Bulega punktet in Portimao: Wie schwer ihm die Umstellung auf die MotoGP fiel

Nach einem Sturz im Sprint holt Nicolo Bulega am Sonntag in Portimao seinen ersten WM-Punkt - Wo er den größten Unterschied zwischen Superbike und MotoGP sieht

(Motorsport-Total.com) - Nach einem Sturz im Sprint konnte Nicolo Bulega bei seinem ersten MotoGP-Grand-Prix am Sonntag Rang 15 und damit den ersten WM-Punkt einfahren. Auf sein erstes komplettes MotoGP-Rennen blickt er daher erleichtert zurück.

Titel-Bild zur News: Nicolo Bulega

Nicolo Bulega wollte am Sonntag vor allem eines: ins Ziel kommen Zoom

"Ehrlich gesagt war es für mich heute sehr wichtig, das Rennen zu beenden, weil ich gestern einen unerfahrenen Fehler gemacht habe", sagte der Ducati-Pilot nach den 25 Rennrunden am Sonntag. "Mein einziges Ziel war es, ins Ziel zu kommen."

"In der ersten Runde war ich sehr ruhig, ich wollte nur den Vorderreifen auf Temperatur bringen und verstehen, wie ich bremsen muss." Denn darin erkannte Bulega bereits im Sprint den größten Unterschied zu seiner Ducati Panigale VR4 und vor allem den Pirelli-Reifen, die er sonst in der Superbike-WM fährt.

"Man muss das Bremsen komplett anders machen. In der Superbike bremst man sehr hart am Anfang und muss das Bike in den ersten Metern stoppen. Hier muss man zuerst sanft sein und erst dann stärker zupacken. Das ist das Schwierigste für mich, und ich glaube, auch Toprak wird sich daran gewöhnen müssen."

Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu, dem Bulega im Titelkampf knapp unterlag, wird 2026 bekanntermaßen in die MotoGP aufsteigen und eine Pramac-Yamaha pilotieren.

Noch kein natürliches Fahren in der MotoGP

Am Samstag tat sich Bulega mit der Umstellung jedenfalls noch schwer. "Ich bin gefahren wie auf einem Superbike, und das funktioniert mit dem Michelin-Vorderreifen nicht", erklärte er selbstkritisch. "Das Gefühl für die Front ist komplett anders."

Folglich musste sich der 25-Jährige auch am Sonntag immer wieder daran erinnern, nicht zu sehr in seinen gewohnten Stil zu verfallen: "Ich habe mir das ganze Rennen über gesagt: Nicht wie mit dem Superbike bremsen, nicht wie mit dem Superbike bremsen."

"Und wenn man so fährt, ist es schwierig, schnell zu sein. Denn wenn man fährt und schnell ist, denkt man normalerweise nicht viel nach. Jetzt aber habe ich viel nach gedacht, besonders nach dem Sturz gestern habe ich nur versucht, das Motorrad zu verstehen und auf dem Motorrad zu bleiben", so der Italiener.


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Dass da auch mal Fehler passieren, bleibt nicht aus. So kostete Bulega ein Ausritt in Kurve 5 wichtige Sekunden: "Ich hatte gerade zu Miguel [Oliveira] aufgeschlossen und war zu aggressiv beim Bremsen, habe das Gefühl verloren und lieber aufgemacht, als wieder zu stürzen. Ich denke, ich habe drei Sekunden verloren."

Lernprozess wird sich in Valencia fortsetzen

Gegen Rennende konnte der Ducati-Ersatz sein Tempo aber wieder steigern. "Mein beste Runde bin ich zwei Runden vor Schluss gefahren, als der Reifen schon fertig war. Das macht mich glücklich, weil es bedeutet, dass ich, wenn ich auf dem Bike bleibe, einige Dinge verstehe und mich entsprechend steigern kann."

Mit Platz 15 und seinem ersten WM-Punkt war Bulega dann auch zufrieden. "Ich bin glücklich, weil ich das Rennen beendet habe und verstanden habe, was ich anders machen muss. Das war mein Ziel - und ich habe viel gelernt", sagte der 25-Jährige.

Mit Blick auf seinen nächsten Einsatz in Valencia bleibt der Italiener jedoch realistisch: "Ich bin seit 2021 nicht mehr in Valencia gefahren, und es wird mein erstes Mal mit der MotoGP dort sein. Das wird schwierig, besonders am ersten Tag. Aber danach habe ich noch einen Test, der für mich sehr wichtig sein wird."