Acosta fordert MotoGP-Comeback: Pol Espargaro als Stammfahrer?

Pedro Acosta spricht sich dafür aus, Pol Espargaro wieder als Stammfahrer in der MotoGP zu sehen - Der Spanier selbst hat es darauf aber gar nicht abgesehen

(Motorsport-Total.com) - Pedro Acosta machte sich am Rande des Grands Prix von Portugal einmal mehr dafür stark, KTM-Testpilot Pol Espargaro als Stammfahrer zurück ins Paddock zu holen. Der Spanier ist überzeugt, dass sein Landsmann das Niveau und die Motivation besitzt, wieder ein fester Bestandteil der MotoGP zu werden.

Titel-Bild zur News: Pol Espargaro

Trotz guter Leistungen: Pol Espargaro peilt kein Vollzeitcomeback an Zoom

"Manche Leute sollten sich überlegen, Pol wieder als festen Fahrer in die Meisterschaft zu holen", appelliert Acosta an die MotoGP-Teams. Gefragt, ob er ihn als seinen eigenen Nachfolger empfehlen würde, falls er KTM bald verlassen sollte, antwortete Acosta: "Ich würde ihn jedem im Fahrerlager empfehlen."

Und der Grund dafür liegt auf der Hand: "Dieses Jahr war er bei mehreren Rennen dabei, war immer in Q2, und wenn er sich letzte Woche in Malaysia nicht zu sehr reingesteigert hätte und gestürzt wäre, wäre er immer in den Top 10 gewesen."

Acosta: So wichtig war Espargaros Hilfe bisher

Im Jahr 2023 hatte Pol Espargaro einen Zweijahresvertrag mit KTM, um für das Team Tech3 zu fahren. Doch ein schwerer Unfall in Portimao zu Saisonbeginn bremste ihn aus und führte schließlich zu seinem vorzeitigen, unfreiwilligen Rücktritt.

KTM musste Platz schaffen, um sein größtes Talent Acosta unterzubringen, der im vergangenen Jahr in der MotoGP debütierte und Espargaros Platz einnahm. Der österreichische Hersteller bot dem Spanier jedoch eine Rolle als Testfahrer an, die er bis heute ausfüllt. Zuletzt vertrat er den verletzten Maverick Vinales.


Fotos: MotoGP: Grand Prix von Portugal (Portimao) 2025, Grand Prix


"Pol kommt ohne Druck, er hat richtig Spaß", lobt Acosta dessen Einsätze und verrät: "In Australien hat es mir sehr geholfen, hinter ihm herzufahren, und hier in Portimao, als es anfing zu regnen, konnte er problemlos hinter mir bleiben."

"Er ist jemand, der sehr offen ist, um zu arbeiten und der Fabrik zu helfen. Es ist immer gut, so einen Fahrer zu haben. Er fährt die Maschine ähnlich wie ich, aggressiv mit dem Vorderrad, und mir hilft es, Daten und Optionen von jemandem mit Erfahrung und Speed zu haben", unterstreicht Acosta Espargaros Rolle.

Espargaro: "Ich weiß genau, wo mein Platz ist"

Doch während er öffentlich für ein Comeback seines Markenkollegen wirbt, klingt Espargaro selbst deutlich zurückhaltender. Nach seinen MotoGP-Einsätzen in Malaysia, Australien und nun in Portugal zeigt er sich dankbar, aber auch müde.

"Ich weiß genau, wo mein Platz im Moment ist", sagt der 33-Jährige. "Ich bin ehrlich: Ich fange an, mich erschöpft zu fühlen. Der Druck der letzten Grands Prix, die vielen Reisen, der Test in Jerez - das alles summiert sich. Ich bin einfach erschöpft."

Zwar betont Espargaro: "Ich habe Malaysia genossen, ich habe Australien genossen. Aber hier, in Portugal, konnte ich es nicht so sehr genießen. Nicht nur wegen der alten Verletzung, sondern weil ich meine Töchter vermisse, mein Leben außerhalb des Fahrerlagers. Ganz ehrlich, ich vermisse das normale Leben."


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Pol Espargaro

In dem Zusammenhang beschreibt er auch, wie schwer es ihm falle, den mentalen Druck jedes Rennwochenendes zu tragen, wissend, dass jeder Moment gefährlich sein kann.

"Es ist wirklich hart, diesen Druck jedes Wochenende aufs Neue zu spüren. Das klingt vielleicht schlecht, aber alles kann in einem Augenblick vorbei sein. Als ich jung war, habe ich nie daran gedacht. Aber jetzt, wenn ich vor dem Start die Hymne höre, denke ich manchmal: 'Verdammt, das könnte das letzte Mal sein.'"

Die Familie habe für ihn Priorität: "Früher war ich allein, da war das einfacher. Aber jetzt nicht mehr. Jetzt habe ich eine Familie, und ich will mehr Zeit mit ihr verbringen." So sehr Acosta es sich wünscht - ein Vollzeitcomeback wird es wohl nicht geben.