Coronavirus als WM-Killer: Jonathan Rea macht sich Sorgen um die MotoGP

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Coronavirus als WM-Killer: Jonathan Rea macht sich Sorgen um die MotoGP

Beitrag von Redaktion » Sa Okt 17, 2020 11:01 am

Die Gefahr eines Startverbots ist in der Superbike-WM aber bei weitem nicht so groß wie in der MotoGP, doch Jonathan Rea verzichtet vor dem WSBK-Finale auf Risiken

Der sechste WM-Titel von Jonathan Rea ist genau genommen nur noch Formsache. Drei Punkte muss der Titelverteidiger beim Saisonfinale der Superbike-WM einfahren, sofern Herausforderer Scott Redding in Estoril alle drei Rennen gewinnt. Unter normalen Umständen gibt es keinen Grund zur Sorge. Doch wie schnell sich das Blatt wenden kann, beobachtet man aktuell in der MotoGP.

Valentino Rossi muss auf den Start beim MotoGP-Event in Aragon verzichten, weil er positiv auf den Coronavirus getestet wurde. Moto3-WM-Kandidat Tony Arbolino durfte seine Heimat nicht verlassen, weil er beim Rückflug aus Le Mans Kontakt mit einem positiv Getestetem hatte. Ein ähnliches Schicksal hätte auch Jonathan Rea treffen können. Oder nicht?

In der Superbike-WM muss man beim Eintritt ins Fahrerlager keinen negativen PCR-Test vorweisen. Somit hätte Jonathan Rea weiterhin Zutritt gehabt, auch wenn es ihn erwischt hätte. Doch bei Kawasaki gibt es klare Regeln.



Nach dem Trainingsauftakt in Estoril äußerte sich Rea zu diesem heiklen Thema: "Ich reiste nach dem vergangenen Rennen nicht nach Hause. Klar, es ist in der Superbike-WM nicht vorgeschrieben, aber in meinem Team gibt es die Vorgabe, dass alle einen PCR-Test machen müssen."

"Ich hielt mich nach Magny-Cours in der Kawasaki-Blase auf und versuchte, mich in einer sicheren Umgebung aufzuhalten. Ich wollte nicht, dass externe Faktoren meine Meisterschaft gefährden", berichtet der Superbike-Rekord-Weltmeister. "Wir kamen hier gesund an."

Somit konnte Rea die Gefahr umgehen, sich auf einem Linienflug anzustecken. "Ich glaube, das besorgt viele Fahrer im Moment. Aber es geht nicht nur um die Meisterschaft. Meine Familie Zuhause ist ziemlich gefährdet. Ich befinde mich im Kontakt mit sehr vielen Menschen. Es geht schnell, dass man sich bei den Reisen etwas einfängt", weiß der Nordire.



"Ich bin nicht besorgt, doch ich versuche, so vorsichtig zu sein, wie es nur geht. Ich bin nicht nach Hause gereist. Zuhause habe ich kleine Kinder und mein Vater zählt ebenfalls zur Risikogruppe. Es ist besser, auf Nummer sicherzugehen", erklärt Rea.

Wie schnell ein Fahrer aus dem Rennen ist, selbst wenn er negativ getestet wurde, sah man bei Moto3-Pilot Tony Arbolino. "Es ist wirklich hart. Es gibt in den bestimmten Regionen gewisse Regeln und Vorgaben. Der Sport ist eine großartige Sache, aber es ist nicht die wichtigste Sache der Welt", stellt Rea klar. "Klar, junge und gesunde Menschen betrifft es nicht so sehr."

"In meinem lokalen Supermarkt bin ich weiter von anderen Menschen entfernt als hier. Es ist keine gute Situation, wenn man sich an einem Ort befindet, an dem man es sehr schnell verteilen kann", ist sich Rea der Gefahren im Fahrerlager bewusst.

Die Superbike-WM-Saison 2020 geht an diesem Wochenende zu Ende. Doch in den Grand-Prix-Klassen stehen noch drei Titel auf dem Spiel. "Es tut mir sehr leid für sie. Gleichzeitig sorge ich mich um sie. Wir haben Glück, dass wir das Saisonfinale bestreiten. Aber die Entwicklung des Virus in Kombination mit der MotoGP-Saison, in der noch einige Rennen gefahren werden, dürfte alle Fahrer besorgen, die um Meisterschaften kämpfen", so Rea.

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