Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

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Redaktion
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Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Redaktion » So Jan 13, 2019 8:04 am

2018 war eine Schlüsselsaison für Max Verstappen: Wie er die Sturheit am Saisonbeginn überwunden hat und seitdem zu einem besseren Rennfahrer wurde

"Ja." Helmut Marko antwortet auf die Frage, ob Max Verstappen der schnellere Formel-1-Fahrer ist als Daniel Ricciardo, ohne Umschweife. Im Interview mit 'Motorsport-Total.com' sagt der Red-Bull-Motorsportkonsulent: "Es gibt ja genaue Daten. Im Qualifying ist die Distanz zu Ricciardo größer. Im Rennen ist er auch einen Tick schneller."

Die nackten Zahlen geben Marko recht. In der Saison 2018 gewann Verstappen das Stallduell mit 249:170 Punkten, bei 15:5 gewonnenen Qualifyings. Das war 2017 (168:200 Punkte, aber 13:7 Qualifyings) und 2016 (191:220 Punkte, 6:11 Qualifyings) noch ganz anders. Auch wenn diese Statistiken nur bedingt aussagekräftig sind, weil sie durch viele technische Probleme (2017 eher bei Verstappen, 2018 eher bei Ricciardo) verzerrt wurden.

"Das Merkwürdige ist: Max rutscht manchmal mehr, schafft es aber trotzdem, die Reifen am Leben zu halten", erklärt Marko. "Das hat sich entwickelt. Als er zu uns kam, war das noch nicht so. Im zweiten Jahr fiel Ricciardo etwas zurück. Das hat er aber erkannt, und dann hat er intensivst mit seinem Physio und auch sonst an sich gearbeitet. So kam er wieder an Verstappen heran. Aber in der zweiten Saisonhälfte 2018 ist Verstappen eindeutig davongezogen."

Dabei sah es am Saisonbeginn noch ganz anders aus. Am Sonntagabend in Monaco hatte Ricciardo gerade seinen zweiten Grand Prix gewonnen, während für Verstappen bis dahin nur ein dritter Platz zu Buche stand. Der Niederländer war in zahlreiche Zwischenfälle und Kollisionen verwickelt, wirkte aber relativ beratungsresistent. Erst der Trainingscrash in Monaco, eine Kopie des gleichen Unfalls im Jahr 2016, führte zu einem Nachdenkprozess.



Der war dringend nötig. Beim Saisonauftakt in Australien beschädigte Verstappen durch einen Fahrfehler sein Auto und kam nicht über Platz sechs hinaus. In Bahrain crashte er im Qualifying und schied im Rennen nach einer Kollision mit Lewis Hamilton aus. In China verlor er den möglichen Sieg durch ein völlig übermotiviertes Manöver gegen Sebastian Vettel, von viel zu weit hinten in der Haarnadelkurve.

In Aserbaidschan folgte auf einen Trainingscrash eine weitere Kollision, ausgerechnet mit Teamkollege Ricciardo. Und in Spanien beschädigte er sich unnötigerweise den Frontflügel nach einer Safety-Car-Phase am Williams von Lance Stroll. Doch den Red-Bull-Chefs gelang es nicht, ihm mehr Gelassenheit einzuimpfen. Erst Monaco, wo Ricciardo noch dazu auf Pole fuhr, stellte einen Wendepunkt dar.

In Kanada wurde Verstappen dann erstmals von Papa Jos und Manager Raymond Vermeulen getrennt. Angeblich nur Zufall, nach all den Zwischenfällen. Viele glauben, dass Marko und Teamchef Christian Horner die Gelegenheit genutzt haben, um das Gespräch mit dem damals noch 20-Jährigen zu suchen und die Fehler zu analysieren. Losgelöst von seinem Vater, der ihn stets zu Aggressivität erzogen hat.



Wie es gelungen ist, zu Verstappen durchzudringen, ist im Detail nicht bekannt. Aber: "Es ist gelungen", lächelt Marko. "Die Grundprobleme waren eine gewisse Unbeherrschtheit und eine Ungeduld. Nehmen wir das Beispiel mit Vettel in China: Er hätte nur warten müssen, nach der Spitzkehre überholen. Unsere Traktion von den Reifen und vom Chassis her war so viel besser, dass er anstandslos vorbeigefahren wäre."

"Das hat schon mit Hamilton angefangen. Einen Hamilton außen zu überholen, ist etwas dreist. Oder nehmen wir Monte Carlo: In den ersten beiden Trainings war Ricciardo auf der Zeitenliste vor ihm, weil er immer Verkehr hatte. In der fraglichen Runde war er fast zwei Zehntel vorne. Beim Schwimmbad ist er dann auf Sainz aufgelaufen. Wenn du dort ein Auto vor dir hast, kannst du die Runde vergessen und gleich abbrechen."

Doch Verstappen war so versessen darauf, Ricciardo zu zeigen, wer der Schnellere ist, dass er auf Biegen und Brechen am Renault von Carlos Sainz vorbei wollte, um Bestzeit zu fahren. "Da brauchst du nicht versuchen, dich noch vorbeizuquetschen. Hat er aber", kritisiert Marko. "Sainz hat natürlich auch das Seine dazu beigetragen. Die Zwei waren ja bei Toro Rosso kräftige Rivalen. Natürlich ist das schiefgegangen."



Verstappen, der seine Fehler bis zu dem Zeitpunkt weniger bei sich als bei den anderen gesucht hat, zeigte sich plötzlich einsichtig: "Max ist ja nicht dumm. Er war an der Box in Tränen aufgelöst. Das hat ihm schon zu denken gegeben", bestätigt Marko. "Er ist schnell genug. Er muss nicht permanent beweisen, dass er der Schnellste ist. Das hat er nicht nötig. Er hat auch schon ein Image im Zweikampf, dass es besser ist, man legt sich nicht mit ihm an. Das passt soweit."

Nach Monaco wirkte Verstappen wie ausgewechselt: In Kanada fuhr er in Abwesenheit seiner Entourage auf Platz drei, in Frankreich wurde er sogar Zweiter und in Österreich feierte er seinen ersten Saisonsieg. "Ab Le Castellet", lobt Marko, "war er fehlerlos." In den 15 Rennen nach Monaco schied Verstappen nur noch zweimal aus, beide Male technisch bedingt. Und war, wenn er die Zielflagge sah, nie schlechter als Fünfter.

Mit dieser Konstanz soll es weitergehen. Um das zu erreichen, hatten Verstappen und Marko kurz vor Weihnachten noch ein ausführliches persönliches Gespräch: "Da haben wir die Linie für das nächste Jahr festgelegt", sagt der Red-Bull-Motorsportkonsulent und betont: "Ich glaube, dass wir mit Verstappen einen absoluten WM-Anwärter haben. Und bitte, nicht vergessen: Der wurde im September erst 21 Jahre alt!"

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bonbon2k
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von bonbon2k » So Jan 13, 2019 9:13 am

Dafür ist Ricciardo:

- Sympathischer
- Fairer
- Ausgeglichener
- Konstanter
- Intelligenter
- Selbstkritischer

TEAM-LH-44
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von TEAM-LH-44 » So Jan 13, 2019 9:34 am

Er hat zwar mehr Punkte geholt als Riccardo , stimmt , Aber der Riccardo hat 9 der 12 letzten Rennen nicht beenden können ... Deswegen hat Riccardo seinen Vertrag nicht verlängern, genau wie Hamilton 2012.

Riccardo hat in der Zeit als er gegen Verstappen gefahren ist alle Pole-Position für Redbull geholt .
Verstappen stand in 4 Jahren bisjetz nicht einmal auf Pole.. Er sagte , er würde genauso viel Siege , Pole-Position wie Hamilton holen , würde er in Mercedes sitzen ,Wir sehen ja dass er das nicht mal in Redbull geschafft hat...

Formula_One
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Formula_One » So Jan 13, 2019 12:07 pm

Ich sehe das wie die beiden Posts vor mir. Zum einen ist Ricciardo tausendmal sympathischer (diesen Blödsinn mit "die F1 will doch Fahrer mit Kanten" sehe ich nicht so, ich bin für Fairness) und zum anderen war er auch nicht wirklich langsamer, sondern hatte hauptsächlich mehr Pech ;)

Cave
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Cave » So Jan 13, 2019 1:53 pm

Formula_One hat geschrieben:
So Jan 13, 2019 12:07 pm
Ich sehe das wie die beiden Posts vor mir. Zum einen ist Ricciardo tausendmal sympathischer (diesen Blödsinn mit "die F1 will doch Fahrer mit Kanten" sehe ich nicht so, ich bin für Fairness) und zum anderen war er auch nicht wirklich langsamer, sondern hatte hauptsächlich mehr Pech ;)
na ja.... dem Argument mit dem "sympatisch" könnte man folgendes entgegen werfen: kaum einer der großen champions war mir sympatisch. keine ahnung wie sie persönlich unter ausschluss der öffentlichkeit sind, aber das was man so als fan mitbekommt, da sind sie alle unsympaten. hamilton zb kommt teilweise naiv und dumm rüber, ist in seinen aussagen oft ein A., aber diejenigen die mit ihm arbeiten sagen das gegenteil.

schumacher mochte ich während seiner ersten karriere auch nie. er war für mich ein aroganter A., auch wenn jene die mit ihm gearbeitrt haben das gegenteil behaupteteten.

und auf der strecke waren das sowieso alles egomanen denen man lieber nicht zu nahe kommt. sei es ein hamilton, ein vettel, ein schumacher, prost, senna etc.

glaub wenn man die persönlichkeit eines champions auf ricciardo oder verstappen als schablone legt dann passt ein verstappen da rein wie die faust aufs auge, eiyn ricciardo eher nicht.

Formula_One
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Formula_One » So Jan 13, 2019 2:02 pm

Ich persönlich mochte Schumacher, ich mag Vettel und Hamilton selbst ist eigentlich auch sympathisch, bei dem sind seine Fans die deutlich größeren Kotzbrocken... Was explizit diese drei so in Interviews von sich geben passt für mich, und auch wie sich sonst so geben - sprich die sind für mich sympathisch. Das trifft übrigens auf die meisten im Fahrerlager zu, aber zumindest bei mir nicht mit Verstappen. Der ist mir in fast jeder Aussage die er so macht unsympathisch. Dennoch gibt es auch einzelne Situationen, in denen ich mit ihm einer Meinung war, aber im großen und ganzen deutlich häufiger nicht. Und seine Fahrweise ist oftmals meiner Meinung nach nicht fair und sportlich, sondern einfach nur unsportlich. Aber natürlich ist das subjektiv, keine Frage... ;)

Hr. Gesheimer
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Hr. Gesheimer » So Jan 13, 2019 2:26 pm

bonbon2k hat geschrieben:
So Jan 13, 2019 9:13 am
Dafür ist Ricciardo:

- Sympathischer
- Fairer
- Ausgeglichener
- Konstanter
- Intelligenter
- Selbstkritischer
- kein Niederländer

automatix23
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von automatix23 » So Jan 13, 2019 3:52 pm

Klar mag Verstappen schneller sein als Ricciardo - aber so viel ist das nicht und Ricciardo hat halt so viel mehr Rennintelligenz, darum holt er oft genug die besseren Ergebnisse. Brasilien 2018 wäre einem Ricciardo nicht passiert.

wolfgangf67
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von wolfgangf67 » So Jan 13, 2019 4:23 pm

Cave hat geschrieben:
So Jan 13, 2019 1:53 pm
na ja.... dem Argument mit dem "sympatisch" könnte man folgendes entgegen werfen: kaum einer der großen champions war mir sympatisch. keine ahnung wie sie persönlich unter ausschluss der öffentlichkeit sind, aber das was man so als fan mitbekommt, da sind sie alle unsympaten. hamilton zb kommt teilweise naiv und dumm rüber, ist in seinen aussagen oft ein A., aber diejenigen die mit ihm arbeiten sagen das gegenteil.

schumacher mochte ich während seiner ersten karriere auch nie. er war für mich ein aroganter A., auch wenn jene die mit ihm gearbeitrt haben das gegenteil behaupteteten.

und auf der strecke waren das sowieso alles egomanen denen man lieber nicht zu nahe kommt. sei es ein hamilton, ein vettel, ein schumacher, prost, senna etc.

glaub wenn man die persönlichkeit eines champions auf ricciardo oder verstappen als schablone legt dann passt ein verstappen da rein wie die faust aufs auge, eiyn ricciardo eher nicht.
Der letzte sympathische Weltmeister war Jim Clark, aber das spielt letztlich keine Rolle. Wenn jemand das alberne Gefeixe von "Shoey" für sympathisch hält, dann ist das wohl eine Frage der eigenen Reife. Das Problem der heutigen F1 ist das technische Reglement. Dabei ist es nicht nur das lächeliche Antriebskonzept, welches die ehemalige Königsklasse irrwitzig teuer macht, sondern auch der unverhältnismäßig hohe Einfluß der Aerodynamik, der solche "Rennen" zu einem lächerlichen Ententanz macht. Heute entscheidet sich ein GP in der Regel in der Startphase. Es gewinnt der mit der größten Grundbrutalität und das macht halt nicht gerade sympathisch. Viele halten Senna für den besten Fahrer aller Zeiten und vergessen dabei, dass gerade er es war, der aus der F1 einen Vollkontaktsport gemacht hat. Er hat damals als erster die Grenzen der Fairneß überschritten und trägt Mitschuld an der heutigen desolaten Situation,

Sidious Awesome
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von Sidious Awesome » Mo Jan 14, 2019 10:56 am

Möglich, dass Verstappen grundsätzlich einen Tick schneller als Ricciardo ist. Das heißt aber noch lange nicht, dass er deswegen auch besser ist...

Abgesehen davon: was soll Marko jetzt auch anderes sagen? Verstappen gehört die RedBull-Zukunft. Er muss jetzt alles tun, um seinen Star bei Laune zu halten, sonst wandert der ihm auch noch ab.
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apetor
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von apetor » Mo Jan 14, 2019 12:54 pm

wolfgangf67 hat geschrieben:
So Jan 13, 2019 4:23 pm
Der letzte sympathische Weltmeister war Jim Clark, aber das spielt letztlich keine Rolle.
Bin soeben die Liste auf Wikipedia durchgegangen. Abgesehen von Mika Häkkinen muss ich dir da Recht geben. Was hat dir an Mika & Kimi nicht gepasst?

wolfgangf67
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Re: Helmut Marko: Verstappen ist 2018 an Ricciardo vorbeigezogen

Beitrag von wolfgangf67 » Mo Jan 14, 2019 3:55 pm

apetor hat geschrieben:
Mo Jan 14, 2019 12:54 pm
Bin soeben die Liste auf Wikipedia durchgegangen. Abgesehen von Mika Häkkinen muss ich dir da Recht geben. Was hat dir an Mika & Kimi nicht gepasst?
Die beiden sind zwar nicht ausgesprochen unsympathisch, haben aber trotzdem so ab und an die spitzen Ellbogen ausgefahren. Auch spielen die nicht in einer vergleichbaren Liga.
Clark hatte das nicht nötig, er ist an seinen Gegnern einfach vorbei gefahren. Warum wohl? Die einzige häßliche Situation war der tödliche Unfall von Graf Berghe von Trips in Monza, an welchem er aber unschuldig war. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, als er am Abend vor seinem Tod im Sportstudio den F2 mit Kurt Ahrens, damals einer der besten deutschen Fahrer, ins Studio geschoben hat. So etwas wäre bei den heutigen Egomanen völlig undenkbar.

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