Aleix Espargaro stürzt bei Debüt als Radprofi: "Trotzdem bin ich stolz"
Auf der dritten Etappe der Tour of Austria stürzt Aleix Espargaro auf nasser Fahrbahn - Bänderriss in einem Daumen - Trotzdem ist er stolz auf sein Radprofi-Debüt
(Motorsport-Total.com) - Honda-MotoGP-Testfahrer Aleix Espargaro nahm in dieser Woche sein Debüt als Rennradprofi in Angriff. Als Teil des Lidl-Trek-Teams stand ein Start bei der Tour of Austria, die bis 2023 den Namen Österreich-Rundfahrt trug, auf dem Programm.
© Lidl-Trek
Aleix Espargaro schied in der dritten Etappe der Tour of Austria aus Zoom
Zum 74. Mal findet 2025 diese Veranstaltung in der Alpenrepublik statt. Vom 9. bis 13. Juli müssen fünf Etappen bewältigt werden. Der Startschuss fiel in Steyr (Oberösterreich) und die Zielankunft ist in Feldkirch (Vorarlberg) geplant.
Für Espargaro war die Radrundfahrt schon am dritten Tag vorbei. Die dritte Etappe führte die Teilnehmer in Salzburg auf den Gaisberg. Espargaro stürzte auf regennasser Fahrbahn bereits nach rund 60 Kilometern.
"Es tut mir sehr, sehr leid, dass ich gezwungen bin, aufzugeben", meldet sich der Spanier in seiner Instagram-Story zu Wort. "Offensichtlich ist etwas gebrochen. Der Finger ist doppelt so dick. Ich habe heute Morgen versucht zu starten, aber ich konnte nicht bremsen."
"Ich habe starke Schmerzen und musste deshalb aufhören. Ja, es tut mir leid. Ich hoffe, bald zurückzukehren und wünsche dem Team alles Gute." Espargaro ist schon im Laufe der ersten Etappe gestürzt und hatte auch in der zweiten zwei weitere Stürze.
Von Österreich reiste der Spanier in seine Heimat, um sich in der Dexeus Universitätsklinik in Barcelona behandeln zu lassen. "Ich bin nach Barcelona geflogen, wo ein Bänderriss im rechten Daumen diagnostiziert wurde", berichtet Espargaro. Es lag kein Bruch des Fingers vor.
Trotz des unglücklichen Endes ist er überwältigt von seinem Debüt als Rennradprofi: "Nach all den Monaten der Vorbereitung, Zweifel und Erwartungen möchte ich nun ein paar Gedanken zu meinem Debüt teilen. Gestern war ich sehr traurig, aber heute - mit etwas Abstand - bin ich stolz."
"Die drei Etappen waren sehr schnell und anspruchsvoll. Ich musste vieles unterwegs lernen, hatte aber bessere Gefühle als erwartet. Es war unglaublich, diesen Sport einmal von innen zu erleben. Mit 35 Jahren von der MotoGP in den Radsport zu wechseln, war eine echte Herausforderung."
"Die Spannung im Peloton, die Geschwindigkeit... das kann man sich beim Zuschauen im Fernsehen nicht vorstellen. Nicht mal Zeit, um auf die Toilette zu gehen! Ich bin sehr stolz, dabei gewesen zu sein - in einem Team wie Lidl-Trek."
"Ich weiß, viele sehen mich als Marketing-Verpflichtung - und ja, zum Teil stimmt das. Aber ich bin mir sicher: Das Team hätte mich nur starten lassen, wenn es überzeugt gewesen wäre, dass ich das Niveau habe - und ich denke, das habe ich in diesen Etappen bewiesen."
"Die Unterstützung der Menschen war in diesem Jahr unglaublich - sowohl auf der Straße als auch in den sozialen Medien. Sogar das halbe Peloton hat mir Glück gewünscht", schildert er die große Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde.
Aber er sagt auch: "Für viele andere wird das niemals genug sein. Ich bin es gewohnt, ständig beurteilt zu werden, den Druck in den sozialen Medien zu spüren... und genau das motiviert mich umso mehr, weiter hart zu arbeiten und groß zu träumen."
Nach der zweiten Etappe lag Espargaro auf dem 89. Platz der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf den Führenden betrug nach den ersten beiden Tagen 14:56 Minuten. Ob und wann Espargaro erneut bei einer Rundfahrt starten wird, ist derzeit noch offen.
Auch wann Espargaro das nächste Mal an einem MotoGP-Rennwochenende im Einsatz sein wird, steht derzeit nicht fest. Am kommenden Wochenende vertritt mit Takaaki Nakagami der zweite Honda-Testfahrer den verletzten Somkiat Chantra im LCR-Team.

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