"Bin nicht aggressiv": Aldeguer verteidigt sein hartes Duell mit Binder

Fermin Aldeguer gerät in Portimao mit Brad Binder aneinander - Teile fliegen, Strafe gibt es keine - Was beide zum Duell und zur Berührung zu sagen haben

(Motorsport-Total.com) - Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) und Brad Binder (KTM) lieferten sich beim Grand Prix von Portugal in Portimao ein enges Duell. Binder war Sechster, als Aldeguer in der neunten Runde attackierte. Den ersten Angriff wehrte der KTM-Fahrer noch ab.

Titel-Bild zur News: Brad Binder, Fermin Aldeguer

Enges Duell zwischen Brad Binder und Fermin Aldeguer Zoom

Anschließend bremste sich Aldeguer in Kurve 5 innen an Binder vorbei. Dabei kam es zu einer Berührung, wodurch auch Teile durch die Luft flogen. Beide konnten problemlos weiterfahren. Aldeguer hatte sich die Position gesichert.

Die Rennkommissare behandelten die Berührung als einen normalen Rennzwischenfall. Eine Strafe wurde nicht ausgesprochen. "Wenn eine Strafe gekommen wäre, hätte ich sie natürlich verstanden", sagt Aldeguer nach dem Rennen. "Aber für mich war es ein Rennzwischenfall."

"Wir kämpften in diesem Moment um Platz sechs, aber es war nichts Extremes. Ich habe einfach versucht, ihn zu überholen. Er hat die Linie zugemacht, und es gab eine kleine Berührung. Ich denke, er ist vielleicht immer etwas defensiv, ja, und es ist normal, wenn man sich berührt."

Aldeguer kam schließlich als Vierter ins Ziel, Binder wurde Fünfter. Auch der Südafrikaner sieht die Szene gelassen: "Ehrlich gesagt habe ich kaum etwas gespürt. Ich habe nur gehört, dass etwas gebrochen ist. Aber ja, es war überhaupt nichts Unsauberes."

"Wir kämpfen schließlich hart. Ich habe versucht, mich danach wieder dranzuhängen, aber er war einfach ein bisschen zu schnell für mich. Ich konnte nicht ganz dranbleiben. Aber ja, von Platz 14 auf Platz fünf, damit muss ich zufrieden sein. Es ist eine Verbesserung."

Für beide Fahrer war das Überholmanöver also in Ordnung. Aldeguer betont: "Wir haben nicht gesprochen, er hat auch nichts zu mir gesagt. Ich finde, es war ein gutes Duell - eines von denen, die einem Rennen etwas Würze verleihen."

"Für mich war es einfach ein Rennzwischenfall. Am Ende war es ein Kontakt, von dem ich profitiert habe. Aber wenn es umgekehrt gewesen wäre, hätte ich mich nicht bei der Rennleitung beschwert."

Der beste Rookie des Jahres hat bereits einige Überholmanöver am Limit gezeigt und sich damit einen gewissen Ruf erarbeitet. Aber Aldeguer findet: "Ich bin nicht aggressiv. Mein Stil ist ziemlich sauber und leicht zu lesen, ich bin nicht übermäßig hart."

"Aber es stimmt, dass ich das Limit für Überholmanöver auf dem MotoGP-Motorrad gefunden habe. Wenn man es analysiert, bin ich wahrscheinlich einer der Fahrer, die in diesem Jahr am meisten überholt haben. Das ist positiv, denn in der Moto2 hatte ich damit Schwierigkeiten, und jetzt habe ich mich stark verbessert."