Vizemeister Nico Müller: Sieg war Wiedergutmachung

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Vizemeister Nico Müller: Sieg war Wiedergutmachung

Beitrag von Redaktion » So Okt 06, 2019 8:36 pm

Warum der Sieg beim Saisonfinale in Hockenheim für Vizemeister Nico Müller so wichtig war und wieso Rene Rast in der Anfangsphase bedrohlich nahe kam

Nach dem Nürburgring-Wochenende und dem verlorenen Titel war bei Nico Müller die Stimmung im Keller. Durch seinen Sieg beim verregneten Saisonfinale in Hockenheim ist er nicht nur Vizemeister, sondern auch die Moral stimmt nun wieder. "Das war für mich heute wirklich wichtig", zeigt sich Müller erleichtert.

"Ich habe vor allem nach dem Nürburgring und dem Samstag hier gehofft, dass ich die Saison noch mit einem Highlight beenden kann. Daran haben wir auch hart gearbeitet." Denn der Abt-Audi-Pilot gibt zu, dass ihm der Frühstart am Samstag und das verpatzte Qualifying am Sonntag zu denken gaben.

"Die Art, wie wir den Titel verloren haben, habe ich mir so nicht vorgestellt. Ich wusste, dass es schwierig werden würde. Aber es hat sehr wehgetan, auf welche Weise wir verloren haben. Das haben wir mit dem Sieg heute ein wenig wieder gut gemacht." Zudem sei er "sehr zufrieden, dass ich die Vize-Meisterschaft so perfekt machen konnte."



Dabei war am Samstag bei Müller noch Sand im Getriebe. Im Qualifying kam er über Platz elf nicht hinaus, im Rennen wurde er nach verpatzter Strategie und Durchfahrtsstrafe Letzter. Und auch beim Regen-Set-up sah es zunächst nicht gut aus. "Am Freitag habe ich mich im Nassen noch nicht so wohl gefühlt", bestätigt er. "Uns hat die letzte Pace gefehlt."

Über Nacht brachte Audi aber Müllers RS 5 so hin, dass er auch auf feuchter Strecke funktionierte. Und da Mike Rockenfeller nach dem Qualifying zurückversetzt wurde, stand Müller auf der Pole. "Da hatte ich Glück", weiß der Schweizer. "Aber im Rennen war das Auto wirklich da, wo ich es haben wollte. Ich habe mich unter diesen schwierigen Bedingungen wohl gefühlt und keine Fehler gemacht."



Nach dem perfekten Start musste Müller die Angriffe von Meister Rene Rast abwehren. Die Position an der Spitze war in diesem Fall für den Abt-Audi-Piloten laut eigenen Angaben kein Vorteil. "Wir haben gehört, dass es Öl auf der Strecke gab. Und wenn man das Feld anführt, ist man auch der Erste, den es trifft", verweist Müller auf die Folgen von Daniel Juncadellas feurigem Ausfall.

"Da weiß man nicht, wie viel Grip einen erwartet. In solchen Situationen muss man abwägen, wie viel Risiko man gehen will - ob man wirklich ans Limit gehen will, oder lieber vorsichtig ist. Deswegen kam Rene auch dicht an mich heran." Doch Müller gelang es, sich im herbeigesehnten Zweikampf gegen den Meister durchzusetzen.

"Ich habe es zum Glück hinbekommen, vorne zu bleiben. Als ich dann wusste, wie viel Öl da noch war, konnte ich auch wieder pushen. Von da an verlief das Rennen nach unseren Vorstellungen." Müllers Stopp verlief zwar nicht ganz optimal, doch der Abt-Audi-Pilot ging am wehrlosen Rast, der mit dem Reifendruck kämpfte, nach einigen Attacken vorbei.



Danach fuhr Müller konstant und fehlerlos zum Sieg und ließ sich auch nicht von Jamie Green, der mit einem Stopp eine Runde vor dem Ende pokerte. Es war der elfte Podestplatz des Vizemeisters in dieser Saison - und der dritte Sieg.

Und der gibt nun vor der langen Winterpause, in der sich Müller auf die Formel E konzentrieren wird, Auftrieb. "Wir sind alle hier, um um die Meisterschaft zu kämpfen", erklärt Müller. "Das ist das ultimative Ziel, aber es ist nicht einfach, wenn man gegen jemanden wie Rene kämpft, der über das Jahr so konstant konkurrenzfähig ist. Da weiß man, dass man nahe an die Perfektion herankommen muss, um ihn zu schlagen."

"Wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen. Und wir sind sehr motiviert - vor allem nach dem Extraschub eines Sieges im letzten Rennen", sagt Müller. "Das wird helfen. Und dann wird es natürlich das Ziel sein, im kommenden Jahr wieder um den Titel zu kämpfen und ihn wieder herauszufordern."

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