IMSA-Testfahrten Daytona: 2026er-LMDh-Generation zeigt sich erstmals

Updates bei Porsche, BMW, Cadillac und Acura - Neuer Lamborghini Temerario und Evo-Stufen bei Porsche 911 GT3 R und Ford Mustang GT3

(Motorsport-Total.com) - Mit dem offiziellen Vorsaisontest hat die IMSA SportsCar Championship gleichzeitig die Saison 2025 beendet und 2026 eingeläutet. Beim Test auf dem Daytona International Raceway, wo in zwei Monaten das 24-Stunden-Rennen die neue Saison eröffnen wird, haben die vier LMDh-Hersteller Porsche, BMW, Cadillac und Acura Updates an ihren GTP-Boliden gezeigt.

Titel-Bild zur News: Cadillac verblüffte beim Daytona-Test mit einem extrem niedrigen Heckflügelblatt

Cadillac verblüffte beim Daytona-Test mit einem extrem niedrigen Heckflügelblatt Zoom

Die auffälligste Neuerung kommt dabei von Cadillac: Der V-Series.R fällt durch ein komplett neues, viel tiefer liegendes Heckflügelblatt auf. Neben dem neuen Heckflügel gibt es auch einen neuen Splitter, der ohne Diveplanes auskommt. Zudem verwendet der V8-Bolide eine neue Bremsanlage von Brembo.

Nach einem Elektronik-Update Anfang 2025 hat Cadillac damit die Evo-Joker Nummer zwei und drei eingesetzt. Jedem Hersteller stehen bis Ende 2027 fünf Evo-Joker zur Verfügung. Für die verlängerte Homologationsperiode von bis 2029 stehen dann zwei weitere Joker zur Verfügung.


Fotos: IMSA-Testfahrten in Daytona mit 2026er-Fahrzeugen


Bei den Fahrern lag ein besonderes Augenmerk auf NASCAR-Nachwuchssensation Connor Zilisch, der auf dramatische Weise den Xfinity-Titel verpasste und daher nicht ausreichend nationale Lizenzpunkte hatte, um den Rookietest der WEC in Bahrain wahrzunehmen. Er fuhr auf dem Action-Express-Cadillac #31 (Vesti/Aitken/Bamber/Zilisch) und ist als vierter Fahrer für Daytona bei diesem Team im Gespräch.

Der BMW M Hybrid V8 trat mit seinem bereits präsentierten neuen Kleid an, das unter anderem kleinere Nieren und neu gestaltete interne Kanäle beinhaltet. 50 Prozent der Karosserie sind neu. Die Änderungen sollen vor allem für eine bessere Fahrbarkeit sorgen. Es ist aktuell noch unklar, wie viele Evo-Joker BMW für das Update investiert hat. Einen hat BMW für eine Weiterentwicklung der Bremsen im vergangenen Winter bisher verwendet.

Auch Porsche rollte mit einer neuen Aerodynamik aus, allerdings nur bei den beiden Werksfahrzeugen von Penske. Der privat eingesetzte JDC-Miller-Porsche war noch auf dem alten Stand, wird bis zum offiziellen Vortest "Roar before the 24" eine Woche vor dem Rennen aber ebenfalls auf den neuen Stand gebracht werden. So sieht es das Reglement vor.

Die Änderungen fallen anders als bei Cadillac und BMW erst auf den zweiten Blick auf. Ein neuer Frontsplitter und ein neuer Diffusor sind die hauptsächlichen Änderungen. Zudem gibt es Änderungen an der Aufhängung. Insgesamt hat Porsche damit die Joker Nummer drei und vier investiert und hat damit noch einen bis Ende 2027 offen.

Acura hat dem ARX-06 seinerseits eine neue Aerodynamik spendiert, die allerdings noch subtiler ausfällt als bei Porsche. Neue Diveplanes und ein minimal umgestaltetes Heck fallen kaum ins Auge. A.J. Allmendinger, der bei den 24 Stunden von Daytona erstmals seit 2021 wieder als vierter Fahrer dabei ist, fuhr erstmals einen LMDh-Boliden.

Die meisten Änderungen sind darauf zurückzuführen, dass WEC und IMSA nun für die Homologation denselben Windkanal von Windshear in den USA nutzen. Der Sauber-Windkanal, der für die WEC-Homologation genutzt wurde, wird mittlerweile durch das Audi-Formel-1-Team beansprucht.

Als einziges Fahrzeug ohne Evo-Joker geht der Aston Martin Valkyrie in seine zweite Saison. Allerdings war der Valkyrie der einzige GTP-Bolide, der bei den Testfahrten Probleme bekam, als Ross Gunn auf der Outlap eine rote Flagge aufgrund eines Elektronikproblems verursachte.

Acura-Bestzeit gleich in erster Session

Natürlich wurden auch Zeiten gefahren, die jedoch bei diesem Test traditionell kaum Aussagekraft haben. Das kombinierte Resultat sieht folgendermaßen aus:

GTP
1. MSR-Acura #93 (Yelloly/van der Zande/Palou) - 1:35.725 Minuten (Session 1)
2. JDC-Miller-Porsche #85 (Aron/van der Helm/Campbell/Pino) - 1:36.015 (Session 4)
3. Penske-Porsche #6 (Andlauer/McLaughlin/Campbell/Nasr/Newgarden) - 1:36.143 (Session 2)
4. MSR-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Dixon/Allmendinger) - 1:36.231 (Session 3)
5. Penske-Porsche #7 (Andlauer/McLaughlin/Campbell/Nasr/Newgarden) - 1:36.395 (Session 4)
6. WRT-BMW #24 (Frijns/Rast/Magnussen/D. Vanthoor/Eng) - 1:36.399 (Session 4)
7. WRT-BMW #25 (Wittmann/Rast/Magnussen/D. Vanthoor/Eng) - 1:36.459 (Session 4)
8. AXR-Cadillac #31 (Vesti/Aitken/Bamber/Zilisch) - 1:36.540 (Session 2)
9. WTR-Cadillac #10 (R. Taylor/Albuquerque/Stevens) - 1:36.595 (Session 2)
10. WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz/Herta) - 1:36.619 (Session 2)
11. THOR-Aston-Martin #23 (De Angelis/Gunn) - 1:37.152 (Session 3)

LMP2
1. TDS-Oreca #11 (Lütke/Beche/Heinemeier Hansson/Milesi) - 1:39.176 (Session 2)
2. Pratt-Miller-Oreca #73 (P. Fittipaldi/Cumming/Espririto Santo/E. Fittipaldi) - 1:39.177 (Session 4)
3. APR-Oreca #04 (Kurtz/Quinn/Sowery/Jakobsen) - 1:39.188 (Session 2)
4. Inter-Europol-Oreca #43 (Clarke/Dillmann/Garg/Siegel) - 1:39.224 (Session 1)
5. PR1-Mathiasen-BHA-Oreca #52 (Goikhberg/Keating/Thompson/Vautier) - 1:39.795 (Session 4)
6. AO-Oreca #99 (Hyett/Cameron/Edgar/Rasmussen) - 1:39.911 (Session 3)
7. United-Autosports-Oreca #2 (Fayer/McElrea/Jensen) - 1:39.960 (Session 1)
8. Tower-Oreca #8 (Farano/Bourdais/Alvarez/Foster) - 1:40.045 (Session 4)
9. United-Autosports-Oreca #22 (Goldburg/di Resta/Lindh/Saucy) - 1:40.210 (Session 2)
10. Intersport-Oreca #37 (Field/Jarvis/Lucas) - 1:40.242 (Session 4)

Die GTP- und LMP2-Fahrzeuge fuhren die Sessions 1 bis 5 (Freitag und Samstag). Die fünfte Session fand bei Dunkelheit statt.

Premiere für Lamborghini Temerario GT3

Die meisten Augen waren bei diesem Test auf den brandneuen Lamborghini Temerario GT3 von Pfaff Motorsports gerichtet. Die GT-Boliden durften ab der dritten Session am Samstagvormittag ins Geschehen eingreifen und hatten den Sonntag (Sessions 6 und 7) für sich allein. Pfaff will den Temerario aber erst ab Sebring einsetzen. Bei den 24 Stunden von Daytona kommt noch einmal der Huracan zum Einsatz.

Der Temerario fuhr erstmals auf amerikanischem Boden, nachdem die Entwicklungsarbeit in Europa gelaufen war. Teil der Entwicklung war unter anderem ein Endurance-Test in Le Castellet. Es war auch das erste Mal, dass der Temerario mit den in der IMSA üblichen Michelin-Reifen ausrückte.

Von diesen gibt es für 2026 eine neue Generation. Kurioserweise brachte es der AF-Corse-Ferrari #21 (Mann/Mosca) aus der GTD fertig, illegalerweise mit der 2025er-Spezifikation auszurücken, was dem Team eine 30-Minuten-Strafe einbrachte, in der der Ferrari 296 GT3 Evo nicht fahren durfte.

Genau wie Ferrari traten auch Porsche und Ford mit Updates an ihren GT3-Boliden an. In allen Fällen geht es darum, das Auto in einem größeren Fenster für Amateurfahrer angenehmer fahrbar zu machen. Ford versucht außerdem, zusätzlichen Abtrieb an der Vorderachse zu erzeugen, was sich insbesondere durch zwei gewaltige Flaps an der Frontpartie zeigt.

Rahal Letterman Lanigan Racing trat nach dem Verlust des BMW-LMDh-Engagements erstmals mit einem neu erworbenen McLaren 720S GT3 in der GTD Pro an. Ebenfalls neu dabei war ein zweiter Mercedes-AMG GT3 von Winward Racing, der in Daytona zum Einsatz kommen soll und zum Teil von DTM-Mechanikern betreut wird.

IndyCar-Star Will Power kam wieder bei 75 Express Racing zum Einsatz, nachdem er bereits bei den 8 Stunden von Indianapolis in der IGTC für dieses Team gefahren war. Er fuhr konkurrenzfähige Zeiten.

Nur acht GTD-Boliden nahmen am Test teil. In den GT-Klassen wurden folgende Zeiten erzielt:

GTD Pro
1. Winward-Mercedes #48 (Noble/Hart/Martin/Stolz) - 1:47.152 (Session 6)
2. 75-Express-Mercedes #75 (Habul/Grenier/Power) - 1:47.187 (Session 7)
3. RLL-McLaren #59 (MacDonald/Vips/Esterson) - 1:47.684 (Session 6)
4. Manthey-Porsche #911 (Preining/Pera/Hardwick) - 1:47.700 (Session 7)
5. Vasser-Sullivan-Lexus #14 (Hawksworth/Barnicoat/Kirkwood) - 1:47.999 (Session 7)
6. Multimatic-Ford #65 (Mies/Vervisch/Priaulx) - 1:48.092 (Session 3)
7. Pfaff-Lamborghini #9 (Mapelli/Caldarelli/Perera) - 1:48.102 (Session 6)
8. Paul-Miller-BMW #1 (Harper/Hesse/Verhagen/de Phillippi) - 1:48.161 (Session 4)
9. Multimatic-Ford #64 (Barker/Olsen/Rockenfeller) - 1:48.218 (Session 7)

GTD
1. Winward-Mercedes #57 (Ellis/Ward/Dontje/Auer) - 1:47.156 (Session 5)
2. Magnus-Aston-Martin #44 (Potter/Pumpelly/Thiim) - 1:47.537 (Session 3)
3. RS1-Porsche #28 (Zitza/Heylen) - 1:47.677 (Session 3)
4. Wright-Porsche #120 (Adelson/Skeer/Sargent/Llott) - 1:47.873 (Session 7)
5. Myers-Riley-Ford #16 (Monk/Fraga/Altzman/Grosjean) - 1:47.956 (Session 3)
6. Vasser-Sullivan-Lexus #12 (Telitz/Pedersen/Montecalvo/Masson) - 1:47.958 (Session 3)
7. AF-Corse-Ferrari #21 (Mann/Mosca) - 1:48.146 (Session 6)
8. WTR-Lamborghini #45 (Formal/Hindman/Doyle) - 1:48.290 (Session 6)


IMSA-Testfahrten in Daytona vom YouTube-Kanal Lanky Turtle

In allen sieben Sessions gab es mindestens eine Unterbrechung. Die erste wurde, wie schon angesprochen, durch einen technischen Defekt am Aston Martin Valkyrie verursacht.

In der zweiten Session gab es zwei Abbrüche durch LMP2-Boliden: Misha Goikhberg hatte einen Unfall in Kurve 5. Später drehte sich Jon Field raus, der im Alter von 70 Jahren nach 14 Jahren Abwesenheit in die IMSA zurückkehrt. Beide Fahrzeuge konnten sich aus eigener Kraft an die Box schleppen.

In der dritten Session blieb Spencer Pumpelly im Magnus-Aston-Martin mit einem Problem an der Lichtmaschine stehen.In der vierten Session drehte sich Dane Cameron raus, offenbar hatte sich eine Radmutter am AO-Oreca gelöst.

Das Nachttraining wurde zweimal unterbrochen, allerdings nur, um die Strecke von Trümmerteilen zu befreien. Aus demselben Grund wurde auch die sechste Sitzung einmal unterbrochen. Für die letzte rote Flagge sorgte in der siebten Sitzung der RS1-Porsche mit einem Reifenschaden.

Die 64. Ausgabe der 24 Stunden von Daytona beginnt vom 16. bis 18. Januar mit dem offiziellen Vortest "Roar before the 24". Das eigentliche Event geht vom 21. bis 25. Januar.

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