CEO Rivola enttäuscht: Aprilia weiterhin ohne Titelsponsor in der MotoGP

Aprilia feiert sportliche Erfolge in der MotoGP, doch wirtschaftlich bleibt eine Lücke - CEO Massimo Rivola erklärt offen, warum ihn der fehlende Titelsponsor enttäuscht

(Motorsport-Total.com) - Trotz sportlicher Bestleistungen bleibt bei Aprilia ein bitterer Beigeschmack: Das Werksteam aus Noale startet in die MotoGP-Saison 2026 weiterhin ohne Titelsponsor. Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola zeigt sich darüber offen enttäuscht.

Titel-Bild zur News: Marco Bezzecchi

Viele Sponsoren, aber kein Titelsponsor für Aprilia in der MotoGP 2026 Zoom

Aprilia erlebt aktuell die erfolgreichste Phase seiner MotoGP-Geschichte. Vier Grand-Prix-Siege im vergangenen Jahr und Rang zwei in der Herstellerwertung unterstreichen den sportlichen Fortschritt in der Königsklasse. Dennoch ist der italienische Hersteller das einzige Werksteam im Starterfeld ohne Naming-Partner.

Auch das Satellitenteam Trackhouse bildet hier eine Ausnahme. Alle übrigen Mannschaften haben für die kommende Saison einen Titelsponsor an Bord.

Was andere MotoGP-Marken Aprilia voraushaben

Im Vergleich zu Großkonzernen wie Honda oder Yamaha, die jährlich Millionen Motorräder verkaufen, agiert Aprilia finanziell auf einem ganz anderen Niveau. Zwar gehört die Marke zur Piaggio-Gruppe, doch selbst diese steht im Schatten von Ducatis Mutterkonzern Volkswagen sowie KTM-Eigentümer Bajaj Auto.

Umso bemerkenswerter ist die sportliche Entwicklung, die durch kontinuierliche Investitionen möglich wurde. Bei der diesjährigen Präsentation der RS-GP26 machte Rivola deutlich, dass ihn die fehlende Resonanz auf Sponsorenebene frustriert.


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"Wenn man an ein Projekt glaubt, egal in welche Richtung es geht, dann gewinnt man, solange man es mit seinen Leuten und Partnern teilt", erklärt der Aprilia-CEO.

Rivola: "Werde es so gut wie möglich machen"

Dabei hebt er die Bedeutung der Menschen hinter dem Projekt hervor: "Am Ende machen sie den Unterschied. Wenn unsere Partner an das glauben, was wir tun, an mich, an [Technikchef] Fabiano Steralacchini und an all die anderen, dann werden wir weiterhin gute Sponsoren haben, so wie jetzt", ist sich Rivola sicher.

Dennoch bleibt ein Gefühl der Enttäuschung. "Ich möchte nicht sagen, dass ich überrascht bin, aber ich bin ein wenig enttäuscht, dass wir keinen Top-Titelsponsor erreicht haben." Finanziell sei Aprilia derzeit abgesichert, doch Rivola macht keinen Hehl daraus, dass zusätzliche Mittel dringend willkommen wären.

"Zum Glück haben wir die Piaggio-Gruppe, die uns auffangen kann. Aber ich würde eines Tages gern unseren CEO anrufen und ihm sagen, dass wir zehn Millionen für das Budget gefunden haben." Denn für Rivola ist die Sponsorensuche klar sein Job. "Und ich bin sicher, dass ich ihn so gut wie möglich machen werde."

Kann die MotoGP unter Liberty weiter wachsen?

Die Aussagen des Italieners fallen in eine Phase des Umbruchs für die MotoGP. Seit der Übernahme durch Liberty Media gehört sie zum selben Konzern wie die Formel 1.

Doch während sich die Königsklasse auf vier Rädern wirtschaftlich enorm entwickelt hat, hinkt die MotoGP weiter hinterher. Das zeigt sich vor allem an den Teambewertungen: Formel-1-Rennställe sind inzwischen allesamt über eine Milliarde US-Dollar wert, während MotoGP-Teams nur einen Bruchteil davon erreichen.

Aprilia-CEO Massimo Rivola

Massimo Rivola hofft, auf lange Sicht einen Titelsponsor zu gewinnen Zoom

Auf die Frage, warum große Marken bislang zögern, in die MotoGP zu investieren, sagt Rivola offen: "Das ist eine lange Antwort. Aber im Ergebnis ist das Niveau der MotoGP-Marken nicht gestiegen. Ich glaube nicht, dass sie den Schritt machen werden, den die Formel 1 gemacht hat. Die Investitionen dort waren enorm."

Gleichzeitig warnt Rivola davor, das Geschäftsmodell einfach zu kopieren: "Ich denke nicht, dass wir einfach kopieren sollten, was in der Formel 1 passiert ist. Die MotoGP hat ihre eigenen Eigenschaften, und die sollten wir bewahren."

Dennoch sieht er Handlungsbedarf beim Markenauftritt der gesamten Serie. "Was das Markenimage angeht, müssen wir alle ein höheres Niveau erreichen. Die Fahrer müssen als Botschafter für die Show genutzt werden, die wir bieten - und die immer noch die beste der Welt ist", hält der Aprilia-Geschäftsführer fest.

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