Feinschliff an der GP26: Was Ducati für die MotoGP 2026 noch in petto hat

Um den Status als Messlatte in der MotoGP zu halten, hat Ducati sein Bike für 2026 weiter optimiert - Ein Bauteil heben die Chefs dabei besonders hervor

(Motorsport-Total.com) - Ducati war auch 2025 einmal mehr das Maß der Dinge in der MotoGP. Dominanz auf unterschiedlichsten Streckentypen, technische Überlegenheit und nicht zuletzt Ausnahmetalent Marc Marquez machten den Hersteller aus Borgo Panigale erneut zum Branchenprimus, der die Triple Crown gewann.

Titel-Bild zur News: Ducati Desmosedici GP26

Die Ducati Desmosedici GP soll auch 2026 den Titel holen Zoom

Doch Stillstand ist keine Option, schon gar nicht mit Blick auf 2026, eine Saison im Zeichen der Konsolidierung vor dem großen Reglementumbruch im nächsten Jahr.

Wie will Ducati seinen Vorsprung also verteidigen? Davide Barana, technischer Leiter bei Ducati, erklärt: Man arbeite "an mehreren Fronten", um das Motorrad weiter zu verbessern. Ein zentrales Thema ist dabei das Fahrwerk.

Nach den Erfahrungen aus der Saison 2025 wolle man vor allem die Vibrationen reduzieren, über die es im Vorjahr "ziemlich häufige Beschwerden" gegeben habe. Gleichzeitig soll die Stabilität des Motorrads weiter erhöht werden - insbesondere auf Highspeed-Strecken. Barana nennt dabei explizit Kurse wie Assen oder Phillip Island, auf denen Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten entscheidend ist.

Der letzte Evolutionsschritt des Ride-Height-Devices

Ein besonderes Augenmerk liegt 2026 auf einem Bauteil, das danach Geschichte sein wird: dem Ride-Height-Device. Ducati gilt hier seit Jahren als technologischer Vorreiter und will diesen Status damit ein letztes Mal ausspielen.

Barana kündigt an, man werde "die allerletzte, noch ausgefeiltere Version unseres Ride-Height-Devices" bringen, bevor das System ab 2027 regelbedingt verboten wird.


Fotos: MotoGP-Präsentation 2026: Ducati mit Marquez und Bagnaia


Auch Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna misst diesem Element enorme Bedeutung bei. Wenn er ein einzelnes Bauteil auswählen müsse, das Ducatis Rennphilosophie verkörpere, dann sei es genau dieses System: "Es ist etwas Besonderes!"

"Wir müssen es am Ende des Jahres aufgeben. Es verändert sich jedes Jahr, weil es für die Performance so wichtig ist. Es ist einfach ein extrem cleveres Teil."

Entwicklung trotz Motorenfreeze dank Detailarbeit

Obwohl das Motorenreglement für 2026 weitgehend eingefroren ist, sieht Ducati auch hier weiterhin Spielraum. Topspeed bleibt ein zentrales Thema. Gearbeitet wird an drei erlaubten Bereichen des Antriebs, wie Barana verrät.

"An der Airbox beziehungsweise dem Ansaugsystem, um den Luftstrom und damit die Leistungsentfaltung zu verbessern, sowie an Spezifikationen für Schmiermittel und Öl. Und zu guter Letzt werden wir wie üblich ein neues Aerodynamikpaket vorstellen", kündigt der Technikverantwortliche von Ducati an.

Auch Dall'Igna unterstreicht, dass der Motor keineswegs vollständig eingefroren sei. "Es gibt Teile, an denen man arbeiten kann: Verkleidung, Auspuff oder Ansaugkomponenten", erklärt der Ducati-Direktor. Diese Freiheiten nutze man konsequent.

Neue Aerodynamik für mehr Topspeed und Traktion

Was die Aerodynamik angeht, ist das Ziel wie immer ein Spagat: geringerer Luftwiderstand für noch mehr Höchstgeschwindigkeit bei gleichzeitig erhöhtem Abtrieb.

Letzterer soll den Fahrern insbesondere beim Herausbeschleunigen aus Kurven helfen, aber auch höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen. Aerodynamik bleibt damit ein Schlüsselbereich, in dem Ducati seine Führungsrolle behaupten will.

Zwei Projekte parallel: GP26 und der Blick auf 2027


Fotostrecke: Traum in Rot: Alle MotoGP-Bikes von Ducati seit 2003

Die anstehende MotoGP-Saison ist für Ducati dennoch eine besondere Herausforderung. Dall'Igna spricht offen von einer Ausnahmesituation: Erstmals arbeitet der italienische Hersteller parallel an zwei komplett unterschiedlichen Projekten.

"Wir haben die 2026er-Bikes, die für diese Saison extrem wichtig sind, aber gleichzeitig auch schon die 2027er-Maschinen", erklärt er. Da sich das Reglement zum Ende des Jahres grundlegend ändert, sei es "wirklich schwierig, an zwei Projekten gleichzeitig zu arbeiten". Trotzdem steckten viele Ideen im aktuellen Bike.

Ducati hält also mit Nachdruck an der Weiterentwicklung der GP26 fest. Trotz statischer Rahmenbedingungen soll das Motorrad weiter verfeinert werden, um die Konkurrenz in Schach zu halten, während parallel die Zukunft vorbereitet wird.