Renault-Pilot Nico Hülkenberg nur auf P13: Letztendlich lieg

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Renault-Pilot Nico Hülkenberg nur auf P13: Letztendlich lieg

Beitrag von Redaktion » So Nov 11, 2018 1:08 am

Im Qualifying zum Grand Prix von Brasilien kämpft Nico Hülkenberg mit stumpfen Waffen - Grundsätzliche Pace zu langsam - Carlos Sainz verärgert über Pierre Gasly

Das Renault-Team erlebt einen enttäuschenden Qualifying-Tag in Brasilien. Nico Hülkenberg schafft zwar die Hürde in das Q2, muss sich schlussendlich aber mit Startplatz 14 begnügen. Teamkollege Carlos Sainz muss bereits in Q1 aus dem R.S.18 aussteigen, er wird nur 16. Am Sonntag profitieren beide von Strafversetzungen: Hülkenberg geht als 13. ins Rennen, Sainz als 15.

"Uns haben heute zwei, drei Zehntel gefehlt. Q2 war besonders herausfordernd aufgrund des Regens. Wir haben das Timing nicht richtig hinbekommen", resümiert der Deutsche ernüchtert. Hülkenberg hatte bei den schwierigen Mischbedingungen in Interlagos Probleme. "Es war schwierig, das Griplevel einzuschätzen. Man wusste nicht genau, wie sehr man die Kurven attackieren konnte. Wir haben alles aus dem Auto geholt, aber uns fehlte einfach ein wenig Pace, daher sieht es für uns in der Zeitentabelle auch nicht so rosig aus."

1,1 Sekunden verlor der Deutsche auf dem Kurs in Brasilien auf die Spitze. "Ich würde nicht sagen, dass etwas schiefgegangen ist. Ich denke nicht, dass wir einen Fehler gemacht haben", betont er allerdings. Denn das Wetter sei nun einmal schwierig vorherzusehen. "Man sieht Tropfen auf dem Visier, man verliert Grip - aber der Regen war mal stärker, mal schwächer."



Der Emmericher entschied sich in Q2 nach seiner ersten schnellen Runde nicht an die Box zu fahren. "Nach meiner ersten Runde in Q2, die gut war, bin ich eine langsame Runde gefahren. Danach habe ich noch eine schnelle draufgelegt, ich war aber nicht schneller. Andere sind für neue Reifen an die Box gekommen, aber ich habe mich dazu entschieden, draußen zu bleiben. Es war schwarz wie die Nacht und regnete. Ich dachte, es würde noch heftiger werden." Ihm rannte die Zeit davon, er konnte keinen neuen Reifensatz für den zweiten Versuch montieren lassen.

Der Regen wurde entgegen Hülkenbergs Einschätzung nicht stärker. Er war dennoch vorsichtig unterwegs. "In Kurve 1 und 2 war ich vorsichtig, da die weißen Linien im Regen schnell rutschig werden. Das hat Zeit gekostet. Ich konnte zwar wieder Zeit gut machen, aber eben nicht genug." Rund zwei Zehntelsekunden fehlten ihm am Ende für den Q3-Einzug.

"Das grundlegende Problem ist einfach unsere Pace - uns fehlen ein paar Zehntel und daher sind wir in der Defensive", muss er festhalten. Das Layout in Interlagos kommt seinem Boliden nicht entgegen. Denn: "Es gibt mehr langgezogene Kurvenradien. Und auf dieser Strecke spielt die Power eine deutlich größere Rolle. Diese beiden Dinge in Kombination haben große Auswirkung auf unsere Performance."



Auch Renault-Einsatzleiter Alan Permane muss einsehen, dass Renault in Sao Paulo hinterherhinkt. "Das war auf beiden Seiten der Garage eine schwierige Session. Das grundlegende Problem war, dass wir auf einer Runde geschwächelt haben heute", erklärt er. Während Sainz teilweise im Verkehr feststeckte, haderte Hülkenberg mit dem falschen Timing. "Aber generell ist das Auto nicht so stark im Qualifying, wie wir das gerne hätten."

"Im Debrief haben Nico und ich festgestellt, dass sich das Auto in den Kurven ganz okay angefühlt hat. Als wir uns die GPS-Daten angesehen haben, dann konnten wir erkennen, dass wir auf den Geraden nicht gut waren. Es hängt also alles mit der Power zusammen", ergänzt Sainz. Der Spanier erlebt bereits in Q1 ein führes Ende des Arbeitstages.

0,005 Sekunden war er langsamer als Force-India-Pilot Esteban Ocon, damit war sein Ausscheiden besiegelt. "Ich mache mir keine Sorgen über die Abstände. Es war eher das Problem, dass ich keine Runde in Q1 zusammengebracht habe. In der ersten schnellen Runde habe ich in der letzten Kurve einen Fehler gemacht. In der zweiten dann hatte ich Verkehr in Kurve 8 durch einen Toro Rosso, da habe ich drei Zehntel verloren - sonst wäre in Q2 gelandet."

Sainz ist verärgert über das Verhalten von Pierre Gasly, der dem Renault im Weg war. "Er hat dann zwar noch Platz gemacht, aber meiner Meinung nach etwas zu spät. Das ist einfach Pech. Das hat mir diesmal Zeit gekostet. Aber würden wir mehr Performance haben, würde es gar nicht erst auf diese Zehntel ankommen." Auch Experimente an der Abstimmung haben nicht die erwünschte Verbesserung gebracht. "Für das Qualifying sind wir zu einer Grundabstimmung zurückgegangen, was besser war. Aber vielleicht hätte ich noch mehr Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen."

Obwohl sich die Werksmannschaft am Samstag geschlagen geben muss, blickt man zuversichtlich auf das Rennen am Sonntag. Sainz erklärt: "Die Renault-Autos sehen irgendwie immer etwas stärker im Renntrimm aus. Das ist wohl auf die Motor-Modi der anderen Hersteller im Qualifying zurückzuführen. Hoffentlich sind wir morgen konkurrenzfähiger, aber wir wissen alle, wie wichtig die Streckenposition in einem Einstopp-Rennen ist", rechnet er nicht mit großem strategischen Spielraum.

Hülkenberg ist ebenso skeptisch. "Ich glaube nicht, dass wir großen Spielraum bei den Reifen oder der Strategie haben. Wir können auf dem harten Reifen starten, dann kann man keinen Undercut fahren. Aber alles hängt vom Reifenverschleiß ab. Höhere Temperaturen könnten den Verschleiß verstärken." Denn am Sonntag erwarten die Piloten ein Rennen im Trockenen. Obwohl: "Ich hätte nichts gegen ein großes Gewitter", schmunzelt der Deutsche.

Sollten sich die Schleusen über Interlagos nicht öffnen, erwartet Renault einen harten Kampf im Mittelfeld. "Wenn man natürlich weiter hinten startet, wird es schwieriger aufgrund des Verkehrs. Die Autos sind sehr feinfühlig und um überholen zu können, braucht es einen großen Vorsprung. Und wir sind nicht wirklich schneller als Haas oder Sauber - wenn überhaupt sehe ich sie ein wenig weiter vorn."

Permane versucht dennoch, positiv zu denken: "Wir sind positiv gestimmt. Am Freitag sah unsere Longrun-Pace gut aus. Wir waren zufrieden mit dem Auto. Wir haben die Balance seit gestern verbessert und beide Fahrer wirkten glücklicher. Es scheint ein trockener Grand Prix zu werden, aber in Brasilien kann immer alles passieren."

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