Subaru Levorg Facelift 2019 im Test: Wie fährt der Boxermoto

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Redaktion
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Subaru Levorg Facelift 2019 im Test: Wie fährt der Boxermoto

Beitrag von Redaktion » Sa Jan 12, 2019 10:38 am

Der Subaru Levorg ersetzt seit geraumer Zeit den Legacy in Europa. Jetzt bekam der Mittelklasse-Kombi ein Facelift. Ideal für einen Test!

Ein Fall für Kenner mit Geschmack: Subaru ähnelt in Deutschland einem Feinschmeckerrestaurant. Keine Massenware (7.440 Neuzulassungen und 0,2 Prozent Marktanteil im Jahr 2017), die schnell sättigt, aber eben auch 08/15 ist. Vielmehr erlesene Genüsse für Liebhaber des Besonderen. Nun hat Subaru eine Spezialität des Hauses weiter verfeinert: Der Levorg bekam eine Modellpflege. Wir haben Platz genommen und ihn getestet.

Um es gleich vorwegzuschicken: Der Autor dieser Zeilen ist vorbelastet. Um 2004 herum kreuzte ein Subaru Legacy, Baujahr 1990, meinen Weg. Ein günstiger Zufallskauf, aber im Laufe der Zeit ein Muster an Laufruhe und Zuverlässigkeit. (Gut, seine 103 PS waren recht trinkfreudig, aber der Klang des Boxermotors entschädigte für alles.) Warum ich das erzähle? Der Levorg tritt seit 2015 an die Stelle des Legacy. Zwar erinnert der Levorg optisch an die einstigen Kombiversionen des Impreza, doch mit 4,69 Meter Länge ist er nahe am letzten Europa-Legacy (4,73 Meter).

Zum Modelljahr 2018 erfolgte ein Facelift des Subaru Levorg, ohne allerdings den Wagen massiv umzukrempeln. Warum auch, schließlich ist am Design nichts auszusetzen. Neu sind ein geänderter, nun stärker ausgeprägter Hexagonalgrill sowie modifizierte Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht. Weitere Maßnahmen betreffen das serienmäßige CVT-Getriebe und das Infodisplay im Cockpit. Doch später mehr dazu, lassen Sie uns zunächst das Platzangebot unter die Lupe nehmen.



522 bis 1.446 Liter Stauvolumen im Kofferraum gehen voll in Ordnung, auch im Fond besteht kein Grund zur Klage. Vorne gefällt der Mix aus großer Windschutzscheibe und schmaler, weit unten angesetzter A-Säule. Das sorgt für eine gute Sicht nach draußen über die Motorhaube mit der markanten Lufthutze. Für meinen Geschmack befindet sich aber das Lenkrad etwas zu tief, gleichzeitig sitzt man recht hoch.

Ein Pluspunkt sind die tadellose Verarbeitung, zudem hat sich Subaru bei der Materialqualität ins Zeug gelegt. Da ich eben vom Infodisplay sprach: Es befindet sich über dem zentralen Touchscreen auf Augenhöhe des Fahrers und zeigt bei Bedarf Zusatzinformationen wie Ladedruck und Batteriespannung an.

Der Clou ist aber: Hier sehe ich auch das Bild der Frontkamera beim Einparken. Richtig gelesen: Der Subaru Levorg hat eine Kamera VORNE! Grund dafür ist das sogenannte, stets serienmäßige Eyesight-System. Während die Assistenzsysteme anderer Hersteller auf verschiedene Sensortechniken zurückgreifen, funktioniert Eyesight rein optisch. Nicht nur deshalb ist der Name (englisch für Augenlicht) Programm.

Direkt vor meiner Nase, wo andere Marken ein Head-up-Display hinbauen, warnen Lichter bei Gefahr. Gelb links oder rechts zum Beispiel, wenn ich die Spur verlasse. Der Levorg-Novize mag im ersten Moment davon überrascht sein, allerdings ist der Alarm-Effekt (um es mal so zu nennen) nicht von der Hand zu weisen.



Antriebsoptionen gibt es beim Subaru Levorg keine. Ab Werk bekommen europäische Kunden ausschließlich einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, symmetrischen Allradantrieb und ein CVT-Getriebe namens Lineartronic. Bestimmt heulen Sie jetzt auf und behaupten, so eine stufenlose Automatik heult auf. Ich weiß, worauf Sie hinauswollen: Der berühmt-berüchtigte "Gummiband-Effekt" sorgte einst für viel Lärm und wenig Tempo. Aber diese Zeiten sind vorbei.

Zugegeben, wer spontan voll auf den Pinsel tritt, bekommt hohe Drehzahlen. Doch dann geht es auch in 8,9 Sekunden auf Tempo 100. Im Normalfall aber sinkt die Nadel des Drehzahlmessers sehr flott auf ein niedriges Niveau, weil Subaru jetzt einen virtuellen siebten Gang implentiert hat. Im Vergleich zu früherer und tatsächlich ziemlich fieser CVT-Technik ein Quantensprung.

Wie schon eingangs erwähnt, ist der Levorg ein Auto für entspannte Liebhaber und Kenner, die seine Technik-Raffinessen zu schätzen wissen. Dank Allradantrieb und niedrigem Schwerpunkt pfeilt der Levorg wie auf Schienen durch Kurven, dazu passt die präzise ansprechende Lenkung. Man muss sich an diesen Subaru gewöhnen, mit ihm eins werden. Anders formuliert: Es hängt vom Fahrertyp ab, ob der Verbrauch bei 7,5 oder zehn Liter liegt. Bewusster Genuss oder massloses Mampfen von Billig-Hackfleisch. Das Auto als feines Werkzeug oder stumpfes Objekt: Es liegt an Ihnen.



Kurz und schmerzlos: 29.990 Euro der ordentlich ausgestattete Basis-Levorg, 37.200 Euro unser getestetes Topmodell mit dem Zusatz "Sport". Dazu kamen als einzige Extras die Lackierung in "Crystal Black Silica" (560 Euro) und Premium-Fußmatten (79 Euro). Ansonsten ist wirklich alles inklusive: Assistenten zur aktiven Spurhaltung oder Totwinkelerkennung (und vielem mehr), Ledersitze, Glasschiebedach, 18-Zoll-Alus, ein Navigationssystem, Sitzheizung vorne oder auch ein Innenspiegel mit Kamerafunktion.

Die Liste der Serienausstattung füllt problemlos ein DIN-A4-Blatt. Zum Vergleich: Ein VW Passat Variant mit weniger Leistung, Allrad nicht mal als Option und ähnlicher Ausstattung hat eine Vier als erste Ziffer stehen.



Es lohnt sich, dieses Fahrzeug auf dem Zettel zu haben. Mit feiner und interessanter Technik ist der überarbeitete Subaru Levorg mehr als nur ein Geheimtipp. Fetischisten von Dieseln/Schaltgetrieben/Mega-Platzangebot/Mini-Verbrauch mögen vielleicht den Kopf schütteln. Aber wer sich auf den Levorg mit all seinen Stärken und Schwächen einlässt, wird von ihm belohnt.



Motor: Vierzylinder-Boxer mit Turboaufladung und Direkteinspritzung, 1.600 ccmLeistung: 125 kW (170 PS)Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1.800 - 4.800 U/minGetriebeart: stufenloses CVT-AutomatikgetriebeAntrieb: permanter AllradantriebBeschleunigung 0-100 km/h: 8,9 sHöchstgeschwindigkeit: 210 km/hVerbrauch: 7,2 Liter/100 kmEmission: 164 g/kmLänge: 4.690 mmBreite: 1.780 mmHöhe: 1.485 mmKofferraumvolumen: 522 - 1.446 LiterLeergewicht: 1.596 kgZuladung: 444 kgAnhängelast: 1.500 kgBasispreis: 37.200 Euro

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