Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

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Redaktion
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Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Redaktion » Mi Apr 17, 2019 4:45 pm

Aston Martin hat sein Ziel erreicht: Warum der DTM-Neueinsteiger seine Testzeit während der Saison nachholen darf und worauf man sich mit Audi und BMW einigte

DTM-Neueinsteiger Aston Martin darf seine drei ausstehenden privaten Testtage auch nach dem Saisonauftakt in Hockenheim nachholen. Darauf hat sich R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger mit den anderen ITR-Beiratsmitgliedern Audi und BMW geeinigt, wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' klarstellt: "Ich habe die Zusage der anderen beiden Hersteller, dass wir den Test während der Saison machen dürfen. Das ist sehr erfreulich für uns." Der Südtiroler, dessen Truppe immer besser in Schuss kommt, richtet seinen Rivalen, ohne deren Zustimmung der Test nicht möglich wäre, "ein großes Dankeschön dafür" aus.

Damit hat das Joint-Venture aus R-Motorsport und HWA eine Forderung durchgebracht, die man nach dem späten Einstieg in die DTM hatte. Denn während Audi und BMW die neuen Turbo-Boliden vor dem derzeit stattfindenden, vier Tage andauernden ITR-Test auf dem Lausitzring bereits ab Dezember an neun Hersteller-Testtagen optimiert hatten, rollte der Aston Martin Vantage erst Anfang März erstmals aus der Box.

Nach dem dreitägigen Jerez-Test hatte man sechs Testtage Rückstand. Drei davon holte man Ende März in Estoril nach, die verbleibenden drei bringt man laut eigenen Angaben nicht mehr im engen Terminplan unter, denn schon in zwei Wochen steigt der Saisonauftakt in Hockenheim.



Ein Test während der Saison ist aber natürlich auch ein kleiner Vorteil, weil man dann schon erste Erkenntnisse aus den Rennen einfließen lassen kann, während für die Konkurrenz ein Testverbot gilt.

Wie es gelang, BMW und Audi das Zugeständnis abzuringen? "Einsteiger sind immer willkommen, also sind alle dafür", erklärt DTM-Boss Gerhard Berger, der darauf anspielt, dass die DTM nach dem Mercedes-Ausstieg dringend einen dritten Hersteller benötigte und weiter um Neuankömmlinge wirbt. "Man muss ihnen immer eine faire Chance geben, an der Spitze mit dabei zu sein. Das ist von Vorteil für die Serie."



Doch wann und wo wird Aston Martin testen? "Das kann ich noch nicht genau sagen", sagt Kamelger. Das habe auch damit zu tun, dass man selbst noch keinen Entschluss gefasst habe: "Sobald wir es wissen, werden wir es auch kommunizieren, denn ich möchte zuerst die Möglichkeiten überprüfen, die wir diskutiert haben."

Dass Aston Martin den Termin nach hinten verschiebt, ist laut Teamchef Kamelger nicht möglich: "Wir haben uns auf eine Zeitspanne geeinigt, die nicht unmittelbar nach Hockenheim ist, aber natürlich nicht mitten in der Saison."

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Hr. Gesheimer
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Re: Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Hr. Gesheimer » Mi Apr 17, 2019 8:24 pm

Somit hat man den Wettbewerb wieder einmal der Show untergeordnet. Ich finds doof. Ziel der DTM sollte es nicht primär sein, alle Fahrer innerhalb von X Zehntel eine Runde absolvieren zu lassen, sonder zu zeigen, was Tourenwagenmäßig innerhalb eines Reglements möglich ist. Ansonsten kann ich mir auch den Renault Clio Cup anschauen...

Rotato
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Re: Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Rotato » Mi Apr 17, 2019 10:26 pm

Hr. Gesheimer hat geschrieben:
Mi Apr 17, 2019 8:24 pm
Somit hat man den Wettbewerb wieder einmal der Show untergeordnet. Ich finds doof. Ziel der DTM sollte es nicht primär sein, alle Fahrer innerhalb von X Zehntel eine Runde absolvieren zu lassen, sonder zu zeigen, was Tourenwagenmäßig innerhalb eines Reglements möglich ist. Ansonsten kann ich mir auch den Renault Clio Cup anschauen...
Das sehe ich komplett anders. Ich will garantiert nicht sehen, was reglementtechnisch so möglich ist, wenn man nur genug Geld reinsteckt... den Humbuk hat man in der Formel 1 und sieht seit Jahrzehnten stets nur 2-3 Teams an der Spitze. Vorhersehbarer und langweiliger geht es nicht und der Fahrer spielt eben auch nur noch eine extrem untergeordnete Rolle.

Die DTM ist ganz bewusst den Schritt gegangen, viele Einheitsteile zu nutzen, um den Wettbewerb eben eng zu halten und keine 2-Sekunden-Lücken zu schaffen und die Kosten niedrig zu halten, die bei zu freier Entwicklung nicht mehr kontrollierbar sind und schon die ITC zum Niedergang gezwungen hat.

Ich will explizit, dass prinzipiell jeder Fahrer aus eigener Kraft die Chance hat, aufs Podium zu fahren. Genau das macht eine Meisterschaft doch interessant, weil man eben nicht schon vor Saisonbeginn weiß, unter welchen 2-4 Fahrern man den Meister (bzw. die Sieger aller Rennen) wählen kann.

Und klar kannst du den Clio Cup anschauen... unterschied ist eben ein Leistungsgewicht von 4.9kg/PS zu 1.63kg/PS und ein tendenziell eher durschnittliches Fahrerfeld gegenüber unbestrittener und bewiesener Weltklasse in allen möglichen anderen Motorsportkategorien. Wie man jetzt auf die Idee kommt, die beiden Serien miteinander vergleichen zu wollen, nur weil die DTM eben semi-Einheitswagen einsetzt, ist mir allerdings ein Rätsel.

AM hatte nunmal wenig Zeit und jetzt Entwicklungsrückstand, HWA hin oder her. Bei dem engen Reglement ist es verständlich, sie zusätzlich testen zu lassen, anstatt sie mit Garantie die gesamte Saison am Ende des Feldes rumgurken zu lassen.

Steckemetz
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Re: Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Steckemetz » Do Apr 18, 2019 12:13 pm

Es ist halt ein ganz grundsätzlicher Widerspruch, dass man alles auf Leistungsgleichheit auslegt, aber trotzdem jeden Hersteller zig Millionen investieren lässt, um den Rest des Fahrzeugs rund um die Einheitsteile selbst zu entwickeln. Das ganze ist sehr vergleichbar mit den GT3s. Entwickelt ein Hersteller dort ein Überauto, wird er per BOP auf das Niveau der anderen herunter gedrückt. In der DTM bekommt ein Hersteller halt Konzessionen zugesprochen, um den Rückstand (= schlechtere Entwicklungsarbeit bzw. geringere Investitionen) zu egalisieren.

Genau dieser Widerspruch führt auch zu solchen Abartigkeiten wie Sandbagging. Dürfte man seine Leistungsfähigkeit frei demonstrieren, ohne Sanktionen befürchten zu müssen, müsste man sich als Zuschauer auch nicht Woche für Woche fragen, ob das Kräfteverhältnis real oder durch bewusste Zurückhaltung verfälscht ist.
In der DTM treibt das dann so seltsame Blüten wie "Zielrundenzeiten", die vom Hersteller vorgegeben werden. In der VLN werden vor den 24-Stunden-Rennen Motoren bewusst viel zu fett gefahren, um trotz Vollgasstellung des Gaspedals langsamer zu sein und Zugeständnisse bei der Motorleistung zu bekommen.

Die Kombination aus erzwungener Chancengleichheit und sündhaft teurer Eigenentwicklung passt einfach nicht zusammen. Entweder lässt man Hersteller in einem vordefinierten Rahmen selbst entwickeln und dann auch die Früchte der Entwicklungsarbeit ernten; ist ein Hersteller dann eine Sekunde/Runde schneller, gratuliert man ihm zu hervorragender Arbeit, statt ihn einzubremsen.
Oder man baut günstige Einheitsautos und stülpt Markensilhouetten drüber. Dann ist perfekte Chancengleichheit gewahrt und es werden riesige Summen an Kosten gespart, die man in noch mehr Marketing pumpen kann.

In beiden Fällen weiß man aber als Zuschauer endlich wieder, woran man ist.

Sidious Awesome
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Re: Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Sidious Awesome » Do Apr 18, 2019 1:58 pm

Bekommen die Aston Martins eigentlich auch noch individuelle Farbdesigns oder bleiben die alle vier so grau?
Aufgrund der Vermeidung von Dilettantismus werden gewisse User ignoriert.
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Hr. Gesheimer
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Re: Ziel erreicht! Darum darf Aston Martin während der DTM-Saiso

Beitrag von Hr. Gesheimer » Do Apr 18, 2019 11:13 pm

Rotato hat geschrieben:
Mi Apr 17, 2019 10:26 pm


Ich will explizit, dass prinzipiell jeder Fahrer aus eigener Kraft die Chance hat, aufs Podium zu fahren. Genau das macht eine Meisterschaft doch interessant, weil man eben nicht schon vor Saisonbeginn weiß, unter welchen 2-4 Fahrern man den Meister (bzw. die Sieger aller Rennen) wählen kann.

Das sehe ich komplett anders. Letztlich geht es um das Auto und nicht darum, wer am Steuer sitzt. Gerade die Zeit '93 bis '96 war eben deshalb enorm spannend. Beinahe jedes Rennwochenende gab es Innovationen, zumeist auch auf Kosten der Zuverlässigkeit und des Reifenverschleisses.

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