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"Das ist unser Ziel": Honda will Vorteile aufgeben und in Concession-Gruppe C
Honda nähert sich dem Aufstieg in Gruppe C - Luca Marini spricht von einem klaren Ziel - Joan Mir erkennt, wie stark die Fortschritte in den letzten Monaten waren
(Motorsport-Total.com) - Die technischen Fortschritte von Honda schlagen sich mittlerweile auch in der WM-Wertung nieder. Joan Mirs dritte Plätze in Japan und Malaysia verdeutlichten, welche Schritte der größte Motorradhersteller der Welt im Laufe der MotoGP-Saison 2025 gemacht hat. Nun könnte Honda in die Concession-Gruppe C zu KTM und Aprilia aufrücken.
© Getty Images AsiaPac
Honda fehlen nur noch 19 Punkte zu Concession-Gruppe C Zoom
Sammelt Honda bei den verbleibenden zwei Rennwochenenden in Portimao und Valencia 19 WM-Punkte, würde man in die nächsthöhere Gruppe aufsteigen. Angesichts der Ergebnisse in den vergangenen Wochen ist es wahrscheinlich, dass das passieren wird.
"Ja, das war seit Saisonmitte unser Ziel", betont Luca Marini, der selbst noch auf seinen ersten Podestplatz als Honda-Fahrer wartet. "Ab der Saisonhälfte sahen wir, dass es möglich sein könnte, in der Rangstufe aufzusteigen. Alle haben enorm hart gearbeitet, um das zu schaffen."
Derzeit haben in Gruppe D Honda und Yamaha die meisten Zugeständnisse und Freiheiten im Reglement. Rückt Honda in Gruppe C auf, gehen vor allem zwei wesentliche Aspekte verloren. Erstens wird die Motorspezifikation zu Saisonbeginn eingefroren.
Zweitens sind private Testfahrten mit den Stammfahrern nicht mehr erlaubt. "In diesen zwei Jahren haben wir so viel Energie auch abseits der Grands Prix verbraucht - das ist nicht leicht", sagt Marini zu diesem Aspekt.
"Von außen sieht es vielleicht wie ein Vorteil aus, aber manchmal ist es keiner, weil man wieder in ein Flugzeug steigen muss, wieder zwei, drei Tage länger von zu Hause weg ist. Es ist nicht einfach. Inzwischen haben wir ein sehr starkes Testteam mit Aleix und Taka."
Deswegen ist für Marini klar: "Ich bin da sehr zuversichtlich und wäre einfach glücklich, wenn wir diese 20 Punkte erreichen." Im Spätsommer brachte Honda eine neue Motorspezifikation, die einen spürbaren Leistungsschritt bedeutete.
Aber der Italiener glaubt nicht, dass es für Honda ein Nachteil sein wird, wenn man im Laufe des nächsten Jahres nicht mehr am Motor arbeiten darf: "Für 2026 wird sich der Motor ohnehin nicht mehr ändern, weil sich mit den neuen Regeln ab 2027 ohnehin alles verändert."
"Der Motor bleibt dieser hier. Es hat keinen Sinn mehr, viel Zeit und Geld in eine neue Version zu investieren. Ich denke, wir können zufrieden sein. Wir werden nur für den Sepang-Test im Winter um ein paar kleine Detailänderungen bitten, aber grundsätzlich bleibt alles gleich."
Podestplätze von Joan Mir untermauern den Aufwärtstrend
Denn Mir konnte zuletzt auch Ducati-Fahrer überholen und damit zeigen, wie sehr sich das frühere Leistungsdefizit verringert hat. "Das war ein wesentlicher Teil unserer Probleme", sagt der Ex-Weltmeister.
"Daran haben wir intensiv gearbeitet, nicht nur beim Topspeed, sondern auch bei der Drehmomentabgabe und der Arbeitsweise des Motors. Vom letzten Jahr zu diesem Jahr, vor allem zu Saisonbeginn, haben wir den größten Schritt gemacht."
"Zu Beginn der Saison funktionierte das Motorrad deutlich besser als im Vorjahr. Im Verlauf der Saison bekamen wir dann weitere Upgrades, die das Gesamtpaket harmonischer machten. Der größte Fortschritt zeigte sich eindeutig vom vergangenen Jahr zum Saisonbeginn."
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Joan Mir fuhr zuletzt zweimal auf das Podest Zoom
Auch für Mir würde das Aufrücken in Concession-Gruppe C die Belohnung für die harte Arbeit bedeuten: "Ich denke, wenn wir in Zukunft keine Concessions mehr haben, dann deshalb, weil wir sie uns nicht mehr verdienen, und das ist letztlich die Realität."
"Wir waren in einer Phase, in der wir nicht wussten, was wir tun müssen, um schnell zu sein. Jetzt, denke ich, haben wir einen Weg gefunden. Der Weg ist zwar lang, doch mit Arbeit und Entwicklung können wir unser aktuelles Paket weiter verbessern. Wir sind auf dem richtigen Weg."
"Es stimmt, die Concessions haben in den vergangenen Jahren eine große Rolle gespielt. Aber wenn wir sie künftig nicht mehr haben, dann wäre das für uns nur eine gute Nachricht." Denn die aktuelle RC213V ist im Wesentlichen die Basis für das nächstjährige Motorrad.
Dann gilt es, den Aufwärtstrend zu stabilisieren und konstant gute Ergebnisse zu holen. "Man sieht, dass es möglich ist, in die Top 5 zu fahren und an Podien zu denken", merkt Johann Zarco an. "Die Arbeit für 2026 besteht darin, diese Konstanz in den Top 5 zu finden, nah am Podium zu bleiben."
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Johann Zarco gewann im Frühjahr sein Heimrennen in Le Mans Zoom
"Wir müssen mit diesem neuen Paket so gut wie möglich arbeiten, das jetzt zu funktionieren scheint, aber kein komplett neues mehr entwickeln, denn 2027 wird ohnehin eine ganz andere Geschichte."
"Schon vor Beginn der Saison 2026 werden viele Ingenieure gedanklich bereits an den 2027er-Motorrädern arbeiten. Deshalb ist es vielleicht auch finanziell sinnvoll, von D auf C zu wechseln und damit gewisse Einschränkungen zu haben."
"Es hat keinen Sinn, 2026 noch einmal ein komplett neues Motorrad zu bauen, wenn sich 2027 ohnehin wieder alles ändert. Es ist eine gewisse Ehre, von Rang D in Rang C aufzusteigen. Die japanischen Ingenieure haben sich dafür geschämt, so weit unten in der Wertung zu stehen."

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