, die verbogen waren, weil es extrem heiß war", so Taramasso.
"Das Material ist wirklich weich, und die Randsteine sind sehr aggressiv. Zum Beispiel war Jorge Martins Druckverlust [im Sprint] vorne dasselbe: Er hat einen Randstein getroffen, das Vorderrad hat sich verbogen und die Luft ist entwichen."
"Jorge hatte einen schleichenden Plattfuß, während Marc die Luft schlagartig verloren hat." Im Sprint unterschritt Martin deshalb den vorgeschriebenen Mindestdruck im Vorderreifen. Da ein schleichender Plattfuß die Ursache war, gab es keine Zeitstrafe.
Auch Joan Mir scheidet mit Reifenproblem aus
Im Grand Prix musste auch Joan Mir mit einem Reifenproblem aufgeben. Beim Honda-Fahrer sprang der Reifen aber nicht von der Felge und der konnte langsam Richtung Box fahren. Bei ihm trat das Problem nur kurz nach dem Ausfall von Marquez auf.
"Wir müssen erst richtig prüfen, was da passiert sein könnte, denn es war sehr seltsam", rätselt Mir. "Normalerweise spürst du überall, wenn der Reifen abbaut, aber in diesem Fall musste ich aufgeben. Ich konnte nicht mal auf dem Motorrad bleiben, weil es gefährlich war."
"Es kam ziemlich unerwartet, weil es von einer Runde auf die andere passierte. Okay, am Ende hatten wir, glaube ich, alle einen Drop beim Reifen. Hier haben alle sehr mit dem Reifenmanagement gekämpft, aber das hier war etwas anderes, also müssen wir das verstehen."
"Ich hatte Vibrationen, und außerdem hat die Elektronik nicht richtig funktioniert. Das Motorrad kam mit dieser Menge an Schlupf nicht zurecht, und wahrscheinlich hat am Ende einfach nichts mehr richtig funktioniert."
Mir befand sich zum Zeitpunkt des Ausfalls an der vierten Stelle und war bester Honda-Fahrer. Marquez war vor seinem Reifenschaden direkt hinter Pedro Acosta (KTM) Vierter. Das Duo schloss zu Beginn der Schlussphase rasch zu Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) auf.
Was wäre für Marquez noch möglich gewesen? "Klar, es war P4. Optimistisch gesehen P3. Und warum nicht P2? In der ersten Rennphase habe ich versucht, meinen körperlichen Zustand und auch die Reifen zu managen. Aber als dann noch zehn Runden übrig waren, habe ich alles gegeben."
"Ich habe die Lücke zugefahren, vor allem zu Raul, aber auch zu Acosta: Ich bin ihm Schritt für Schritt näher gekommen. Wenn ich das ganze Wochenende betrachte, bin ich persönlich zufrieden. Denn obwohl ich auf eine etwas komische Art gefahren bin, war ich da."
"Aber es stimmt natürlich: Am Ende haben wir im Rennen null Punkte geholt", seufzt Marquez. Mit den neun WM-Punkten für Platz zwei im Sprint reiste er als WM-Achter aus Thailand ab.

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