Mick Schumacher: "Indy 500 nicht das eine Rennen, das mich beschäftigt"
IndyCar-Rookie Mick Schumacher erklärt, warum er sich treu bliebt und auch das Indy 500 in puncto Vorfreude und Begeisterung nicht über andere Rennen stellt
(Motorsport-Total.com) - Die bevorstehende Rennsaison 2026 wird für Mick Schumacher die erste in der IndyCar-Serie. Mit dem erst vor wenigen Tagen nachträglich in den Kalender aufgenommenen Stadtrennen in Washington, D.C. umfasst der IndyCar-Kalender 2026 nun insgesamt 18 Rennen.
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Mick Schumacher vor der Haupttribüne des Indianapolis Motor Speedway Zoom
Als absoluter Höhepunkt im Kalender gilt das Indianapolis 500, besser bekannt als Indy 500. Nicht zuletzt aufgrund seiner langen Tradition, die bis ins Jahr 1911 zurückreicht, aber auch aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile das einzige Superspeedway-Rennen im Kalender ist, wird das Indy 500 von vielen höher angesehen als andere IndyCar-Rennen. Mick Schumacher sieht das nicht so.
Als Schumacher vor wenigen Tagen anlässlich der IndyCar Media Days 2026 in Indianapolis gefragt wurde, wie groß seine Vorfreude und Begeisterung für das Indy 500 seien, antwortete er trocken: "Ehrlich gesagt bin ich genauso aufgeregt wie für das erste Rennen und für alle anderen Rennen, die noch kommen werden."
Schumachers Begründung, weshalb der das vielzitierte "Greatest Spectacle in Racing" nicht über andere IndyCar-Saisonrennen stellt: "Für mich ist ja alles neu. Ich würde daher nicht sagen, dass das 500 das eine Rennen ist, das mich beschäftigt."
Ob 24h Le Mans oder Indy 500: Mick Schumacher bleibt sich treu
Mit dieser Sichtweise bleibt sich Mick Schumacher selber treu. Denn als er in den vergangenen beiden Jahren in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) mit deren Saisonhöhepunkt - den 24 Stunden von Le Mans - antrat, da vertrat er die gleiche Sichtweise.
"Le Mans war vielleicht das größte Event des Jahres, aber meiner Meinung nach ist es nicht das wichtigste Rennen", wiederholt der junge Schumacher nun als IndyCar-Pilot das, was er sowohl 2024 als auch 2025 über das einzige 24-Stunden-Rennen im WEC-Kalender gesagt hatte.
"Ich finde einfach, jedes Rennen in einer Saison ist wichtig. So gehen wir an das Thema heran. Wir betrachten [das Indy 500] einfach als ein weiteres Wochenende", erklärt der IndyCar-Rookie in Diensten des Dreiwagenteams Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL).
IndyCar-Saison 2026 startet: Das sagt Mick Schumacher zu seinem Oval-Debüt
Mick Schumacher stellt sich einer neuen Herausforderung und geht in der IndyCar-Serie an den Start – inklusive der gefürchteten Ovalrennen.
In Vorbereitung auf sein erstes IndyCar-Jahr hat Mick Schumacher bereits das eine oder andere Mal im Simulator von Honda gesessen, um sich auf die für ihn neuen Rennstrecken einzuschießen. Eine Lieblingsstrecke hat er "nicht aufgrund von Runden im Simulator", wie er auf Nachfrage von Motorsport-Total.com antwortet. "Aber allein aufgrund der Nähe zur Ranch würde ich sagen, dass Arlington die Strecke ist, auf die ich mich am meisten freue."
"Mini-Heimrennen" für Mick Schumacher in Arlington
Damit spricht er einerseits auf die Ranch der Schumacher-Familie in Gordonville im US-Bundesstaat Texas an, andererseits mit Arlington auf eine von drei komplett neuen Strecken im diesjährigen IndyCar-Kalender. Neben dem bereits eingangs erwähnten Washington-Rennen, und dem Kanada-Gastspiel in Markham bei Toronto, ist das von Schumacher angesprochene Arlington-Rennen bei Dallas im US-Bundesstaat Texas eines von drei komplett neuen Events im IndyCar-Kalender 2026.
In allen drei Fällen handelt es sich um Stadtkurse, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht existieren, und die somit auch noch kein IndyCar-Pilot in der Realität kennt. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund glaubt Schumacher, dass Arlington am 15. März "mir das Leben vielleicht ein bisschen einfacher macht, weil es für alle eine neue Strecke ist".
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Arlington bei Dallas (Texas): Vom Termin her das erste von drei neuen IndyCar-Events 2026 Zoom
"Andererseits", so der IndyCar-Rookie aus Deutschland weiter, "glaube ich schon, dass es eine Herausforderung wird. Also ja, ich freue mich am meisten auf dieses Rennen in der Nähe der Ranch. Es ist sozusagen ein Mini-Heimrennen, wenn man so will".
Reale Runden in Indianapolis, virtuelle Runden auf anderen Strecken
Zum Thema Lieblingsstrecken im Kalender sagt Schumacher noch: "Ich glaube, ich kenne die anderen Strecken einfach noch nicht gut genug, um das schon sagen zu können. Ich habe einige davon gesehen, aber nicht alle. Daher wäre es unfair zu sagen: 'Hey, die würde ich auf jeden Fall nennen'".
"Auf dem IMS-Rundkurs bin ich ja schon gefahren", denkt Schumacher an seinen ersten IndyCar-Test zurück. Dieser fand am 13. Oktober 2025 auf dem Infield-Rundkurs des Indianapolis Motor Speedway (IMS) statt. "Das hat ziemlich viel Spaß gemacht hat. Und natürlich hat dieser Ort auch eine lange Geschichte, die mit meinem Vater verbunden ist", so der 26-Jährige.
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Mick Schumacher auf dem Indianapolis-Rundkurs, wo Michael Schumacher fünfmal siegte Zoom
Zwar nicht auf dem exakt selben Streckenlayout, auf er selber im vergangenen Oktober zum ersten Mal überhaupt einen IndyCar-Boliden bewegte, aber auf einem ganz ähnlichen Streckenlayout erzielte sein Vater Michael Schumacher einst fünf Formel-1-Siege.
Der Grand Prix der USA der Formel 1 wurde im Zeitraum 2000 bis 2007 auf der damaligen Variante des Indianapolis-Rundkurs ausgetragen. In Diensten von Ferrari siegte Michael Schumacher dort in den Jahren 2000, 2003, 2004, 2005, 2006.
Den Indianapolis-Rundkurs kennt Mick Schumacher dank seines bisher einzigen IndyCar-Tests bereits aus eigener Erfahrung. Andere Strecken im Kalender, wie etwa den Stadtkurs in St. Petersburg (Florida), wo am 1. März der Saisonauftakt über die Bühne geht, kennt er aus dem Simulator.
"Ich eine ziemlich gute Simulator-Session in St. Pete, die mir viel Spaß gemacht hat", sagt er und berichtet: "Die Strecke ist ziemlich uneben. Das war für mich etwas Neues, mit so vielen Bodenwellen zurechtzukommen. Aber ja, ich freue mich darauf, die Saison zu erleben, alle Strecken zu sehen und zu erfahren, wie die Rennen dort ablaufen werden."
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Der Laguna Seca Raceway hat den Platz als Saisonfinale zurückbekommen Zoom
Aber nicht nur die Strecke für den Saisonauftakt, auch die Strecke für das Saisonfinale kennt Mick Schumacher zumindest schon aus dem Simulator, nämlich die kalifornische Berg-und-Talbahn Laguna Seca mit ihrer berühmten Corkscrew-Passage. "Stimmt! Dort war ich im Simulator mit diesen kleinen Mazda-Fahrzeugen unterwegs und bin Rennen gefahren. Das hat Spaß gemacht", sagt er.
Mit ihrem Platz als Saisonfinale im IndyCar-Kalender 2026 nimmt Laguna Seca nun wieder jenen Kalenderplatz ein, den die Strecke bereits im Zeitraum 1989 bis 1996 (damals in der CART-Serie) sowie in den Jahren 2019, 2022 und 2023 innehatte.

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