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Ducati plant Zukunft mit Marc Marquez: Muss Bagnaia für Acosta weichen?
Ende 2026 laufen die Verträge von Marc Marquez und Francesco Bagnaia aus - Ducati hat schon jetzt klare Prioritäten und macht daraus auch kein Geheimnis
(Motorsport-Total.com) - Die meisten MotoGP-Fahrerverträge laufen Ende 2026 aus, und damit auch die beiden wohl brisantesten bei Ducati: Marc Marquez und Francesco Bagnaia. Während 2027 technisch einen Neustart für die Königsklasse bringt, stellt sich schon jetzt die große Frage: Wie plant Ducati über 2026 hinaus und mit wem?
© Ducati
2026 das letzte Jahr Teamkollegen? Francesco Bagnaia und Marc Marquez Zoom
Marc Marquez macht keinen Hehl daraus, dass Ducati für ihn aktuell die bevorzugte Adresse ist. Auf die Frage, ob es bereits Vertragsverhandlungen gäbe und er bleiben wolle, antwortet er: "Ja, natürlich. Meine erste Option ist, bei Ducati zu bleiben."
"Wenn du dir meine Karriere ansiehst, dann wirst du feststellen, dass ich in einem Team bin, in dem ich mich wohlfühle, in dem ich schnell bin und in dem alles gut funktioniert, versuche, nicht zu wechseln", erklärt der Spanier werden. Dennoch wolle er es Schritt für Schritt angehen und nichts überstürzen.
Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass sich der Vertragsmarkt in der MotoGP immer weiter nach vorne verschiebe. Verträge würden "immer früher und früher" abgeschlossen. Entsprechend bestätigt Marquez, dass bereits Gespräche mit seinem aktuellen Team laufen, betont aber auch: "Ich muss alle Dinge abwägen."
Marquez: 2027 ist ein Unsicherheitsfaktor
Aus seiner Sicht gestaltet sich der Fahrermarkt angesichts des neuen Reglements, das 2027 in Kraft tritt, besonders kompliziert. Denn niemand könne für die Saison 2027 garantieren, das beste Motorrad zu haben. Deshalb gehe es darum, auf den eigenen Instinkt zu hören und das beste Gesamtprojekt zu wählen.
Marquez rechnet damit, dass einige Fahrer ihre Zukunft bereits vor dem ersten Rennen klären werden, und er räumt ein, dass auch er dazu gehören könnte. Gleichzeitig betont der Spanier, alles sorgfältig analysieren zu wollen, um die beste Entscheidung für sein "professionelles und persönliches Leben" zu treffen.
Dass er als möglicher Taktgeber des Transfermarkts gilt, ist Marquez bewusst. Die Vorstellung, dass erst "wenn Marc sich entscheidet, der Rest des Marktes in Bewegung kommt", relativiert er jedoch. Entscheidungen lägen letztlich bei den Herstellern.
Er selbst würde sich gern mehr Zeit lassen, idealerweise "bis zur Mitte der Saison". Aber die Realität des Marktes sei, dass die Hersteller versuchen, zuerst einen Topfahrer zu binden und dann von diesem Punkt aus das Projekt aufzubauen.
Angesprochen auf die Vertragslänge hält Marquez fest: Ein Einjahresvertrag kommt für ihn nicht infrage. "Die Projekte eines Herstellers laufen immer über zwei Jahre", erklärt er. Alles andere bringe weder dem Team noch dem Hersteller einen echten Mehrwert. Wenn es also weitergeht, dann nur mit Zweijahresvertrag.
Ducati: Priorität hat der Weltmeister
Daran ist auch Ducati interessiert. So bestätigte Teammanager Davide Tardozzi bei der offiziellen Präsentation Anfang der Woche, "dass die Priorität darin besteht, mit dem Weltmeister zu verlängern", also Marquez. "Das ist naheliegend, denn so haben wir es in der Vergangenheit auch mit Pecco [Bagnaia] gemacht."
Marc habe "sehr interessante Angebote auf dem Tisch", weiß Tardozzi. Ducati habe jedoch einen technischen und wirtschaftlichen Vorteil: Man kenne sich, habe ein gutes Gefühl füreinander, weshalb man sich ein wenig Zeit lassen könne.
Tatsächlich gibt es zwischen Ducati und Marquez bereits eine grundsätzliche Einigung für die Jahre 2027/28, wie Motorsport.com, eine Partnerseite von Motorsport-Total.com, erfahren hat. Unterschrieben sei der Vertrag jedoch noch nicht.
Tardozzi selbst vermeidet jede Spekulation und betont, man brauche "noch etwas Zeit", hoffe aber, dass Marquez sich bald entscheide, idealerweise für Ducati. Davon hänge dann auch der zweite Platz im Team ab: "Sobald wir wissen, ob Marquez bei uns bleibt oder nicht, werden wir über den anderen Fahrer nachdenken."
Dafür scheint Bagnaia im Moment nicht die erste Wahl zu sein. Tardozzi hält sich in Bezug auf den Italiener, seit 2021 bei Ducati, bedeckt, sagt aber: "Wenn Marquez sich entscheidet zu gehen, dann wird die Priorität sein, Bagnaia zu verlängern."
Bagnaia bereits auf dem Abstellgleis?
Bagnaia selbst gibt sich auffallend gelassen. Auf die Frage, ob er bereits in Gespräche mit Ducati sei oder erste Ergebnisse abwarten wolle, antwortet er: "Ehrlich gesagt bin ich ziemlich ruhig." Für ihn stehe erst einmal klar im Vordergrund, in die Saison zu starten und sich auf den sportlichen Teil zu konzentrieren.
"Ich möchte mich nach meiner letzten Saison einfach nur auf das Fahren konzentrieren und von Rennen zu Rennen denken. Dann sehen wir, was passiert. Viele Fahrer beenden ihren Vertrag, daher wird es wichtig sein, eine gute Mentalität für den Titelkampf zu haben. Was das nächste Jahr angeht, ich bin ziemlich gelassen."
Dass Ducati parallel bereits andere Szenarien prüft, ist jedoch kein Geheimnis. So soll der italienische Hersteller die Möglichkeit in Betracht ziehen, Pedro Acosta unter Vertrag zu nehmen, um ihn neben Marquez in die Ducati-Garage zu holen.
Auf den Spanier angesprochen, verschweigt Tardozzi nicht, dass er in Acosta einen potenziellen zukünftigen MotoGP-Weltmeister sieht. "Mit 21 Jahren ist Acosta meiner Meinung nach die Zukunft der MotoGP, genauso wie wir das von Fermin [Aldeguer] und anderen Fahrern aus der Moto3 oder Moto2 denken."

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