Abschied von Ducati? Francesco Bagnaia spricht Klartext

Francesco Bagnaia spricht offen über seine ungewisse Zukunft bei Ducati - Für 2027 sondiert er Optionen - Trotzdem war seine Motivation beim Sepang-Test hoch

(Motorsport-Total.com) - Francesco Bagnaia wird sich am Ende der MotoGP-Saison 2026 wohl vom Ducati-Werksteam verabschieden müssen. Mit Marc Marquez verhandelt Ducati noch über die letzten Vertragsdetails einer Verlängerung. Zudem verdichten sich die Anzeichen, dass Pedro Acosta ab 2027 sein Teamkollege sein wird.

Titel-Bild zur News: Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia spricht davon, dass er Optionen für 2027 hat Zoom

Als Moto2-Weltmeister wurde Bagnaia von Ducati 2019 in die MotoGP geholt. Nach zwei Lernjahren im Pramac-Team wurde er ins Werksteam berufen. Mit 31 Siegen und zwei Weltmeistertiteln avancierte er zum erfolgreichsten Ducati-Fahrer in der Königsklasse.

2025 jedoch riss seine Erfolgsserie. Er stand klar im Schatten seines neuen Teamkollegen Marc Marquez. "Wenn man ehrlich ist, ist klar, dass eine Saison wie die letzte dich auf die falsche Seite bringen kann", ist sich Bagnaia bewusst, welche Folgen dieses schwierige Jahr hat.

Ist es frustrierend für ihn, dass er von Ducati keine Zeit bekommt, um in den ersten Rennen der neuen Saison zu beweisen, dass er wieder zu alter Stärke zurückfinden kann und sich damit für eine Vertragsverlängerung empfehlen könnte?

"Es ist, wie es ist", nimmt Bagnaia es pragmatisch. "Wir leben in einer Welt, die immer extrem schnell ist, also musst du selbst auch schnell sein. Jorge Lorenzo hat einmal etwas Richtiges gesagt: Man wird immer an den letzten Rennen gemessen, die man gefahren ist."

"Also ist es normal, dass es so läuft, und es ist auch richtig so. In den vergangenen drei bis vier Jahren wurden die Verträge ohnehin deutlich früher entschieden. Aber so ist es eben, und ehrlich gesagt finde ich das auch richtig."

Trotzdem betont Bagnaia für seine Zukunft: "Ehrlich gesagt habe ich noch viele Möglichkeiten - wir müssen nur entscheiden." Gerüchte bringen ihn mit Yamaha oder Aprilia in Verbindung. Aprilia-Motorsportchef Massimo Rivola lobte Bagnaia nach dem Sepang-Test in höchsten Tönen.

In den drei Testtagen zeigte sich der Ex-Weltmeister konkurrenzfähig. Er betonte auch, dass er beim Anbremsen wieder ein gutes Gefühl gefunden hat. Bagnaia bedankte sich bei den Ducati-Ingenieuren, denn das Motorrad schiebt nicht mehr in der Bremsphase.

Francesco Bagnaia

Mit der Ducati GP26 fand Bagnaia beim Sepang-Test ein gutes Gefühl Zoom

Auch im Ducati-Team nahm man es mit Wohlwollen auf, dass Bagnaia nicht nur schnell war, sondern sich auch hoch motiviert präsentierte. "Ich habe nach seinem Urlaub Ende des Jahres viel mit ihm gesprochen", schildert Teammanager Davide Tardozzi bei MotoGP.com.

"Und Anfang Januar haben wir einen neuen 'Pecco' wiedergefunden, wieder den von 2024. Deshalb denke ich, dass er in großartiger Form ist. Er ist ein sehr intelligenter Typ, deshalb sprechen wir viel mit ihm, vor allem Gigi [Dall'Igna]."

"Ich glaube", meint Tardozzi, "dass er seit dem Test in Valencia bereits wieder die richtige mentale Einstellung gefunden hat. Wir sind sehr glücklich. Wir wissen, dass wir einen sehr konkurrenzfähigen 'Pecco' haben."

Deshalb ist der Teammanager auch überzeugt, dass Bagnaia in diesem Jahr an der Spitze wieder eine Rolle spielen wird: "Wir sind absolut zuversichtlich. Schon direkt nach dem Rennen in Valencia hatte er gezeigt, dass er sein Gefühl wiedergefunden hatte. Deshalb sind wir vollkommen überzeugt, dass 'Pecco' in diesem Jahr zu den Topfahrern gehören wird."