Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um die Formel 1
Antworten
Redaktion
Beiträge: 22484
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Redaktion » Do Jun 13, 2019 12:09 pm

Wahrscheinlich wird Ferrari auf einen Protest gegen die Strafe von Sebastian Vettel verzichten, doch die Tür für eine erneute Überprüfung ist auch danach nicht zu

Ferrari könnte nun doch auf einen Protest gegen die Strafe von Sebastian Vettel in Kanada verzichten und sich stattdessen eines anderen Rechtsmittels der FIA bedienen, um die Angelegenheit noch einmal neu aufzurollen. Die Italiener haben noch bis heute Nachmittag Zeit, um den bereits angekündigten Protest auch einzureichen - ansonsten verstreicht die Deadline von 96 Stunden.

Doch die Chancen auf einen Erfolg wären ohnehin gering. In den Regeln der FIA heißt es nämlich, dass Strafen im Rennen nicht protestiert werden können. Zwar könnte Ferrari schon Protest einlegen, dieser würde aber sehr wahrscheinlich als "unzulässig" abgeschmettert werden.

Stattdessen gibt es für die Scuderia aber noch eine andere Möglichkeit. Der internationale Sporting Code der FIA gibt Teilnehmern die Möglichkeit einer nachträglichen Überprüfung einer Entscheidung, insofern man neue Beweise hat, die zum damaligen Zeitpunkt nicht vorgelegen hatten.

In Artikel 14.1.1 heißt es dabei: "Sollten signifikante und relevante neue Elemente entdeckt werden, die den Parteien zum Zeitpunkt des betreffenden Events nicht zur Verfügung standen, [...] dann müssen sich die Stewards oder von der FIA Ausgewählte an einem vereinbarten Datum untereinander treffen [...], sich alle relevanten Erklärungen anhören und mit den vorgetragenen Fakten und Elementen entscheiden."

Diese Neuüberprüfung kann bis zu 14 Tage nach Erscheinen des finalen Klassements beantragt werden, sodass Ferrari bis zum Großen Preis von Kanada am 23. Juni Zeit hat, um sich dafür zu entscheiden.

"Wir arbeiten daran und sammeln mehr Beweise", heißt es von Ferrari zu seiner Vorgehensweise. Die Scuderia besitzt noch mehr Daten, als den Stewards in Kanada dank Videomaterial und einiger Telemetriedaten zur Verfügung standen.

Original-News aufrufen

vampiresclub
Beiträge: 223
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von vampiresclub » Do Jun 13, 2019 12:20 pm

Hat Ferrari heraus gefunden, dass VET die 5 sekunden hätte heraus holen können,
wenn er nicht so mit meckern beschäftigt wäre?
Ich erinnere mich, dass er einige Zeit nach dem Vorfall 3,3 sek weg war.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

alex_kre
Beiträge: 121
Registriert: Mi Mär 13, 2019 9:31 am

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von alex_kre » Do Jun 13, 2019 12:28 pm

Ich erinnere mich, dass er einige Zeit nach dem Vorfall 3,3 sek weg war.
Wenn ich mich nicht irre, dann hatte er die 3,3 Sekunden nach dem Vorfall erst rausgefahren und mit der Strafe/ dem berechtigten Gemecker hat er dann die Zeit wieder verloren?!

Benutzeravatar
seahawk
Beiträge: 6223
Registriert: Di Mai 20, 2003 1:01 am

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von seahawk » Do Jun 13, 2019 12:34 pm

Genau, das tut dem Sport so gut, wenn die Sache zum nächsten Rennen weiter offen ist. Okay, tut es wahrscheinlich wirklich, weil so mehr über die F1 berichtet wird, die eigentliche Rennveranstaltung erreicht ja so gut wie niemanden mehr.

TH_
Beiträge: 82
Registriert: Fr Mai 03, 2019 11:56 am

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von TH_ » Do Jun 13, 2019 12:35 pm

Was für Leute gucken die Formel Mercedes? Als hätte man den Dauergecoachten nicht so fahren lassen, dass es keine 5 Sec werden. Kein Wunder, wenn solche Leute dieses aktuellen Spazieren fahren noch gut finden. :jupi:

Formula_One
Beiträge: 546
Registriert: Mo Jul 30, 2018 8:04 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Formula_One » Do Jun 13, 2019 12:40 pm

Die 3,3 Sekunden waren zwischenzeitlich mal durch einen von mehreren Verbremsern von Hamilton entstanden, quasi eine Momentaufnahme. Einfach mal bei den Tatsachen bleiben und nicht alles verdrehen. Gerade im zweiten Stint war der Mercedes deutlich näher dran. Auch wenn das wahrscheinlich unpopulär ist, aber so glaube ich ziemlich sicher, dass insbesondere nach dem Vorfall Vettel alles versucht hat, die 5 Sekunden herauszufahren, genauso wie Hamilton gerne trotzdem Vettel auf der Strecke überholt hätte.

Zum eigentlichem Themeninhalt: Ich dachte die ganze Zeit es wäre schon Protest eingelegt gewesen. Ich finde es zwar gut, wenn eine der beiden Möglichkeiten gewählt wird, bin mir dennoch recht sicher, dass es am Ergebnis nichts mehr ändern wird.

vampiresclub
Beiträge: 223
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von vampiresclub » Do Jun 13, 2019 1:02 pm

Formula_One hat geschrieben:
Do Jun 13, 2019 12:40 pm
Die 3,3 Sekunden waren zwischenzeitlich mal durch einen von mehreren Verbremsern von Hamilton entstanden, quasi eine Momentaufnahme. Einfach mal bei den Tatsachen bleiben und nicht alles verdrehen. Gerade im zweiten Stint war der Mercedes deutlich näher dran. Auch wenn das wahrscheinlich unpopulär ist, aber so glaube ich ziemlich sicher, dass insbesondere nach dem Vorfall Vettel alles versucht hat, die 5 Sekunden herauszufahren, genauso wie Hamilton gerne trotzdem Vettel auf der Strecke überholt hätte.
Da sagen aber seine Rundenzeiten mit leichter werdendem Auto was anderes

Runde Zeit
57 14,8
59 15,4
60 15,1
61 15,5
62 15,0
usw.

das war sehr unkonstant.
er konnte vom speed her also 1:15,00 fahren, lag aber bis zur Zieldurchfahrt mindestens 6-7 mal deutlich darüber.
Wohlgemerkt mit immer leichter werdendem Auto, aber das hatte Hamilton eben auch.

Für mich der Große Unterschied zwischen den beiden, welkchen Marko eben auch unterschlägt wenn er über seinen Wm spricht. Hamilton ist deutlich weniger Fehleranfällig und wesentlich konstanter in seiner Leistung.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Formula_One
Beiträge: 546
Registriert: Mo Jul 30, 2018 8:04 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Formula_One » Do Jun 13, 2019 1:16 pm

vampiresclub hat geschrieben:
Do Jun 13, 2019 1:02 pm
Da sagen aber seine Rundenzeiten mit leichter werdendem Auto was anderes

Runde Zeit
57 14,8
59 15,4
60 15,1
61 15,5
62 15,0
usw.

das war sehr unkonstant.
er konnte vom speed her also 1:15,00 fahren, lag aber bis zur Zieldurchfahrt mindestens 6-7 mal deutlich darüber.
Wohlgemerkt mit immer leichter werdendem Auto, aber das hatte Hamilton eben auch.

Für mich der Große Unterschied zwischen den beiden, welkchen Marko eben auch unterschlägt wenn er über seinen Wm spricht. Hamilton ist deutlich weniger Fehleranfällig und wesentlich konstanter in seiner Leistung.
Und wenn Zeiten so unkonstant sind, was sagt dir das? Eventuell das man am Limit ist? Genauso wie dieses "Totschlagargument" mit der Fehleranfälligkeit... Jeder macht mal am absoluten Limit eher oder mehr Fehler, als bei weniger. Warum? Weil es sonst kein Limit wäre, ganz einfach. Und ich kann Fahrer nicht reell miteinander vergleichen, wenn der eine ein Auto hat, mit dem er bei 80-90 % locker vorne weg fahren kann, während der andere permanent 100 % ausloten muss, um ähnliche Zeiten zu schaffen. So sieht es doch in den letzten ca. zwei Jahren aus. Und dieses Mal mussten beide ihre 100 % ausloten. Der eine mit einem gut ausbalancierten Auto, dass auf den schnellen Passagen etwas langsamer ist, der andere mit einem unruhigen Heck, der aber auf den schnellen Passagen leichte Vorteile hat. Der eine Fahrer hat im Laufe des Rennens mehrere Verbremser, der andere einmal ein quer stehendes Heck.

Nun kommt noch der Faktor "Glück" dazu: Die mehreren Verbremser haben keine wirkliche Folge, der eine Quersteher schon. Damit man auf der Strecke überholt wird, hats natürlich nicht gereicht, aber da hilft dann die Regelauslegung schon weiter... Und genau deshalb sollte Ferrari meiner Meinung nach eins von beidem wählen, da die Regelauslegung hier den Sieg gekostet hat - wohlbemerkt "Auslegung", da sind sich doch fast alle einig, dass man die Strafe auch ebenso gut nicht hätte geben können. Es wird nichts ändern in diesem Fall - vermute ich, aber eventuell fürs nächste Mal. Wobei ich mir schon denken kann, wann dann das nächste Mal sein wird - wenn die Rollen genau vertauscht sind... :D
Zuletzt geändert von Formula_One am Do Jun 13, 2019 3:00 pm, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
ICH biNs
Beiträge: 368
Registriert: Di Jan 16, 2018 9:25 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von ICH biNs » Do Jun 13, 2019 1:57 pm

Genau so schaut's aus!
Die nächste Entscheidung der FIA in dieser Sache, wird dann halt wieder einmal zu ungunsten Vet's ausgelegt.
Selbst wenn HAM unter voller Kontrolle über Grün rauschen sollte, um sich mal wieder einen Vorteil zu verschaffen.
Siehe such: Verstappenmove.
Der einzige der dafür jemals eine Strafe kassierte, musste natürlich Vet sein.
Der Deutsche, wer sonst wohl?!?

HerrMaier
Beiträge: 25
Registriert: Di Jan 22, 2019 1:06 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von HerrMaier » Do Jun 13, 2019 3:09 pm

Formula_One hat geschrieben:
Do Jun 13, 2019 12:40 pm
Die 3,3 Sekunden waren zwischenzeitlich mal durch einen von mehreren Verbremsern von Hamilton entstanden, quasi eine Momentaufnahme. Einfach mal bei den Tatsachen bleiben und nicht alles verdrehen. Gerade im zweiten Stint war der Mercedes deutlich näher dran. Auch wenn das wahrscheinlich unpopulär ist, aber so glaube ich ziemlich sicher, dass insbesondere nach dem Vorfall Vettel alles versucht hat, die 5 Sekunden herauszufahren, genauso wie Hamilton gerne trotzdem Vettel auf der Strecke überholt hätte.

Zum eigentlichem Themeninhalt: Ich dachte die ganze Zeit es wäre schon Protest eingelegt gewesen. Ich finde es zwar gut, wenn eine der beiden Möglichkeiten gewählt wird, bin mir dennoch recht sicher, dass es am Ergebnis nichts mehr ändern wird.
Ferrari hat den Einspruch Angekündigt und somit eine Frist von 96Std bekommen (laut Regeln) den Protest dann abzugeben, das wird Ferrari wohl nun nicht machen und den anderen Weg einschlagen wo die Frist dann 14Tage nach Rennen beträgt.

Prime
Beiträge: 66
Registriert: Sa Apr 13, 2019 10:48 am

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Prime » Do Jun 13, 2019 4:09 pm

vampiresclub hat geschrieben:
Do Jun 13, 2019 1:02 pm
Da sagen aber seine Rundenzeiten mit leichter werdendem Auto was anderes

Runde Zeit
57 14,8
59 15,4
60 15,1
61 15,5
62 15,0
usw.

das war sehr unkonstant.
er konnte vom speed her also 1:15,00 fahren, lag aber bis zur Zieldurchfahrt mindestens 6-7 mal deutlich darüber.
Wohlgemerkt mit immer leichter werdendem Auto, aber das hatte Hamilton eben auch.

Für mich der Große Unterschied zwischen den beiden, welkchen Marko eben auch unterschlägt wenn er über seinen Wm spricht. Hamilton ist deutlich weniger Fehleranfällig und wesentlich konstanter in seiner Leistung.
Ich zitiere mal aus einem der Artikel nach dem Rennen:
"Ich war zu einem Zeitpunkt drei Sekunden voran, aber ich war ziemlich sicher, dass er seine Pace kontrolliert", schildert Vettel. "Als die Strafe kam, hatte es den Anschein, als würde er den Druck reduzieren, weil er nicht mehr musste. Dann hatte ich aber das Gefühl, dass er die Entscheidung anzweifelt und wieder Druck ausübt."

Deshalb habe er sich nicht zurückfallen lassen, betont der Brite. "Du bist einfach richtig schnell geworden und ich dachte nur: 'Oh, jetzt wird er fünf Sekunden rausfahren!' Ich hatte Schwierigkeiten auf den Reifen, als du die Pace angezogen hast. Und ich musste alles versuchen, um mithalten zu können", reagiert er auf Vettels Aussage.

Natürlich habe der Deutsche versucht, fünf Sekunden an Zeitpolster herauszufahren, damit er den Sieg trotz Strafe behalten könnte. "Ich hatte ein paar gute Runden, vielleicht war das gerade zu jenem Zeitpunkt, als Lewis Schwierigkeiten hatte, aber dann gegen Ende hin hatte auch ich Probleme."

Er musste mit dem SF90 außerdem Spritsparen. "Das war also nicht das einfachste Rennen, aber dennoch konnte ich vorn bleiben, was mich stolz und glücklich macht." Denn insgesamt sei Hamilton mit Mercedes am Sonntag "ein wenig" schneller gewesen, gibt der Ferrari-Pilot zu.
Vettel hat also nicht einfach beleidigt gebummelt wie das die Hetzer natürlich gerne hinstellen. Er hatte das ganze Rennen über mit dem Heck zu kämpfen, was ihm letztlich dann zum Verhängnis wurde, weil er genau vor Kurve 3 auf zu überrundende Fahrzeuge auflief und in deren dirty air kam.

Man muss sich das nur mal aus Hamiltons Cockpitkamera angucken wie bei Vettel mit einem brutalen Snap das Heck plötzlich ausbricht. Das er sich da nicht komplett gedreht hat oder irgendwo eingeschlagen ist bei den nahen Mauern, zeigt erst richtig, mit welcher Fahrzeugbeherrschung er sein Auto da abgefangen hat. Umso verständlicher ist dann sein Ärger, wenn er verhindert möglicherweise quer auf der Fahrbahn zu stehen und dafür dann noch eine Strafe reingedrückt bekommt.

vampiresclub
Beiträge: 223
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von vampiresclub » Fr Jun 14, 2019 3:47 pm

Prime hat geschrieben:
Do Jun 13, 2019 4:09 pm
Ich zitiere mal aus einem der Artikel nach dem Rennen:

Vettel hat also nicht einfach beleidigt gebummelt wie das die Hetzer natürlich gerne hinstellen. Er hatte das ganze Rennen über mit dem Heck zu kämpfen, was ihm letztlich dann zum Verhängnis wurde, weil er genau vor Kurve 3 auf zu überrundende Fahrzeuge auflief und in deren dirty air kam.

Man muss sich das nur mal aus Hamiltons Cockpitkamera angucken wie bei Vettel mit einem brutalen Snap das Heck plötzlich ausbricht. Das er sich da nicht komplett gedreht hat oder irgendwo eingeschlagen ist bei den nahen Mauern, zeigt erst richtig, mit welcher Fahrzeugbeherrschung er sein Auto da abgefangen hat. Umso verständlicher ist dann sein Ärger, wenn er verhindert möglicherweise quer auf der Fahrbahn zu stehen und dafür dann noch eine Strafe reingedrückt bekommt.
Totaler quatsch
Die Überrundeten sind längst aus der Schikane raus als Vettel dort einlenkt. Nix Dirty Air.
Offensichtlich war auch Hamilton am Limit, wie man an den immer wieder kurz stehenden Vorderrädern in der Spitzkehre sah.

Der feine Unterschied ist, dass Vettel wie schon seit längerem in engen Situationen das Auto verliert.
Er ist ja kein Rookie bei Ferrari der keinen Einfluss auf das SetUp oder im Winter die Ausrichtung hat.

Aber das Problem ist nicht neu, siehe Kanada 2011
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Formula_One
Beiträge: 546
Registriert: Mo Jul 30, 2018 8:04 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Formula_One » Fr Jun 14, 2019 5:32 pm

vampiresclub hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 3:47 pm
Totaler quatsch
Die Überrundeten sind längst aus der Schikane raus als Vettel dort einlenkt. Nix Dirty Air.
Offensichtlich war auch Hamilton am Limit, wie man an den immer wieder kurz stehenden Vorderrädern in der Spitzkehre sah.
Also erstmal sieht man sehr gut aus der OnBoard, dass die zu Überrundenden nicht mehr weit weg sind - Dirty Air befindet sich nicht nur 5 Meter hinter dem Auto. Hat so ein bisschen was von "flacher Erde", ich kann keine Dirty Air sehen, also ist da auch keine... Vor allem ist das kein toller Diskussionsstil, andere Argumente einfach nur als "totaler Quatsch" abzuwenden.
vampiresclub hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 3:47 pm
Offensichtlich war auch Hamilton am Limit, wie man an den immer wieder kurz stehenden Vorderrädern in der Spitzkehre sah.

Der feine Unterschied ist, dass Vettel wie schon seit längerem in engen Situationen das Auto verliert.
Er ist ja kein Rookie bei Ferrari der keinen Einfluss auf das SetUp oder im Winter die Ausrichtung hat.
Richtig, dieses Rennen waren beide recht nahe am Limit, und haben beide Fehler gemacht. Der Unterschied ist: Der Ferrari hat ein äußerst nervöses Heck, der ist dann schnell mal weg. Diesmal hat Vettel ihn aber eingefangen, trotz Grasfläche. Der Mercedes hingegen bleibt äußerst gutmütig - liegt eventuell auch daran, dass die Reifen genau zu dem Auto passen (ist aber eine andere Baustelle, woran das liegt, hier geht's nur um die Fahrer). Der feine Unterschied ist eben nicht, dass (nur) Vettel unter Druck zu Fehlern neigt, sondern dass der Mercedes diese Fehler verzeiht, der Ferrari eher nicht. Dazu kommt, dass man vornewegfahrend mit (mindestens) ein paar Sekunden Abstand zum zweiten (der im Idealfall der gefügige Teamkollege ist) Fahrer auch so gut wie keinen Druck hat - ergo auch deutlich weniger Fehleranfälligkeit.

Und natürlich wird der Fahrer Einfluss aufs Setup haben (völlig egal ob Rookie oder nicht, jeder bekommt das Setup weitestgehend angepasst), aber da gibt es halt Grenzen. Und der Fahrer entwickelt das Auto nicht selber. Und wenn das gegebene Auto mit einem nervösen Heck schneller ist, als wenn man es neutral abstimmt, dadurch aber viel Potential verschenkt, dann nimmt man sicherlich lieber die nervöse Abstimmung in Kauf.

Wie immer seit ca. einem Jahr frage ich mich, was manche Hamilton Fans davon haben, den großen Konkurrenten immer noch schlecht zu machen (trotz Sieg des Lieblings)? Dann sind die Siege doch viel weniger wert... ;)

vampiresclub
Beiträge: 223
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von vampiresclub » Fr Jun 14, 2019 9:04 pm

Formula_One hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 5:32 pm
Also erstmal sieht man sehr gut aus der OnBoard, dass die zu Überrundenden nicht mehr weit weg sind - Dirty Air befindet sich nicht nur 5 Meter hinter dem Auto. Hat so ein bisschen was von "flacher Erde", ich kann keine Dirty Air sehen, also ist da auch keine... Vor allem ist das kein toller Diskussionsstil, andere Argumente einfach nur als "totaler Quatsch" abzuwenden.
was Sie nun nicht wissen konnten, ist, dass ich in der Luftfahrt arbeite. Also genz so fremd ist mir die Physik verwirbelter Luft schon von Berufswegen nicht. Die Überrundeten sind gut und gerne 4-5 Sekunden weg und nicht in gerader Linie vor Vettel. Vettel ist an der Stelle deutlich langsamer unterwegs, bedeutet es war kaum noch "Dirty Air" möglich.
Es sei denn er fliegt da mit einer 767 lang.
Formula_One hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 5:32 pm
Richtig, dieses Rennen waren beide recht nahe am Limit, und haben beide Fehler gemacht. Der Unterschied ist: Der Ferrari hat ein äußerst nervöses Heck, der ist dann schnell mal weg. Diesmal hat Vettel ihn aber eingefangen, trotz Grasfläche. Der Mercedes hingegen bleibt äußerst gutmütig - liegt eventuell auch daran, dass die Reifen genau zu dem Auto passen (ist aber eine andere Baustelle, woran das liegt, hier geht's nur um die Fahrer). Der feine Unterschied ist eben nicht, dass (nur) Vettel unter Druck zu Fehlern neigt, sondern dass der Mercedes diese Fehler verzeiht, der Ferrari eher nicht. Dazu kommt, dass man vornewegfahrend mit (mindestens) ein paar Sekunden Abstand zum zweiten (der im Idealfall der gefügige Teamkollege ist) Fahrer auch so gut wie keinen Druck hat - ergo auch deutlich weniger Fehleranfälligkeit.
Nun gut, den gefügigen Teamkollegen hat Vettel ja lange genossen, und da das Problem in so vielen Jahren von Vettel besteht, wird Ferrari wohl eher darauf aus sein das Auto nicht mit einem nervösen Heck entwickeln. Sollten Sie zumindestens. Da hilft auch kaum der Verweis auf die Reifen, da Vettel diese Art der Fehler ja nicht erst jetzt zeigt.
Gut nachzulesen bei Gerhard Berger, wie viel Einfluss man da als Team und Fahrer im Winter drauf nehmen kann.
Formula_One hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 5:32 pm
Und natürlich wird der Fahrer Einfluss aufs Setup haben (völlig egal ob Rookie oder nicht, jeder bekommt das Setup weitestgehend angepasst), aber da gibt es halt Grenzen. Und der Fahrer entwickelt das Auto nicht selber. Und wenn das gegebene Auto mit einem nervösen Heck schneller ist, als wenn man es neutral abstimmt, dadurch aber viel Potential verschenkt, dann nimmt man sicherlich lieber die nervöse Abstimmung in Kauf.

Wie immer seit ca. einem Jahr frage ich mich, was manche Hamilton Fans davon haben, den großen Konkurrenten immer noch schlecht zu machen (trotz Sieg des Lieblings)? Dann sind die Siege doch viel weniger wert... ;)
Wenn man als Team so klar kommuniziert, wer die Nummer 1 ist, wird mit ziemlicher Sicherheit das Auto auf die Bedürfnisse dieser Nummer 1 hin entwickelt.

Bezüglich der Hamilton Fans, müssen Sie diese fragen, das kann ich Ihnen nicht sagen.

Ich freue mich da eher über Erfolge von McLaren oder gerne auch Renault.
Wobei mir das Wort Fan da immer wieder falsch ausgelegt wird, das klingt so nach bedingungsloser Liebe zu Justin Biber, als wäre ich ein 16jähriger teenie
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Formula_One
Beiträge: 546
Registriert: Mo Jul 30, 2018 8:04 pm

Re: Neues Rechtsmittel in Sicht: Ferrari verzichtet wohl auf Pro

Beitrag von Formula_One » Sa Jun 15, 2019 2:21 am

vampiresclub hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 9:04 pm
was Sie nun nicht wissen konnten, ist, dass ich in der Luftfahrt arbeite. Also genz so fremd ist mir die Physik verwirbelter Luft schon von Berufswegen nicht. Die Überrundeten sind gut und gerne 4-5 Sekunden weg und nicht in gerader Linie vor Vettel. Vettel ist an der Stelle deutlich langsamer unterwegs, bedeutet es war kaum noch "Dirty Air" möglich.
Es sei denn er fliegt da mit einer 767 lang.
Stimmt, das konnte ich nicht wissen. Als erstes möchte ich mich aber entschuldigen, dass ich selbstverständlich das "Du" angenommen habe, da das meiner Meinung nach in Foren üblich ist. Sie möchten allerdings lieber das "Sie", also auch das, gerne. ;) Ich muss gestehen, dass ich auch keine gegenteilige Studie habe, die beweisen würde, dass die Dirty Air bei der gegebenen Entfernung eine gravierende Rolle spielen würde, allerdings ist Ihre Behauptung in der Luftfahrtindustrie zu arbeiten (wenn ich fragen darf, als was?), ebenso kein Argument.
vampiresclub hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 9:04 pm
Nun gut, den gefügigen Teamkollegen hat Vettel ja lange genossen, und da das Problem in so vielen Jahren von Vettel besteht, wird Ferrari wohl eher darauf aus sein das Auto nicht mit einem nervösen Heck entwickeln. Sollten Sie zumindestens. Da hilft auch kaum der Verweis auf die Reifen, da Vettel diese Art der Fehler ja nicht erst jetzt zeigt.
Gut nachzulesen bei Gerhard Berger, wie viel Einfluss man da als Team und Fahrer im Winter drauf nehmen kann.

Wenn man als Team so klar kommuniziert, wer die Nummer 1 ist, wird mit ziemlicher Sicherheit das Auto auf die Bedürfnisse dieser Nummer 1 hin entwickelt.
Falls Sie mit dem gefügigen Teamkollegen auf Webber anspielen, so mag das stimmen (da muss ich zugeben, zu der Zeit habe ich die F1 nicht allzu sehr verfolgt). Ich meinte eher die Situation der letzten 1-2 Jahre, und dann auch eher im Gesamten betrachtet. Das mit dem nervösen Heck im Gegensatz zum möglichen Speed hatte ich eigentlich im letzten Beitrag schon (meiner Meinung nach) erläutert. Kein Team würde bewusst ein unfahrbares Auto entwickeln, aber wenn dieses "schlecht fahrbare" Auto einigermaßen mithalten kann, dann nimmt man das als Kompromiss wohl in Kauf.

Wenn man tatsächlich so einfach für jeden Fahrer passend das perfekte Auto entwickeln könnte, dann gäbe es wohl keinen Wettbewerb mehr. Die Nr.1 darf sicherlich mitreden, aber entwickeln tut diese Nr.1 das Auto sicherlich nicht. Ich weiß zwar nicht, welche Rolle Sie in der Luftfahrt spielen, aber Ihnen sollte klar sein, dass eine Einzelperson heutzutage nicht "das Sagen" hat (bezogen auf die technische Entwicklung).
vampiresclub hat geschrieben:
Fr Jun 14, 2019 9:04 pm
Bezüglich der Hamilton Fans, müssen Sie diese fragen, das kann ich Ihnen nicht sagen.

Ich freue mich da eher über Erfolge von McLaren oder gerne auch Renault.
Wobei mir das Wort Fan da immer wieder falsch ausgelegt wird, das klingt so nach bedingungsloser Liebe zu Justin Biber, als wäre ich ein 16jähriger teenie
Den Ansatz finde ich gerade interessant. Deshalb war da übrigens auch ein Absatz in meinem Beitrag, weil der Passus nicht (nur?) auf Sie bezogen war. Das war eher allgemein gerichtet. Das Wort "Fan" kann jeder für sich beschreiben, ich sehe das erstmal nicht pauschal negativ.

Antworten