Yamaha-Testfahrer statt Rücktritt: Was Honda zu Jorge Lorenzos Wechsel sagt

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Redaktion
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Yamaha-Testfahrer statt Rücktritt: Was Honda zu Jorge Lorenzos Wechsel sagt

Beitrag von Redaktion » Mi Feb 12, 2020 1:21 pm

Weil Honda Jorge Lorenzo keine Vertragsklausel für 2020 gegeben hat, wurde sein Wechsel zu Yamaha erst möglich - Wie bewertet Alberto Puig heute diese Situation?

Nach drei Jahren kehrte Jorge Lorenzo zu Yamaha zurück und wird als Testfahrer fungieren und eventuell das eine oder andere Rennen bestreiten. Im Gepäck bringt der dreimalige MotoGP-Weltmeister reichlich Erfahrung von der Konkurrenz mit, denn er kennt die technischen Details von Ducati und Honda genau. Auch von diesem Wissen könnte Yamaha profitieren.

Pikant an dem Wechsel ist, dass Lorenzo eigentlich für 2020 einen Honda-Vertrag hatte. Dieser Zweijahresvertrag wurde Ende 2019 aufgelöst. Ärgert es Honda-Teammanager Alberto Puig, dass Lorenzo nun auf einer Yamaha sitzt und vielleicht sogar Rennen fahren wird? "Ich denke, man muss das von einem einfachen Standpunkt aus betrachten", meint Puig.

"Wir haben den Vertrag nicht gebrochen", sagt der Spanier über die Vorgänge im vergangenen Herbst. "Wenn ein Fahrer zu uns kommt und sagt, dass er aufhören will, weil er sich nicht mehr verletzen will und nicht mehr die Motivation hat, das Motorrad zu fahren, dann konnten wir nur okay sagen."



"Das war nicht unsere Intention, denn wir hatten einen Zweijahresvertrag. Aber wenn jemand nicht mehr will, was soll man dann machen? Wir von Honda-Seite machen keinen Druck, dass jemand fahren muss, wenn er nicht will. Das war der Vorgang in Valencia. Zu diesem Zeitpunkt war es sein klarer Plan aufzuhören."

"Aus welchen Gründen auch immer hat er sich dann dazu entschieden, weiterzumachen. Aus Honda-Sicht können wir dazu nur sagen, dass jeder mit seinem Leben machen kann, was er will. Wir respektieren das. Wir freuen uns für ihn", äußert sich Puig diplomatisch. "Was wir aus unserer Sicht getan haben, war zu 100 Prozent korrekt. Denn man kann einen Fahrer nicht dazu zwingen mit einem Motorrad zu fahren, das er nicht will."

"Wenn er sich dazu entscheidet, für Yamaha oder für eine andere Firma zu testen, dann ist das sein Leben. Wir legen uns nicht quer. Als Jorge bei uns war, hat Honda alles für ihn getan. Vielleicht war das für ihn nicht genug. Wir haben seine Erwartungen nicht erfüllt, aber alle im Team und in Japan haben alles versucht. Es hat nicht geklappt, aber wir haben es versucht."



Kurz nachdem Lorenzo in Valencia sein Karriereende bekannt gegeben hat, nahm Yamaha-Teammanager Lin Jarvis Kontakt auf und bot den Job als Testfahrer an. Hat Jarvis jemals einen Anruf von Puig erhalten? "Nein und ich weiß auch nicht, warum ich das sollte. Wir haben nur mit Jorge gesprochen. Die Manager der MotoGP-Teams sprechen tendenziell wenig miteinander."

Weil Lorenzo seinen Rücktritt erklärt hat und damals in Valencia gesagt hat, dass er zu "99 Prozent" keine Rennen mehr fahren wird, wurde der Vertrag ausgelöst. Hätte er zum Beispiel um eine Vertragsauflösung gebeten, um eventuell zu einem anderen Team zu wechseln - wie er es im Endeffekt auch getan hat - hätte sich Honda querlegen können.

"Alberto war immer smart, sehr loyal und ich hatte in meinem Honda-Jahr immer seine volle Unterstützung", hält Lorenzo fest. "Auch aus diesem Grund bin ich sehr dankbar, dass sie auf keiner Klausel bestanden haben, dass ich in diesem Jahr nicht ein anderes Motorrad fahren dürfte. Sie hätten das tun können, aber sie haben es nicht gemacht."

"Deshalb kann ich in meiner neuen Rolle arbeiten. Ich habe von Alberto keinen Anruf erhalten, aber ich bin immer sehr dankbar für seine Unterstützung 2019 und dass es diese Klausel nicht gibt, nachdem ich meinen Honda-Vertrag für 2020 gebrochen habe", sagt Lorenzo. Yamaha hat eine Wildcard für das Barcelona-Rennen angemeldet. Ob Lorenzo dort fahren wird, ist noch nicht bestätigt.

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2CV
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Re: Yamaha-Testfahrer statt Rücktritt: Was Honda zu Jorge Lorenzos Wechsel sagt

Beitrag von 2CV » Mi Feb 12, 2020 2:15 pm

Er hat Honda mit seiner Rücktrittspressekonferenz ausgetrickst und Honda hat es ihm wirklich abgekauft.
Beim MotoGP-Test in Sepang räumte Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig ohne Umschweife ein, dass er verwundert war, als er vom Yamaha-Testvertrag von Lorenzo bei Yamaha hörte. Die Verwunderung stieg weiter, als ein Wildcard-Renneinsatz des fünffachen Weltmeisters beim Catalunya-GP in Aussicht gestellt wurde. Honda hat mit Lorenzo bei der Vertragsauflösung leichtsinnigerweise keine Konkurrenz-Ausschlussklausel vereinbart, die ihn gehindert hätte, 2020 für ein anderes Fabrikat zu fahren!

- Mehr bei SPEEDWEEK: https://www.speedweek.com/motogp/news/1 ... oeren.html
Jetzt macht Honda gute Miene zum bösen Spiel, was bleibt ihnen auch sonst übrig?! Aber Alberto Puig, das muß man wirklich anerkennen, formuliert das ausgesprochen feinsinnig wenn er sagt (Zitat aus diesem Artikel): "Aus welchen Gründen auch immer hat er sich dann [nach dem Rücktritt] dazu entschieden, [doch] weiterzumachen. Aus Honda-Sicht können wir dazu nur sagen, dass jeder mit seinem Leben machen kann, was er will. Wir respektieren das. Wir freuen uns für ihn". Das ist edelst formuliert, Hut ab. :D Bin trotzdem sicher, daß Honda nie, nie, nie wieder bei einem ähnlich gearteten Rücktritt eines Fahrers die Konkurrenzausschlußklausel vergißt :shake: :shake: :shake: :shake:
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Karlson
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Re: Yamaha-Testfahrer statt Rücktritt: Was Honda zu Jorge Lorenzos Wechsel sagt

Beitrag von Karlson » Do Feb 13, 2020 9:50 am

Mag Lorenzo nicht, aber einem Menschen, der zu dem Zeitpunkt psychisch angeknackst wirkt, den Hintergedanken "Ich erwähne extra nicht das ich evtl. doch weitermachen möchte" gehabt zu haben, zu unterstellen... Gewagt!

Und das eigentliche Warum, Yamaha statt Honda, würde auch den plötzlichen Sinneswandel komplett erklären!
letztendlich für mich: Lorenzo halt. "Wie immer nicht fein, aber auch ohne "Böses zu unterstellen" nachvollziehbar.

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