Villeneuve: Eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ist "läche

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Redaktion
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Villeneuve: Eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ist "läche

Beitrag von Redaktion » Mi Apr 17, 2019 3:00 pm

Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt nicht, dass ein Maximalbudget die Probleme der Rennserie lösen kann, und benennt weitere Schwachstellen

Das Jahr 2021 markiert einen Meilenstein in der Formel-1-Geschichte. Denn neben einem komplett neuen Reglement wird dann erstmals eine Budgetobergrenze installiert. Letzteres soll für mehr Chancengleichheit und so auch für besseres Racing sorgen. Doch Jacques Villeneuve hat seine Zweifel. Der Weltmeister von 1997 glaubt: Selbst mit einem Maximalbudget wird der Formel-1-Aufschwung ausbleiben.

Gegenüber dem 'Journal de Montreal' erklärt Villeneuve, wie sich die Situation aus seiner Sicht darstellt: "Nehmen wir an, die Budgetobergrenze kommt mit 100 Millionen Euro. Was passiert dann? Mercedes wird die 100 Millionen Euro sicherlich ausschöpfen. Aber Mittelfeldteams wie Haas oder Alfa Romeo und andere Rennställe geben dann vielleicht ein Fünftel davon aus, um auf P5 oder P6 zu bleiben." Sprich: Damit wäre nichts gewonnen, der Abstand zwischen Topteams und Mittelfeld bliebe erhalten.

"Ich sage dir, was passieren wird: Die kleineren Teams schieben dann einfach mehr Geld in ihre eigenen Taschen. Das wird der Formel 1 aber nicht helfen", sagt Villeneuve. "Wenn du meine Meinung dazu hören willst: Es ist lächerlich."

Letzteres bezieht Villeneuve übrigens auch ausdrücklich auf die technische Ausrichtung der Formel 1. "Diese Rennserie sollte das absolute Übermaß darstellen", meint er. "Aber inzwischen ist sie zur Sparformel verkommen. Die Motoren sind auf drei Einheiten pro Saison limitiert. Und wenn du mehr brauchst, wirst du bestraft. Das ist nicht die Formel 1."

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Cave
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Re: Villeneuve: Eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ist "läche

Beitrag von Cave » Do Apr 18, 2019 7:50 am

ich sehe beim cap auch ein anderes problem. die werksteams werden dann halt laufend neue werkzeuge kaufen und trotzdem einen vorteil aus geld ziehen.

2CV
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Re: Villeneuve: Eine Budgetobergrenze in der Formel 1 ist "läche

Beitrag von 2CV » Do Apr 18, 2019 9:48 am

Das Problem sind ja die Autokonzerne (und noch nicht mal alle, sondern speziell Benz und FIAT, Renault ja offenbar nicht). Benz hat angefangen. Was Benz da reingeworfen hat, nannte 2014 der damalige Renaultmann Jalinnier einen "unanständig hohen Betrag", er soll knapp 50% über dem bis dahin üblichen F1-Level gelegen haben. FIAT hat dann nachgezogen. Renault hat, wie wir heute wissen, dem eigenen und allgemeinen F1-Ethos entsprochen (auch als Werksteam nicht mehr als die Privatteams aufwenden, sonst rüstet man die Privatteams tot, die aber das Rückgrat der F1 darstellen) und "halt" gesagt und macht da nicht mit.

Honda strabbelt so rum, zusammen mit RB werden sie wohl mehr als Renault aufwenden, aber immer noch weniger als Benz oder Ferrari. Es sind also 2 Konzerne, die den Sport mit viel Geld zerstören / zerstörten.

Die Privatteams brauchen eigntl. keine Budgetobergrenze, weil die von Benz und FIAT aufgewendeten Beträge VÖLLIG außerhalb ihrer Möglichkeiten liegen.

Ergo sollte man die Budgetobergrenze nur für Autokonzerne einführen und für jene, die Werksteams machen (im Sinne von Chassis und Antrieb vom selben Hersteller), knapp oberhalb von Renaults aktuellem Aufwand legen (das wird sich dann einpendeln, in 5 Jahren kann man dann nochmal nach unten nachjustieren).

Für jene, die nur Antriebe liefern, muß man die Budgetobergrenze natürlich niedriger machen.

Dann wäre noch zu unterscheiden zwischen jenen reinen Antriebslieferanten (ohne Werksteam), die frei an verschiedene Privatteams liefern und jenen, die Quasi-Werksteams aufmachen (wie z.B. RB-Honda).

Was Villeneuve bei seiner Argumentation in Gedanken hat, ist Williams, die an der Börse notiert sind (mit Williams, seinem Ex-Team, bei dem er der letzte WM war, hat er's ja, seit er Hausverbot bekam wegen seiner - wohl nicht ungerechtfertigten - Kritik). VIL meint, Aktiengesellschaften geht es vor Allem um Gewinn (Ausschüttung an die Aktionäre), ergo säße Williams in der dadurch entstehenden Zwangslage, mit all seinen Zweigbranchen Plus zu schreiben statt das Geld in sein F1-Team zu investieren (Quelle: http://www.speedweek.com/formel1/news/1 ... -mehr.html). Da mag er, was Williams betrifft, Recht haben, aber das kann er so nicht verallgemeinernd auf den Rest der Privatteams wie Sauber, Racing Point oder Haas übertragen. IMHO also pro Budgetobergrenze, und wenn Williams-F1 kaputtgeht, weil sie an der Börse sind, hängt das ja nicht mit der Budgetdeckelung zusammen. Aber die Budgetdeckelung könnte andere Privatteams retten, und vor allem den Sport wiederbringen.
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